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Was bedeutet die Iran-Krise für die deutsche Wirtschaft?

Iranische Flagge vor Förderanlagen im Sonnenuntergang

Die aktuelle Iran-Krise ist auch mit Blick auf die weltweite Ölversorgung höchst brisant

© DancingMan / iStock / Getty Images Plus

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Porträt Philipp Andree, Referatsleiter für Nordafrika | Nah- und Mittelost
Philipp Andree Referatsleiter Nordafrika | Nah- und Mittelost

Dauerhafter Ölpreispreisanstieg würde deutsche Unternehmen empfindlich treffen

Die Iran-Krise hat auch Folgen für die deutschen Unternehmen. Es ist derzeit zwar noch zu früh, um die wirtschaftlichen Auswirkungen konkret zu beurteilen. Die jüngsten Entwicklungen machen allerdings nach Einschätzung von DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier "wenig Hoffnung, dass sich die Geschäftsperspektiven und Investitionsabsichten deutscher Unternehmen auf der Arabischen Halbinsel und im Nahen Osten bald wieder bessern".

Hinzu kämen Unsicherheiten mit Blick auf die weltweite Ölversorgung. Trotz schlechter Weltkonjunktur seien die Ölpreise bereits in den letzten drei Monaten kontinuierlich gestiegen. "Steigen die Rohölpreise in Folge einer weiteren Eskalation nun dauerhaft weiter an, würde das Heizöl-, Benzin und Dieselkosten auch in Deutschland in die Höhe treiben – und damit Unternehmen wie Verbraucher empfindlich treffen."

Der deutsch-iranische Handel in Zahlen

Von Januar bis Oktober 2019 belief sich das bilaterale Handelsvolumen auf 1.386 Millionen Euro, das bedeutet einen Rückgang von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2.822 Millionen Euro). Dabei sanken die deutschen Exporte in den Iran gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent auf 1.212 Millionen Euro und die iranischen Exporte nach Deutschland um 56 Prozent auf 174 Millionen Euro.

Im Oktober 2019 lag das Handelsvolumen mit 134 Millionen Euro um 5 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Dabei beliefen sich die deutschen Exporte in den Iran auf 115 Millionen Euro (minus 12 Prozent gegenüber September) während sich die iranischen Ausfuhren nach Deutschland im Vormonatsvergleich auf 19 Millionen Euro fast verdoppelten.

Im Vergleich zu Oktober 2018 sanken die deutschen Ausfuhren in den Iran um 71 Prozent und die iranischen Exporte nach Deutschland um 36 Prozent.

Die wichtigsten Importgüter, die Deutschland zwischen Januar und Oktober 2019 aus dem Iran bezog, stammten aus den Kategorien "Lebende Tiere und Nahrungsmittel" (34 Prozent) , "Rohstoffe" (26 Prozent) und "Chemische Erzeugnisse" (17 Prozent).

Mehr als drei Viertel der deutschen Iran-Exporte entfielen auf "Maschinenbau und Elektronische Erzeugnisse und Fahrzeuge" (40 Prozent), "Chemische Erzeugnisse" (28 Prozent) sowie "Lebende Tiere und Nahrungsmittel" (8 Prozent).

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Den Zusammenhang zwischen den Exporten und den US-Sanktionen veranschaulicht die folgende Grafik:

Grafik zu Sanktionen

Das kurze Zwischenhoch im deutsch-iranischen Handel Ende 2018 war nicht von Dauer

© DIHK

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