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Länderbezogene öffentliche Berichtspflicht nimmt letzte Hürde

EU-Parlament stimmt Kompromiss zu
Unterlagen auf einem Tisch, eine deutende Hand, eine mit Stiftz

Das Public Country by Country Reporting tritt Mitte 2024 in Kraft

© Chalirmpoj Pimpisarn / EyeEm / Getty Images

Auf bestimmte Unternehmen kommen neue Berichtspflichten zu: Oberhalb einer jährlichen Umsatz-Schwelle von 750 Millionen Euro in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren müssen Unternehmen unter anderem Nettoumsätze und Gewinne des Unternehmens, die Anzahl der Beschäftigten sowie gezahlte Ertragsteuern und nicht ausgeschüttete Gewinne offenlegen. Diese Pflichten gelten für die Betriebe ab Mitte 2024.

Die Pflicht zur Veröffentlichung von nach Tätigkeitsländern aufgeschlüsselten Berichten gilt für alle Unternehmen der genannten Größenklasse, die entweder ihren Sitz in der EU haben oder für solche Nicht-EU-Unternehmen, die Tochterunternehmen oder Niederlassungen in der EU unterhalten.

Detailliert aufgeführt werden müssen Finanzbeziehungen zu anderen EU-Staaten oder zu solchen Ländern und Gebieten, die auf der "Schwarzen Liste" oder für mindestens zwei Jahre auf der "Grauen Liste" der EU stehen. Von der Veröffentlichungspflicht wären nach jetziger Rechtslage folglich auch Unternehmen betroffen, die geschäftlich in der Türkei aktiv sind. Für den Rest der Welt können die Steuerdaten zusammengefasst übermittelt werden.

Für die Steuerberichterstattung der genannten Unternehmen bedeutet das, dass sie 18 Monate nach Inkrafttreten der neuen Richtlinie die neuen Transparenzregeln erfüllen müssen. Nicht unproblematisch ist, dass die Veröffentlichungspflicht nur für Unternehmen gilt, die die in der EU organisiert tätig sind, nicht aber für diese von ihren Wettbewerbern, die von außerhalb Handelsbeziehungen mit der Europäischen Union unterhalten. Letztere profitieren von der Veröffentlichung, ohne selbst Daten liefern zu müssen.

Die politische Einigung zwischen Rat und Parlament konnte in diesem Frühjahr nach langjährigen Trilog-Verhandlungen erreicht werden. Der Rat hatte den gefundenen Kompromiss bereits am 28. September gebilligt.

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Porträtfoto Malte Weisshaar
Malte Weisshaar Referatsleiter Steuern in der EU | EU-Haushalt | Energiesteuern