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Integration von Geflüchteten bleibt Top-Thema

IHK-Organisation engagiert sich mit mehr als 62 Millionen Euro
Ein Mann und eine Frau sitzen an einem Tisch und betrachten Unterlagen

Bei der Integration in Ausbildung und Beruf können Geflüchtete auf viele Angebote zurückgreifen

© NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge / Viktor Strasse

Auch wenn die Corona-Krise das Problem aktuell in den Hintergrund drängt: Der Fachkräftemangel droht für die deutsche Wirtschaft zunehmend zu einer gewaltigen Herausforderung zu werden. Migration und Integration zählen deshalb für viele Unternehmen zu den Top-Themen dieser Zeit.

In den nächsten 15 Jahren wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter hierzulande um vier bis sechs Millionen sinken – je nachdem, wie hoch die Zuwanderung ausfällt. Das verdeutlicht, wie wichtig es ist, Menschen mit ausländischen Wurzeln möglichst gut in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren.

In Deutschland befanden sich Mitte 2020 immerhin rund 50.000 Frauen und Männer aus den Hauptasylherkunftsländern in einer Ausbildung. So konnte DIHK-Präsident Eric Schweitzer beim Integrationsaustausch Anfang Februar im Bundeskanzleramt dann auch vom großen Engagement der Unternehmen und der IHK-Organisation berichten.

Vor gut fünf Jahren startete das Aktionsprogramm "Ankommen in Deutschland"; und die bisherige Bilanz kann sich sehen lassen: Die IHK-Organisation hat seitdem mehr als 62 Millionen Euro investiert, die Geflüchtete in Ausbildung und Beschäftigung bringen. Bundesweit sind rund 120 Mitarbeiter in den 79 IHKs mit dem Thema Integration befasst. 

Dabei unterstützen die Industrie- und Handelskammern Unternehmen wie Geflüchtete mit einem flächendeckenden Beratungs- und Unterstützungsangebot. Sie informieren über die gesetzlichen Rahmenbedingungen, helfen bei der Vermittlung in Ausbildung und begleiten Azubis und Betriebe während der Ausbildung. Nach ihren Erfahrungen finden Geflüchtete besonders häufig in den Branchen Gastgewerbe, Verkehr und Logistik sowie in der Industrie eine Ausbildung oder Beschäftigung. 

Auch unter Corona-Bedingungen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lage von Geflüchteten, Stand und Förderung von Integration: Um diese und ähnliche Themen ging es beim Integrationsaustausch, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel für den 2. Februar ins Kanzleramt eingeladen hatte. DIHK-Präsident Eric Schweitzer konnte bei dieser Gelegenheit vom großen Engagement der Unternehmen berichten.

Wie stark sich die Unternehmen auch in Pandemie-Zeiten für die erfolgreiche Ausbildung und Beschäftigung einsetzen, belegt eine aktuelle Umfrage des Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge unter seinen Mitgliedern. Mehr als 50 Prozent der befragten Betriebe bilden demnach weiterhin Menschen mit Fluchthintergrund aus.

Die IHKs ihrerseits haben in der Corona-Krise ihre Angebote für Unternehmen und Geflüchtete weiterentwickelt und an die Anforderungen der Pandemie angepasst. So setzten sie  neue digitale Formate auf, um die Betriebe beispielsweise bei der Suche von geeigneten Kandidaten zu unterstützen. Die Palette reicht von Online-Berufsinformationsmessen über virtuelle Speed-Datings oder "Unternehmensmatinées" für den Informations- und Erfahrungsaustausch bis hin zu digitalen Veranstaltungen für Azubis.

Die IHK München etwa unterstützt mit ihren kostenfreien Workshops unter der Überschrift "Alles unter Kontrolle" insbesondere Auszubildende mit ausländischen Wurzeln dabei, Herausforderungen in Betrieb und Berufsschule zu meistern. Die IHKs Rheinhessen, Darmstadt, Pfalz und Rhein-Neckar helfen Unternehmen über das Ausbildungsportal "Last Call" bei der kurzfristigen, passgenauen Besetzung offener Ausbildungsplätze.  Das Tool richtet sich auch an Geflüchtete und wird von den IHK-Flüchtlingskoordinatoren mitbetreut.  

Erfolgsgeschichten zum Anfassen

Im "Like a Boss"-Video-Kanal der DIHK-Bildungs-g GmbH erzählt Azad Fares, ein junger Mann aus Syrien, der jetzt eine Ausbildung zum Mediengestalter absolviert, von seinem Werdegang. Außerdem bietet der Beitrag wichtige Praxistipps für angehende Azubis mit Fluchthintergrund – auch mit englischen Untertiteln: https://youtu.be/soichV7R3z4

Der Iraner Ali Abbasi, der nach eigener Einschätzung mittlerweile "ein halber Schwabe geworden" ist, führt in Gerlingen nahe Stuttgart ein Unternehmen, in dem viele Nationalitäten zusammenkommen. Was der Firmenchef bei Sprachbarrieren gerne rät, erfahren Sie in seinem Video-Interview mit dem IHK-Berufsbildungsmagazin "Position".

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Anne Courbois, Referatsleiterin Koordination Integration von Flüchtlingen
Anne Courbois Referatsleiterin Koordination Integration von Geflüchteten

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Porträtfoto Thomas Renner
Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst