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Neue Euro-7-Emissionsnormen sollen Schadstoffausstoß reduzieren

Unternehmen müssen sich auf verschärfte und neue Grenzwerte einstellen
Auspuff eines Pkw

Euro 7 verschärft die Normen für Luftschadstoffemissionen von Kraftfahrzeugen deutlich

© Thorsten Nilson / EyeEm / Getty Images

Am 10. November hat die EU-Kommission einen neuen Gesetzesvorschlag für erweiterte Emissionsnormen (Euro 7) im Rahmen des Null-Schadstoff-Ziels des europäischen Green Deals vorgestellt. Diese sollen zukünftig für alle neuzugelassenen Fahrzeuge unabhängig von der Antriebstechnologie gelten.

Dabei gehen die neuen Normen über die Regulierung von Abgasemissionen hinaus und erheben zusätzliche Grenzwerte für Partikelemissionen durch Bremsen- und Reifenabrieb.

Der Vorschlag würde die bisher geltenden Emissionsvorschriften für Pkw und Kleintransporter (Euro 6) sowie für Lkw und Busse (Euro VI) ersetzen. Hierbei würden die Grenzwerte für Lastkraftwagen und Busse im Vergleich deutlich verschärft, während der bereits bestehende niedrigste Grenzwert für beispielsweise Stickoxid von 60 mg/km für Benziner-Pkw und -Kleintransporter zukünftig unabhängig von dem verwendeten Kraftstoff gilt. Das bedeutet ein Minus von 25 Prozent für Dieselmotoren, die bisher 80 mg/km ausstoßen dürfen.

Zu den bereits jetzt reglementierten Schadstoffen gehören: Stickstoffoxide, Kohlenstoffmonoxid, Kohlenwasserstoffe, Methan, Rußpartikel sowie Ammoniak für Lastkraftwagen und Busse. Nach dem Vorschlag der Kommission würde Formaldehyd sowie Distickstoffoxid für diese Gruppe ergänzt und die Ammoniakgrenzwerte auch auf Pkw und Kleintransporter eingeführt. Außerdem werden erstmals Grenzwerte für Partikelemissionen durch Bremsen und Vorschriften für Mikroplastikabrieb von Reifen festgelegt.

Ebenfalls soll künftig sichergestellt werden, dass die Grenzwerte länger als bisher auch während des Betriebs der Fahrzeuge eingehalten werden. Die Laufzeit für die Einhaltung der Vorschriften für Pkw und Kleintransporter wird auf das Erreichen von 200.000 Kilometern oder einem Alter von 10 Jahren verdoppelt. Ähnlich auch für Busse und Lastkraftwagen. Dies wird künftig durch Onboard-Diagnose-Geräte, die bei allen Neufahrzeugen Pflicht sein werden, digital übermittelt und kontrolliert.

Für Elektrofahrzeuge speziell werden höhere Zielvorgaben für die Leistungsfähigkeit von Batterien festgelegt. Bis zu einer Laufleistung von 100.000 Kilometern oder einem Alter von fünf Jahren müssen 80 Prozent und bei 160.000 Kilometern oder einem Alter von acht Jahren mindestens 70 Prozent der Ladeleistung gewährleistet werden.

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Porträtbild Hauke Dierks, Referatsleiter Umwelt- und Rohstoffpolitik
Hauke Dierks Referatsleiter Umwelt- und Rohstoffpolitik