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Steuereinnahmen 2020 um 7,3 Prozent gesunken

Folgen der Corona-Pandemie prägen Steueraufkommen 2020
Steuer: Gewinn- und Verlustrechnung

Steuerliche Erleichterungen sollen helfen, die Pandemiefolgen abzufedern

© kontrast-fotodesign / E+ / Getty Images

Nachdem das Wirtschaftswachstum 2020 um 5 Prozent im Vergleich zu 2019 zurückging, liegen nun auch aktuelle Zahlen für die Entwicklung der Steuereinnahmen in dem von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020 vor. Im Haushaltsjahr 2020 ist das Steueraufkommen (ohne Gemeindesteuern) insgesamt um 7,3 Prozent gegenüber 2019 gesunken. Die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern verringerten sich um 8,6 Prozent; das Aufkommen der Bundessteuern sank um 3,6 Prozent. Die Ländersteuern verzeichneten einen Einnahmezuwachs von 7,4 Prozent.

Die Entwicklung des Steueraufkommens in den einzelnen Steuerarten verlief unterschiedlich. Im Haushaltsjahr 2020 lag das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen um 4,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Die auf die unternehmerische Tätigkeit bezogenen Steuerarten ‚Körperschaftsteuer‘ und ‚veranlagte Einkommensteuer‘ verzeichneten höhere Aufkommensrückgänge (Körperschaftsteueraufkommen -24,2 Prozent; veranlagte Einkommensteuer - 7,4 Prozent, jeweils gegenüber dem Vorjahr).

Corona-Maßnahmen wirken sich aus

Aufgrund der temporären Umsatzsteuersenkung, dem gesunkenen privaten Konsum sowie rückläufigen Importen ging das kassenmäßige Aufkommen der Steuern vom Umsatz um 9,8 Prozent gegenüber 2019 zurück. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Steuern vom Umsatz den höchsten Beitrag zum Gesamtsteueraufkommen in Höhe von rund 30 Prozent leisten. In Milliarden ausgedrückt bedeutet das für 2020 einen Rückgang von fast 24 Mrd. Euro. Dagegen stieg das kassenmäßige Aufkommen der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge im Haushaltsjahr 2020 um 31,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Aufkommen aus den Bundessteuern ging um 3,6 Prozent gegenüber 2019 zurück. Wesentlichen Einfluss hatten geringere Bezüge von Strom und Energie durch Einschränkungen der Geschäftstätigkeit in den Unternehmen (Stromsteuer -1,9 Prozent, Energiesteuer -7,5 Prozent) und der nahezu zum Erliegen gekommene Luftverkehr (Luftverkehrsteuer -75,3 Prozent). Die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer gingen auf Jahresbasis um 4,9 Prozent zurück.

Bund verzeichnet stärkeren Steuerrückgang als Länder

In der Jahresgesamtbetrachtung 2020 sind vor allem die Steuereinnahmen des Bundes stark rückläufig gewesen. Sie verzeichneten nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen im Jahr 2020 einen Rückgang um 14 Prozent gegenüber 2019. Die Einnahmen des Bundes aus den Gemeinschaftssteuern verringerten sich um 13,1 Prozent. Unter anderem durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz hat sich der Anteil des Bundes an den Steuern vom Umsatz zugunsten von Ländern und Gemeinden gegenüber dem Vorjahr beträchtlich verringert.

Damit wurden die Steuermindereinnahmen der Länder durch den aus dem Lohnsteueraufkommen gezahlten einmaligen Kinderbonus sowie durch die temporäre Steuersatzsenkung bei der Umsatzsteuer kompensiert. Zudem beteiligte der Bund sich erneut an den flüchtlingsbezogenen Kosten der Länder. Da sich das Aufkommen der Steuern vom Umsatz zudem durch die Umsatzsteuersatzsenkung auch insgesamt verringerte, sanken allein die Einnahmen des Bundes aus dem Aufkommen der Steuern vom Umsatz um 20,6 Prozent gegenüber 2019.

Die Länder verbuchten nach Bundesergänzungszuweisungen ein leichtes Minus ihrer Steuereinnahmen im Jahr 2020 in Höhe von 2,5 Prozent. Die Ländereinnahmen aus den Gemeinschaftssteuern verringerten sich 2020 um 5,3 Prozent. Demgegenüber war bei den Ländersteuern ein deutliches Plus von 7,4 Prozent zu verzeichnen. Alle Ländersteuern bis auf die Biersteuer (-8,2 Prozent vor allem durch den gesunkenen Absatz in der Gastronomie) verzeichneten 2020 höhere Einnahmen. Besonders stark fiel der Zuwachs bei der Erbschaftsteuer aus (+ 23,1 Prozent).

Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den Gemeinschaftssteuern gingen im Gesamtjahr 2020 um 2,5 Prozent zurück.

Kontakt

Porträtfoto Malte Weisshaar
Malte Weisshaar Referatsleiter Steuern in der EU | EU-Haushalt | Energiesteuern