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DIHK-Innovationsreport 2017

Mann überprüft Maschine per Tablet.

Ist Industrie 4.0 in Deutschland schon Standard? Der DIHK untersucht die Innovationsdynamik

© ipopba / iStock / Getty Images Plus

Die Innovationsdynamik verliert an Schwung: Zu diesem Ergebnis kommt der vom DIHK im September veröffentlichte Innovationsreport 2017. Die Umfrage spiegelt die Einschätzung von mehr als 1.700 innovationstätigen Betrieben wider.

Die Unternehmen wollten "zwar ihre Aktivitäten unter dem Strich ausweiten", berichtete DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, "allerdings nicht mehr so stark wie in vorherigen Jahren". Besonders der Mittelstand mache Abstriche, so Wansleben. Dabei gehe "die Schere zwischen größeren und kleineren Unternehmen immer weiter auseinander".

Das größte Innovationshemmnis sehen die Umfrageteilnehmer im Fachkräftemangel. 82 Prozent der Betriebe schränken der Erhebung zufolge ihre Innovationstätigkeit ein, weil sie keine geeigneten Facharbeiter, Akademiker oder Auszubildenden finden. Während sich die Situation bei Akademikern etwas entspannt, spitzt sich die Lage bei Facharbeitern und Auszubildenden weiter zu. "Gerade den Mittelständlern fällt es zusehends schwerer, geeignetes Personal zu finden", betonte der DIHK-Hauptgeschäftsführer.

Die hohen bürokratischen Anforderungen im Innovationsprozess machen knapp zwei Dritteln der Unternehmen zu schaffen. Dazu zählen beispielsweise der Zeit-und Kostenaufwand bei Zulassungs-und Genehmigungsverfahren, aber auch regulatorische Anforderungen. "Umso wichtiger ist es, dass die Politik hierzulande Gesetzesvorschläge auf Innovationsfreundlichkeit prüft und bürokratische Hürden rund um Innovationen abbaut", forderte Wansleben.

"Die Digitalisierung funktioniert nur mit schnellem Internet", gab er zudem zu bedenken. Für fast sechs von zehn Unternehmen sei eine mangelhafte Breitbandanbindung mittlerweile eine Bremse für ihre Innovationsaktivitäten. "Aus Sicht der Wirtschaft ist die vorrangige Anbindung aller Unternehmens- und Gewerbestandorte erforderlich", forderte Wansleben. "Wichtige Zukunftstechnologien wie das Internet der Dinge oder das autonome Fahren erfordern einen zügigen Aufbau einer 5G-Infrastruktur."

Und nicht zuletzt betrachte inzwischen fast jedes zweite Unternehmen das Fehlen einer steuerlichen Forschungsförderung als Hemmschuh für die eigenen Innovationsaktivitäten. "Eine steuerliche FuE-Förderung zusätzlich zur bewährten Projektförderung könnte den Innovationsoutput der betroffenen Betriebe unterstützen", so Wansleben, "aber auch den mit ihnen verbundenen Dienstleistern, Zulieferern und Kunden Impulse geben."

Die Umfrageergebnisse gibt es hier:

DIHK-Innovationsreport 2017 (PDF, 393 KB)

Kontakt

Porträtbild Dr. Susanne Gewinnus, Referatsleiterin Industrie | Forschung
Dr. Susanne Gewinnus kommissarische Referatsleiterin Innovationspolitik