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Ukraine-Flüchtlinge: EU-Kommission will schnelleren Zugang zu Berufsbildung und Arbeitsmarkt

Zügige Arbeitsmarktintegration bietet Geflüchteten und Unternehmen Perspektiven
Fünf Personen lernen gemeinsam

Neue Regeln für die Akteure im Europäischen Cyberspace

© Busakorn Pongparnit / Moment / GettyImages

Die EU-Kommission hat am 14. Juni Leitlinien für die Mitgliedstaaten vorgelegt, um Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine den Zugang zu Berufs- und Erwachsenenbildung sowie Beschäftigung zu erleichtern.

Zu den Maßnahmen zählen konkrete Unterstützungsangebote wie Berufsorientierung, schnelle Qualifikationsanerkennung, Weiterbildungen, Umschulungen sowie die Unterstützung von Arbeitgebern, die Vertriebene einstellen. Seit Kriegsbeginn sind mehr als 7 Millionen Menschen aus der Ukraine in die EU geflohen. Bisher sind nur relativ wenige von ihnen im erwerbsfähigen Alter in den EU-Arbeitsmarkt eingetreten.

In den Leitlinien fordert die EU-Kommission die Mitgliedstaaten auf,

  • dafür zu sorgen, dass Kompetenzen und Qualifikationen bewertet, beurteilt und rasch anerkannt werden können, unabhängig davon, ob entsprechende Nachweise vorliegen oder nicht. Dazu gehören beispielsweise die Hilfe beim Abfassen von Lebensläufen, die Überprüfung von Kompetenzen und die Wiederbeschaffung fehlender Qualifikationsnachweise;
  • schnellstens Möglichkeiten für gezielte Weiterbildungen und Umschulungen und/oder für die Sammlung praktischer Berufserfahrung zu schaffen. Um sicherzustellen, dass die angebotenen Möglichkeiten auch dem Bedarf des Arbeitsmarktes entsprechen und Qualifikationslücken geschlossen werden, ist eine enge Zusammenarbeit mit Bildungs- und Berufsbildungsanbietern, Wirtschafts- und Sozialpartnern, Kammern sowie Unternehmen notwendig;
  • einen raschen Zugang zur beruflichen Erstausbildung, einschließlich der Lehrlings­ausbildung, zu gewährleisten und Möglichkeiten zur Verlängerung des Aufenthalts ukrainischer Auszubildender zu prüfen, was besonders für junge Menschen wichtig ist;
  • erwachsenen Kriegsflüchtlingen den Zugang zur allgemeinen Bildung, auch über alternative Bildungswege, sowie zur Einschreibung an Hochschuleinrichtungen zu geben.

Weitere Vorschläge für Maßnahmen betreffen die Unterstützung von Unternehmen, die Kriegsflüchtlinge einstellen und die Ermöglichung der Teilnahme von Neuankömmlingen an Programmen zur Förderung des Unternehmertums.

Die Kommission stellt dazu auf der Europass-Plattform eine Reihe von Instrumenten in ukrainischer Sprache zur Verfügung, etwa um passende Stellenangebote zu finden, Lebensläufe hochzuladen oder digitale Kompetenzen zu testen. Die Leitlinien sollen außerdem dabei helfen, die verfügbaren EU-Mittel optimal zu nutzen. Unterstützung bei der Umsetzung der Maßnahmen erhalten die Mitgliedstaaten unter anderem aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie dem Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (FEAD).

Als spezifischen Eigenbeitrag zur Arbeitsmarktintegration für ukrainische Geflüchtete hat die IHK-Organisation im Mai eine neue Serviceleistung in Form einer Erstberatung für ukrainische Geflüchtete entwickelt. Dieser Erst-Check setzt auf die etablierten Strukturen in der beruflichen Anerkennungsberatung der IHKs. Dabei wird gemeinsam mit den Geflüchteten bestimmt, in welchen IHK-Ausbildungsberufen diese Abschlüsse, einschlägige Berufserfahrungen oder auch Sprachkompetenzen aufweisen können. Das Resultat wird in dem Dokument "Check der ausländischen Berufsqualifikationen – Ergebnis der Erstberatung" festgehalten. Dieses soll Unternehmen beim Einstellungsprozess helfen, den Menschen aus der Ukraine eine gezieltere Stellenbewerbung zu ermöglichen sowie Arbeitsagenturen und Jobcenter bei Vermittlungsaktivitäten unterstützen.

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Barbara Fabian Referatsleiterin EU-Bildungspolitik