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Vertrauensdienste und eIDAS

Unterschrift auf Tablet.

Eine digitale Unterschrift ersetzt weder elektronische Signatur noch elektronisches Siegel

© ilkercelik / iStock / Getty Images Plus

Immer mehr Internetdienste werden grenzüberschreitend angeboten und erfordern rechtssichere Verfahren zur Identifizierung des Geschäftspartners und zur vertrauenswürdigen Abwicklung der Geschäftsprozesse. Der DIHK hat sich deshalb zum Thema "Vertrauensdienste" und elektronische Siegel positioniert.

Vertrauensdienstegesetz

Mit seinem Mitte Oktober 2016 vorgelegten Referentenentwurf eines Vertrauensdienstegesetzes hat das Bundeswirtschaftsministerium nach Auffassung des DIHK die Chance vertan, den in der eIDAS-Verordnung (siehe unten) vorgesehenen neuen Vertrauensdiensten, insbesondere den elektronischen Siegeln, zu einem breiten Einsatz zu verhelfen.

Der Gesetzentwurf soll die zugrundeliegende eIDAS-Verordnung konkretisieren. Der DIHK hebt lobend hervor, dass er tatsächlich nur dann Regelungsvorschläge unterbreitet, wenn die Verordnung zu vage ist, und somit Doppelregelungen vermeidet.

Allerdings seien im Referentenentwurf einige zusätzliche Anforderungen an hiesige Vertrauensdiensteanbieter enthalten, was im europäischen Vergleich zu Wettbewerbsverzerrungen führen könne, kritisiert der DIHK im November 2016 in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem Forum elektronische Vertrauensdienste (F-e-V):

Stellungnahme Vertrauensdienstegesetz (PDF, 73 KB)

eIDAS-Verordnung

Die EU-Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste ermöglicht es nunmehr auch juristischen Personen, sich dauerhaft und fälschungssicher als Absender eines elektronischen Dokumentes auszuweisen. Bislang bestand diese Möglichkeit nur – mittels elektronischer Signatur – für natürliche Personen.

Elektronische Siegel bieten nun die Grundlage für ein effizientes E-Government und für intelligente elektronische Workflows: Behörden, Verbände, Unternehmen und andere Organisationen können viele zuvor noch an die Papierform gebundene Verfahren elektronisch durchführen – etwa den Versand von Behördenbescheiden.

Gleichzeitig lassen sich Prozesse, die bis dato ungesichert und mit hohem Betrugspotenzial durchgeführt wurden, auf eine verlässliche Basis stellen, beispielsweise der elektronische Versand von Bewerbungsunterlagen oder der geschäftliche E-Mail-Verkehr.

Konkrete Einsatzszenarien regelt die eIDAS-Verordnung allerdings nicht, diese bleiben eine Angelegenheit der jeweiligen EU-Mitgliedstaaten. Und: Damit sich die elektronischen Siegel erfolgreich im deutschen Behörden- und Geschäftsalltag etablieren, müssen noch weitere gesetzliche, organisatorische und technische Voraussetzungen geschaffen werden.

In seinem White Paper "Sichere (elektronische) Dokumente – Alles, was Sie zur neuen eIDAS-Verordnung wissen müssen" hat das vom DIHK koordinierte Forum elektronische Vertrauensdienste im Juni 2016 die zentralen Informationen zusammengestellt.

Die Veröffentlichung schildert zahlreiche Einsatzszenarien, von der Beglaubigung über den Kontoauszug bis hin zum Softwareschutz. Sie beleuchtet die Inhalte der Verordnung, die darin behandelten Vertrauensdienste, das Verhältnis zur elektronischen Signatur sowie die technische Umsetzung und relevante Standards. Und nicht zuletzt kommen natürlich auch die Erfolgsfaktoren für eine breite Akzeptanz zur Sprache:

"Sichere (elektronische) Dokumente": White Paper des Forums elektronische Vertrauensdienste (PDF, 1 MB)


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Frau steht vor Gemälde.
Dr. Katrin Sobania Referatsleiterin Informations- und Kommunikationstechnologie | E-Government | Postdienste | IT-Sicherheit