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Globale Geschäftsperspektiven erreichen Tiefpunkt

DIHK-Umfrage "Going International" beleuchtet die Lage deutscher Auslandsbetriebe
Hamburger Hafen für Going International

Der Welthandel wird für auslandsaktive Unternehmen immer schwieriger

© Jan-Otto / E+ / Getty Images

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie belasten weiterhin das Auslandsgeschäft deutscher Unternehmen. Das geht aus der aktuellen DIHK-Umfrage "Going International 2021" unter rund 2.400 international aktiven deutschen Betrieben hervor.

Die befragten Betriebe kommen aus verschiedensten Branchen und sind in allen Weltregionen aktiv. Ihre globalen Geschäftsperspektiven sehen sie auf einem Tiefpunkt: Mehr als drei Viertel der Unternehmen ist von Reiseeinschränkungen betroffen, 69 Prozent leiden unter abgesagten Messen und Veranstaltungen.

Fast die Hälfte muss wegen der Corona-Pandemie Investitionen streichen oder verschieben, 44 Prozent verzeichnen weniger Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen.

Mehr als ein Viertel der Betriebe erwartet weitere Verschlechterung 

In der Folge rechnen lediglich 17 Prozent der international aktiven Unternehmen für die kommenden zwölf Monate mit besseren Geschäften als im Krisenjahr 2020, eine relative Mehrheit von 27 Prozent sogar mit schlechteren. Mit dem daraus resultierenden Saldo von minus 10 Punkten beurteilen die Unternehmen ihre Geschäftsperspektiven auf den Weltmärkten durchschnittlich so schlecht wie nie zuvor seit Beginn der Befragung im Jahr 2012.

Grafik Going International 2021: Geschäftslage und -perspektive in den Weltregionen

© DIHK

Regional große Unterschiede

Je nach Zielregion unterscheiden sich die Geschäftsaussichten jedoch stark. Im chinesischen Markt erwarten 32 Prozent der deutschen Unternehmen bessere Geschäfte, nur 17 Prozent schlechtere – ein deutlich positiveres Bild als in der Vorjahresumfrage. Auch in der Eurozone rechnen für 2021 etwas mehr Unternehmen mit besseren (25 Prozent) als mit schlechteren (19 Prozent) Auslandsgeschäften.

Dagegen drohen in vielen Märkten Süd- und Mittelamerikas, Afrikas, im Nahen Osten sowie in Ländern Südost- und Osteuropas wie Russland und der Türkei Geschäftsausfälle. Ebenso in Großbritannien: Hier müssen die deutschen Unternehmen neben den pandemiebedingten Herausforderungen zusätzlich mit den Folgen des Brexits zurechtkommen.

Jedes zweite Unternehmen verzeichnet wachsende Hürden 

Neben der Corona-Pandemie belasten 2021 auch wirtschaftliche Krisensituationen sowie zunehmende Handelshemmnisse in vielen Weltregionen das Auslandsgeschäft der Unternehmen. Insgesamt berichten aktuell 47 Prozent der weltweit aktiven deutschen Unternehmen von zunehmenden Hürden im Handel.

Dazu zählen insbesondere verstärkte Sicherheitsanforderungen (53 Prozent), zusätzliche lokale Zertifizierungen (46 Prozent), Sanktionen (29 Prozent) oder höhere Zölle (25 Prozent).

Grafik Going International 2021: Handelshemmnisse Zuwachs

© DIHK

 
Aufgeschlüsselt nach Regionen spüren die Unternehmen vor allem im Vereinigten Königreich (von 11 auf 39 Prozent) und in der Eurozone (von 21 auf 37 Prozent) einen sprunghaften Anstieg der Handelshemmnisse im Vergleich zum Vorjahr. Die Brexit-Zollformalitäten im Handel mit Großbritannien sowie die zahlreichen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung im EU-Binnenmarkt machen sich hier deutlich bemerkbar.

Grafik Going International 2021: Handelshemmnisse nach Region

© DIHK

 
Die kompletten Umfrageergebnisse gibt es hier auch im PDF-Format zum Download:
"Going International 2021" (PDF, 472 KB)

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Carolin Herweg Referatsleiterin Grundsatzfragen der Außenwirtschaft und Entwicklungspolitik

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst