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Europäischer Innovationsrat investiert in elf Erfindungen aus Deutschland

Insgesamt 363 Millionen Euro für 65 europäische Start-ups und KMU

© AlxeyPnferov / iStock / Getty Images Plus

Europa in Sachen Innovationen und neue Technologien an die Spitze bringen - das ist das Ziel des Europäischen Innovationsrats oder European Innovation Council der EU-Kommission. Daher fördert er bahnbrechende Innovationen in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Digitales, Weltraum, Energie und Biotechnologie. Diesmal kommen viele deutsche Unternehmen in den Genuss der Förderung.

Die Innovationsförderung des European Innovation Council (EIC) besteht aus einer Kombination aus Finanzhilfen und Beteiligungsinvestitionen von bis zu 17 Millionen Euro. Bei dem so genannten EIC-Accelerator wird auch privates Kapital eingebunden, um förderfähige Innovationen  weiterzuentwickeln und marktreif zu machen. 

Über den EIC-Accelerator können Start-ups und KMU Finanzhilfen von bis zu 2,5 Millionen Euro erhalten, die mit Beteiligungsinvestitionen aus dem EIC-Fonds in der Größenordnung von 0,5 bis 15 Millionen Euro kombiniert werden. Zusätzlich zur finanziellen Unterstützung können Bewerber zusätzliche Dienstleistungen erhalten, wie den Zugang zu besonderen Fachkenntnissen, zu Investoren oder zu potenziellen Partnerunternehmen.

Bei den 65 Start-ups und KMU handelt es sich um die erste Gruppe von Unternehmen, die finanzielle Unterstützung aus diesem Programm erhalten. Sie wurden nach einem neuen zweistufigen Verfahren im Rahmen des europäischen Forschungsförderprogramms Horizont Europa  ausgewählt. Die Anträge werden von externen Sachverständigen geprüft und die Antragsteller anschließend von einer aus erfahrenen Investorinnen und Unternehmern zusammengesetzten Jury interviewt. U. a. wurden folgende Unternehmen aus Deutschland für eine Förderung ausgewählt:

  • NEBUMA GmbH: Sie entwickelte ein skalierbares, modulares, kosteneffizientes Hochtemperatursystem, um Wärmeenergie und Strom aus wiederverwerteten industriellen Nebenprodukten zu speichern und umzuwandeln.
  • Smartlane GmbH: Ihr gelang die Entwicklung einer selbstlernenden KI-basierten Transportoptimierungssoftware als Service für die komplexesten Logistikszenarien in Echtzeit, die Kosten-, CO2- und Reifenverschleißeinsparungen ermöglicht.
  • GrOwnValve GmbH: Ihr Produkt ist eine Herzklappenprothese für Erwachsene und Kinder, die aus dem eigenen Gewebe der Patientinnen und Patienten hergestellt wird und die ein Leben lang halten soll.

Die 65 Unternehmen stammen aus 16 Ländern. 60 der 65 haben sich explizit um eine Beteiligungsfinanzierung über den neuen EIC-Fonds beworben. Somit werden voraussichtlich 227 der insgesamt gewährten 363 Millionen Euro als Investition gewährt. Seit März 2021 haben insgesamt mehr als 4000 Start-ups und KMU ihre Ideen übermittelt (erster Schritte des Bewerbungsverfahrens). Der nächste Stichtag zur Bewertung vollständig eingereichter Bewerbungsunterlagen wird voraussichtlich Anfang 2022 festgesetzt.

Der EIC wurde im März 2021 als wichtige Neuerung im Rahmen des Programms Horizont Europa ins Leben gerufen. Zuvor hatte es im Zeitraum von 2018 bis 2020 eine erfolgreiche Testphase gegeben. Der Innovationsrat ist mit über 10 Milliarden Euro ausgestattet, wovon 2021 rund 1,1 Milliarden Euro für den EIC-Accelerator reserviert sind. Während ein Großteil davon thematisch bzw. branchenspezifisch nicht festgelegt ist, sind 495 Millionen Euro für innovative Technologien in den Bereichen Gesundheit, Digitales, Green Deal reserviert.

Kontakt

Porträtfoto Malte Weisshaar
Malte Weisshaar Referatsleiter Steuern in der EU | EU-Haushalt | Energiesteuern