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G7: Ringen um weltumspannende Wirtschaftsfragen

Informelles Forum der führenden Industrienationen mit großem Einfluss
Flaggen der G7-Staaten vor blauem Himmel

G7 – einflussreiche Akteure nicht nur in Wirtschaftsfragen

© Vector / iStock / Getty Images Plus

Deutschland hat seit Januar 2022 die G7-Präsidentschaft inne. Die drängendsten Fragen aus Ökonomie und Ökologie stehen auf der Agenda, aber auch damit zusammenhängende sicherheits- und gesellschaftspolitische Themen. Wie arbeitet das Gremium der sieben wichtigsten Industrienationen?

Es sind die sieben führenden Industrienationen und Demokratien der Welt, die sich in der Gruppe der G7 zusammenfinden: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, die Vereinigten Staaten von Amerika und zusätzlich die Europäischen Union.

Der Zusammenschluss hat einen informellen Charakter, es gibt keinen eigenen Verwaltungsapparat. Gerade deshalb spielt die jährlich wechselnde G7-Präsidentschaft eine herausgehobene Rolle. Sie organisiert im Präsidentschaftsjahr den gesamten Arbeitsprozess, die Treffen auf Expertenebene und die Fachministertreffen. So gibt sie dem Forum Ziele und Struktur. 

G7: Austausch über Ökonomie, Ökologie und viele andere wirtschaftsrelevante Themen

Ausgehend von überwiegend weltwirtschaftlichen Fragestellungen diskutieren die Experten, Minister und Staats- und Regierungschefs mittlerweile unterschiedlichste Themen – von Klima- und Umweltfragen bis zur Außen- und Sicherheitspolitik. Die Ergebnisse werden in gemeinsamen Erklärungen der Staats- und Regierungschefs, sogenannten Kommuniqués, festgehalten. Der Höhepunkt ist schließlich das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs.

Die Europäische Union wird in der Gruppe der sieben führenden Industrienationen nicht mitgezählt. Sie kein souveräner Staat, sondern eine supranationale Organisation. Entsprechend übernimmt sie auch nicht den rotierenden Vorsitz. Sie hatte seit 1977 zunächst eine Beobachterrolle, die schrittweise ausgeweitet wurde. Mittlerweile ist die EU in alle Gipfelthemen involviert.

Das erste G7-Treffen, damals noch "Weltwirtschaftsgipfel" genannt, initiierten der französische Präsident Valéry Giscard d'Estaing und der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt im Jahr 1975. Die Präsidentschaft wechselt seitdem jährlich zwischen den Mitgliedern. Deutschland hat die Präsidentschaft 2022 von Großbritannien (2021) übernommen und wird von Japan (2023) abgelöst.

Kontakt

Mann im Haus der Deutschen Wirtschaft
Klemens Kober Referatsleiter Handelspolitik, transatlantische Beziehungen und EU-Zollfragen