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Gutes tun und darüber reden

Warum sich soziales und ökologisches Engagement für Ausbildungsbetriebe lohnt
ein junger Baum wird eingepflanzt

Unternehmen können sich auf vielerlei Weise engagieren – auch etwa beim Pflanzen von Bäumen

© apos tophy / Moment / Getty Images

Blake Mycoskie, der Gründer von TOMS Shoes, startete im Jahr 2006 mit der Mission, für jedes verkaufte Paar Schuhe ein weiteres Paar an bedürftige Kinder zu spenden. Auf die Idee dazu soll er auf einer Reise nach Argentinien gekommen sein, beim Anblick armer barfüßiger Kinder. Die Mission ging auf – nicht nur bei Kunden, sondern auch bei jungen Menschen, die sich für einen sozial engagierten Arbeitgeber entschieden haben. Fünf Jahre nach Gründung führten bereits weltweit über 500 Einzelhändler die Marke.

Wer soziale Verantwortung zeigt, kann also bei der jungen Generation punkten. Bei der Auswahl des Arbeitsgebers achtet jeder fünfte (21 Prozent) der zwischen Januar 1995 und Dezember 1999 Geborenen (Generation Z) auf die Sinnhaftigkeit seiner Arbeit. Ein hohes Gehalt und andere Vorteile stehen laut der Umfrage "The Deloitte Global 2022" nur unwesentlich höher im Kurs (24 Prozent).

Tue Gutes und rede darüber. Ein strategisches Instrument dafür ist die Corporate Social Responsibility (CSR), welche das freiwillige gesellschaftliche und soziale Engagement in das unternehmerische Kerngeschäft integriert. Dafür steht eine breite Palette an Maßnahmen zur Verfügung, die sich beispielsweisen via Social Media oder auf der Unternehmens-Website gut sichtbar machen lassen. So fördern viele Betriebe die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, unterstützen Azubis bei der Wohnungssuche oder mit Benefits wie einem Zuschuss zum ÖPNV. Andere setzen auf Sportangebote in Kooperation mit lokalen Vereinen, oder sie engagieren sich beim "Energie-Scouts-Programm" oder bei weiteren Angeboten der IHK-­Organisation (siehe unten).

Dabei ist das, worum es beim Begriff "CSR" geht, zweifellos nicht neu, sondern für die Industrie- und Handelskammern sogar seit Langem Gesetz (§1, IHK-Gesetz): nämlich "für Wahrung von Anstand und Sitte der ehrbaren Kaufleute zu wirken". Die ehrbaren Kaufleute selbst, in ihrer mehrhundertjährigen Tradition, "stehen für ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für das ­eigene Unternehmen, für die Gesellschaft und für die Umwelt" (Wikipedia).

Wie wichtig das Thema für die Bindung junger Menschen an das Unternehmen ist, erläutert CSR-Experte Ludwig Petersen in seinem Kommentar zum Thema.

Beachtliches Engagement in der Industrie:

CSR-Grafik

© Randstad / Statista 2023

So zeigen Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung – Angebote der IHK-Organisation

Das Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge unterstützt Betriebe aller Größen, Branchen und ­Regionen, die geflüchtete Menschen beschäftigen oder sich ehrenamtlich engagieren wollen.

Das Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie" ist die zentrale Plattform der IHK-Organisation zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Lokalen Bündnisse für Familie sind Netzwerke aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Rund 520 Bündnisse arbeiten bundesweit daran, die ­Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor Ort unterstützend zu begleiten.

Auf der digitalen Netzwerkplattform "Unternehmensnetzwerk Klimaschutz – Eine IHK-Plattform" können sich Unternehmen vernetzen und austauschen. Das Netzwerk steht allen Unternehmen unabhängig von Größe und Branche offen, die Teilnahme ist kostenlos.

Das Energie-Scouts-Programm der IHK-Organisation bietet im Rahmen des Projekts "Unternehmensnetzwerk Klimaschutz" ein Qualifizierungsmodul für Auszubildende an, damit diese in ihren Betrieben dazu beitragen, Einsparpotenziale zu erkennen und erfolgreich zu nutzen.

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Porträtfoto Cornelia Upmeier
Cornelia Upmeier Referatsleiterin CSR | Sonderprojekte

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Mann steht vor Gemälde und hat die Arme verschränkt.
Thilo Kunze Referatsleiter Infocenter, Chefredakteur POSITION

IHK-Bildungsmagazin Position

Dieser Beitrag stammt aus dem IHK-Berufsbildungsmagazin "Position". Es erscheint jeweils zum Quartalsanfang und bietet vor allem Ausbildern, Personalverantwortlichen und Prüfern Tipps, Ideen und Tools zur Fachkräftesicherung, Best Practices sowie bildungspolitische Vorschläge. Unter www.ihk-position.de begleiten Hintergründe, Bilderstrecken und Videos online das Printprodukt.

Nachhaltigkeit zum Beruf machen:

Der "CSR-Manager (IHK)"

Wie lassen sich unternehmerische Verantwortung und nachhaltiges Handeln im Betrieb verankern? Das nötige Know-how dafür vermitteln einige IHKs in dem Zertifikatslehrgang "CSR-Manager (IHK)". In fünf Modulen mit insgesamt 75 Lehrgangsstunden lernen die Teilnehmer neben den Kompetenzen, die für eine wirkungsvolle Umsetzung von CSR in Unternehmen erforderlich sind, auch zentrale CSR-Begriffe und -Konzepte kennen. Das Angebot richtet sich an Fach- und Führungskräfte von Unternehmen aller Branchen und Größen, die unternehmerische Verantwortung und nachhaltiges Handeln im Betrieb etablieren sollen.

Der "CDR-Manager (IHK)"

Ein weiteres Angebot ist der Lehrgang zum "CDR-Manager (IHK)". Dabei geht es um Corporate Digital Responsibility (CDR) als wichtigen Baustein der Unternehmensverantwortung. Das zentrale Lernziel des Kurses, der sich an eine breite Zielgruppe richtet, ist es, Verständnis für die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Wirtschaft zu vermitteln. Inhalte sind unter anderem die Rolle des Datenschutzes in der Digitalisierung, die Auswirkungen von technologischen Entwicklungen auf Mensch und Umwelt und wie sich CDR-Themen im Unternehmen kommunizieren lassen.