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Startschuss für das Europäische Jahr der Kompetenzen 2023

EU-Initiative zur betrieblichen Fachkräftesicherung
Vier junge Menschen stehen vor einem "gläsernen Flipboard" mit Post-its und Notizen

Arbeitsmarktrelevante Kompetenzen in Zusammenarbeit mit Sozialpartnern und Unternehmen sollen gefördert werden

© Morsa Images / Stone / Getty Images

In ihrer Rede zur Lage der Union am 14. September hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagen, 2023 zum Europäischen Jahr der Kompetenzen auszurufen. Ziel soll sein, die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu stärken, Bildungsinvestitionen und -maßnahmen zu erhöhen und gezielter auszurichten, um dem betrieblichen Fachkräftemangel in der EU entgegenzutreten und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu steigern.

Nach Angaben der EU-Kommission haben mehr als drei Viertel der Unternehmen in der EU Schwierigkeiten, Arbeitskräfte mit den richtigen Qualifikationen zu finden, während nur 37 Prozent der Erwachsenen regelmäßig an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Das Europäische Jahr der Kompetenzen soll den Mitgliedstaaten helfen, die für 2030 von der EU gesetzten Ziele einer Beschäftigungsquote von 78 Prozent und einer Weiterbildungsquote von 60 Prozent der Erwachsenen pro Jahr zu erreichen.

In ihrem Vorschlag vom 12. Oktober hat die EU-Kommission den offiziellen Startschuss zu dieser Initiative gegeben und zugleich auch weitere Details zu den geplanten Vorhaben veröffentlicht. Gemeinsam mit den Mitgliedstaaten und den Unternehmen sowie den Industrie- und Handelskammern will sie mit dem "European Year of Skills" dem lebenslangen Lernen neue Impulse verleihen und benennt dafür vier thematische Schwerpunkte:

  1. Die Förderung verstärkter, wirksamerer und inklusiver ausgerichteter Investitionen in die Aus- und Weiterbildung.
  2. Die Gewährleistung arbeitsmarktrelevanter Kompetenzen, auch in Zusammenarbeit mit den Unternehmen und den Wirtschafts- und Sozialpartnern.
  3. Die Anwerbung von Drittstaatsangehörigen mit den in der EU benötigten Kompetenzen und Qualifikationen. Dies soll unter anderem durch bessere Lernangebote, die Stärkung der Mobilität sowie die leichtere Anerkennung von Qualifikationen erfolgen.
  4. Die Abstimmung der Ziele, Wünsche und Kompetenzen der Menschen auf das Arbeitsmarktangebot. Einen besonderen Schwerpunkt will die Kommission darauflegen, Frauen und junge Menschen und vor allem diejenigen, die weder arbeiten noch eine Schule besuchen oder eine Ausbildung absolvieren, auf den Arbeitsmarkt zu bringen.

Vor diesem Hintergrund zielt die EU-Kommission darauf ab, Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten sowie den Austausch zwischen den Partnern verstärkt zu fördern und zugleich entsprechende Instrumente für die Datenerfassung bereitzustellen, um für mehr Transparenz und eine einfachere Anerkennung von Qualifikationen zu sorgen. Die Mitgliedstaaten sind aufgerufen, für die Koordinierung der einschlägigen Tätigkeiten einen nationalen Koordinator für das Europäische Jahr der Kompetenzen 2023 zu benennen.

Das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten müssen diesen Vorschlägen noch zustimmen. In Deutschland ist nach einer aktuellen Umfrage des DIHK jedes zweite Unternehmen vom Fachkräftemangel betroffen.

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Barbara Fabian Referatsleiterin EU-Bildungspolitik