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Außenwirtschaftsreport

Handelskonflikte: Bürokratie und Kosten für Unternehmen schnellen in die Höhe
Ein Massengutfrachter liegt im Hafen

So mancher Frachter bleibt angesichts der zunehmend schwierigen Weltkonjunktur im Hafen

© takenobu / iStock / Getty Images Plus

Die zunehmenden Handelskonflikte verursachen enormen finanziellen und bürokratischen Aufwand. Dieser erschwert das globale Geschäft für deutsche Betriebe immer mehr, so der "DIHK-Außenwirtschafts- report" von September 2019.

Die Herausforderungen beginnen vor der Haustür: Erstmals seit Gründung der Europäischen Union will mit Großbritannien ein Mitglied den europäischen Binnenmarkt verlassen – möglicherweise sogar ohne einen geordneten Übergang. Über Nacht kann sich damit ein zollrechtliches Verhältnis zum Vereinigten Königreich entwickeln wie zu Kambodscha oder der Mongolei.

Die damit verbundenen Unsicherheiten der Unternehmen werden der Beratungs- und Leistungspraxis der Industrie- und Handelskammern sehr deutlich. So organisierten die IHKs im ersten Quartal 2019 in ganz Deutschland mehr als 30 Brexit-bezogene Veranstaltungen.

Ein weiterer Schwerpunkt bei den IHK-Dienstleistungen ist der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Die Nachfrage nach wirksamen Hilfsmitteln gegen immer höhere Zollhürden steigt. So hat die Zahl der in Deutschland von den IHKs ausgestellten Ursprungszeugnisse – den "Geburtsurkunden" für Waren – 2018 mit 1,43 Millionen den höchsten Stand seit Erscheinen des Außenwirtschaftsreports im Jahr 2009 erreicht, und der Trend setzt sich fort.

Die Dokumente erlauben es Unternehmen, glaubhaft nachzuweisen. wo die wesentliche Wertschöpfung ihrer Produkte erfolgt ist. Dabei hat sich die Zahl der elektronischen Ursprungszeugnisse im Handel mit der Türkei binnen Jahresfrist fast verdoppelt – eine klare Folge der verschärften Zollvorschriften für die Wareneinfuhr am Bosporus.

Auch das Gros der Anfragen im ersten Halbjahr 2019 an die IHK-Außenwirtschaftsberater bezogen sich auf Probleme hiesiger Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die Türkei. Das neue Handelsabkommen zwischen der EU und Japan sorgte ebenfalls für viele Nachfragen. Denn in den Genuss der Zollvorteile zu kommen, die sich insgesamt auf etwa eine Milliarde Euro belaufen, müssen teils komplexe Anforderungen erfüllt werden.  Dagegen ist der Beratungsaufwand zum Afrikageschäft in den letzten fünf Jahren unverändert niedrig geblieben.

Insgesamt registrierten die IHKs 2018 mehr als 533.000 Beratungen. Die Vielzahl dieser Unternehmenskontakte liefert der IHK-Organisation eine enorme Expertise über die Probleme der deutschen Unternehmen im Auslandsgeschäft. Der DIHK greift die Anliegen aus der Wirtschaft auf und setzt sich mit konkreten Vorschlägen für die Unternehmen ein.

Details und viele weitere Informationen können Sie der aktuellen Umfrage entnehmen:

DIHK-Außenwirtschaftsreport 2019 (PDF, 712 KB)

Die vorangegangene Untersuchung steht noch hier zum Download bereit:

DIHK-Außenwirtschaftsreport 2018 (PDF, 719 KB)

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Melanie Vogelbach Bereichsleiterin Internationale Wirtschaftspolitik, Außenwirtschaftsrecht

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Mann im Haus der Deutschen Wirtschaft
Steffen Behm Referatsleiter Zoll