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Neue Herausforderungen und Chancen für deutsche Unternehmen in China

Was Chinas neuer Fünf-Jahres-Plan für die deutsche Wirtschaft bedeutet
Chinesische Arbeiter montieren in einer Fabrik ein Auto

Produktion und Geschäfte in China sind wieder auf Wachstumskurs

© Chalffy / E+ / Getty Images

Auf Platz eins der wichtigsten Handelspartner Deutschlands steht China – und das schon seit fünf Jahren. Deutsche Unternehmen beobachten daher die wirtschaftspolitischen Entscheidungen der Volksrepublik sehr genau. Auf der Sitzung des Nationalen Volkskongresses, der seit diesem Freitag (5. März) in Peking tagt, fallen traditionell die wichtigsten Entscheidungen für Chinas Wirtschaft, allen voran der neue Fünf-Jahres-Plan. Lesen Sie hier, welche Auswirkungen er auch auf die Wirtschaft hierzulande haben könnte.

Im vergangenen Jahr wuchs der Handel zwischen China und Deutschland trotz Corona-Pandemie um drei Prozent auf 212 Milliarden Euro. Damit bleibt China Deutschlands Handelspartner Nr. 1. Eine Dynamik, die auch eine aktuelle Umfrage der Deutschen Handelskammer unter den deutschen Unternehmen vor Ort bestätigt: 42 Prozent der Befragten hatten nicht nur keinen Einbruch, sondern konnten sogar eine Gewinnsteigerung gegenüber dem Vorjahr 2019 erwirtschaften.

Stärkung des chinesischen Binnenmarkts und neues Konjunkturprogramm

Für den 14. Fünf-Jahres-Plan rechnen die deutschen Unternehmen in China mit einem Fokus auf die Stärkung des heimischen Marktes (55 Prozent) und einem Konjunkturprogramm (50 Prozent). Auch signifikante Schritte bei der Klima- und Umweltschutzpolitik (37 Prozent) sowie bedeutende Fortschritte bei der Reform- und Öffnungspolitik (33 Prozent) werden erwartet.

Die längerfristige wirtschaftspolitische Perspektive des 14. Fünf-Jahres-Plans: Bis 2035 soll das Pro-Kopf-Einkommen nochmals verdoppelt werden, bis 2049 – also 100 Jahre nach der Gründung der Volksrepublik – will China eine etablierte Welt- und Wirtschaftsmacht sein.

Unabhängigkeit Chinas im Hochtechnologiebereich

China wolle dazu unter anderem die Abhängigkeit Chinas vom Ausland insbesondere im Hochtechnologiebereich verringern, erklärte Premier Li Keqiang. Mit dem neuen Entwicklungsparadigma "Dual Circulation" werde nicht das Ende der chinesischen Öffnung gegenüber dem Ausland eingeläutet, so Li: Vielmehr gehe es um eine Stärkung des Binnenmarktes bei stabiler Handelsbilanz und eine gezielte Förderung von Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit. Marktkräfte werden demnach auch weiterhin kontrolliert zugelassen, und das Umfeld für kleinere und mittlere Unternehmen soll verbessert werden.

Staatseigene Unternehmen werden als Global Player aber eher noch an Bedeutung gewinnen; die Erweiterung des chinesischen Freihandelsnetzes und der Ausbau der Belt and Road Initiative (Neue Seidenstraßeninitiative) stehen auf dem Programm. Ziel ist auch eine zügige Umsetzung des Ende 2020 im Grundsatz vereinbarten EU-China-Investitionsabkommens (Comprehensive Agreement on Investment).

Darüber hinaus werden die Reform der Gesundheits- und Sozialsysteme sowie des Finanzmarktsystems die chinesische Regierung beschäftigen. Unter anderem soll die Digitalisierung des Renminbi vorangetrieben werden.

Betriebe vieler Branchen rechnen mit positiver Entwicklung

Für die rund 5.200 deutschen Unternehmen im Land bedeutet dies in absehbarer Zukunft allen Herausforderungen zum Trotz mehr Chancen. Insbesondere die Automobil- und Elektronikbranche, aber auch Chemie, Maschinenbau und Dienstleistungen rechnen sich eine verbesserte Entwicklung aus.

Zwar werden chinesische Wettbewerber immer mehr zu wichtigen Konkurrenten und Innovationstreibern. Gleichzeitig gehen 77 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass sich ihre Branche in China im laufenden Jahr besser entwickeln wird als in anderen Märkten. 96 Prozent haben keinerlei Pläne, das Land zu verlassen, und 72 Prozent wollen weiter investieren.

Verstärkt durch die Corona-Pandemie und damit verbundene Reiserestriktionen, aber auch den Konflikt zwischen den USA und China ist dabei ein zunehmender Lokalisierungstrend zu beobachten.

Für 2021 nannte Premier Li Keqiang ein Wachstumsziel von über 6 Prozent; der Internationale Währungsfonds prognostiziert für die chinesische Volkswirtschaft im Jahr 2021 sogar ein Wachstum von über 8 Prozent. China bleibt damit ein wichtiger Markt für die deutsche Wirtschaft.

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Vera Philipps Referatsleiterin Ostasien (Greater China, Japan, Korea) | APA: Korea, Taiwan

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Porträtbild Thomas König, Referatsleiter Ostasien
Thomas König Referent Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA) mit Schwerpunkt China