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Elektromobilität: Hier gibt es Fördermittel

E-Auto an der Ladestation

Soll immer selbstverständlicher werden: "Tanken an der Steckdose"

© Naruecha Jenthaisong / EyeEm / Getty Images

Elektromobilität gilt weltweit als Schlüssel für klimafreundliche Mobilität und Innovation – ganz besonders dann, wenn Elektrofahrzeuge mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben werden.

Hierzulande fördert die Bundesregierung die Entwicklung und den Hochlauf der Elektromobilität mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket, das kontinuierlich erweitert und angepasst wird. Dazu gehören die Unterstützung von Forschung und Entwicklung, eine Kaufprämie für Elektroautos, der Ausbau der Ladeinfrastruktur und Beschaffungsziele für die öffentliche Hand.

Einige Zahlen zur Lage der Elektromobilität in Deutschland (Stand: Juli 2022):

Verteilung der 40.000 Ladepunkte folgt der Bevölkerungsdichte

Deutschlandweit waren Ende Juni 2022 insgesamt rund 28.750 öffentlich zugängliche Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Betrieb, 6.100 mehr als im Vorjahresquartal. Bei rund 17 Prozent der Angebote handelt es sich um Schnell-Ladesäulen – das bedeutet, ihre Leistung liegt zwischen 150 und 350 Kilowattstunden. Zum Vergleich: Private Normal-Ladesäulen leisten nur 11 Kilowattstunden, öffentliche 22 Kilowattstunden.

Eine Ladesäule enthält mehrere Ladepunkte. Die aktuell 28.750 öffentlichen Säulen stehen für rund 40.000 Ladepunkte. Die große Mehrheit davon verteilt sich auf Bayern (über 8.300), Nordrhein-Westfalen (mehr als 7.000) und Baden-Württemberg (gut 6.000), also die Regionen, die am dichtesten besiedelt sind und die meisten Elektroautos registriert haben.

Deutschland EU-Spitzenreiter bei Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen

Die Elektromobilität boomt zwar in der gesamten Europäischen Union, doch gingen in Deutschland im Jahr 2021 die EU-weit meisten Elektroautos an den Start. Mit rund 356.000 Neuzulassungen wurde hierzulande im Vergleich zu 2020 ein Plus von rund 83 Prozent erreicht.

Das Jahr 2022 hat auch für den Markt für Elektroautos gut begonnen: Zwischen Januar und Mai 2022 wurden mehr als 135.000 neue Fahrzeuge zugelassen.

Am 1. April 2022 betrug die Gesamtzahl zugelassener Elektroautos mehr als 687.000, dazu kamen weitere 623.000 Plug-In-Hybridautos. Der Anteil reiner Batterie-Elektrofahrzeuge am Pkw-Bestand liegt aktuell in Deutschland bei circa 1,4 Prozent, die Quote der Plug-In-Hybride (PHEV) rangiert bei 1,28 Prozent.

Zielerreichung in Gefahr?

Dass Deutschland sein Ziel von 15 Millionen zugelassenen Elektroautos bis 2030 erreichen wird, bezweifelt die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC: In einer Ende Juni veröffentlichten Studie gehen die Berater davon aus, dass nur 10,5 Millionen Elektrofahrzeuge auf die Straße gebracht werden können. Und auch für diese würden laut PwC mindestens 340.000 öffentliche Schnellladepunkte benötigt – die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass beim derzeitigen Ausbautempo nur 210.000 davon erreicht werden.

Die Bundesregierung hat bislang 800 Millionen Euro in die Förderung von Wall Boxes investiert.

Bundesförderprogramme im Überblick

Hier stellen wir eine Auswahl von Förderprogrammen vor, mit denen der Bund Unternehmen unterstützt (Stand April 2022). Auch auf Ebene der Bundesländer werden Förderprogramme angeboten, die in einigen Fällen mit den nationalen Programmen kumuliert werden können.

Alle Angaben ohne Gewähr.

Förderungen für die Erweiterung der Ladeinfrastruktur

(bis zum 31. Dezember 2025)

Das BMVI hat bis Ende 2025 zusätzliche 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Bis dahin müssen mindestens 50.000 Ladepunkte (davon mindestens 20.000 Schnell-Ladepunkte) errichtet werden.

Das Bundesförderprogramm, das 2017 gestartet wurde, bezuschusst Normal- und Schnell-Ladepunkte zu einem Höchstbetrag von 60 Prozent der Anschaffungskosten. Auch die Kosten für den Netzanschluss oder Kombinationen aus Netzanschluss und Pufferspeicher sind bis zu einem Höchstbetrag von 60 Prozent förderfähig.

Mehr Infos unter www.bmvi.de.

Seit dem 23. November 2021 bis Ende des Jahres 2022 können Förderanträge gestellt werden. Unternehmen und Kommunen können eine Prämie von 900 Euro für den Kauf und die Installation einer Ladestation auf Parkplätzen und in Garagen von Gebäuden, die für die gewerbliche und kommunale Nutzung oder für das Abstellen von Fahrzeugen von Angestellten vorgesehen sind, erhalten.

Mehr Infos unter www.now-gmbh.de.

Am 20. Dezember 2021 startete eine Ausschreibung der Autobahn GmbH des Bundes für 200 Schnell-Ladestandorte an unbewirtschafteten Rastanlagen entlang der Bundesautobahnen.

Mehr Infos unter www.nationale-leitstelle.de.  

Förderungen für Elektroautos

"Klimaschutzoffensive für den Mittelstand" (Modul F) 

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet KMU und Selbstständigen innerhalb der EU bis zu 25 Millionen Euro Kreditbetrag und 100 Prozent der förderfähigen Kosten für Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen in Anlehnung an die EU-Taxonomie. Die Mindestlaufzeit beträgt fünf Jahre und es besteht die Möglichkeit der Kumulierung mit einem Klimazuschuss (bis zu 3 Prozent des Kreditbetrags).

Mehr Infos unter www.kfw.de.

Mit dem Umweltbonus wird seit 2016 der Erwerb von Elektrofahrzeugen, aufladbaren Hybrid-Elektrofahrzeugen sowie Wasserstoff-/Brennstoffzellenfahrzeugen gefördert. In der Folge stieg die Zahl der Zulassungen deutlich, insbesondere zwischen 2019 und 2021. Allein im Jahr 2021 wurden über 350.000 reine Elektrofahrzeuge zugelassen.

Bis 2022 haben mehr als 560.000 Unternehmen und 452.000 Privatpersonen einen Umweltbonus beantragt – 60 Prozent für reine Elektrofahrzeuge, 40 Prozent für Plug-In-Hybride.

Förderfähig ist nach dem Koalitionsvertrag der Erwerb (Kauf oder Leasing) eines Elektrofahrzeuges, welches erstmalig zugelassen wird und einen Netto-Listenpreis des Basismodells von 65.000 Euro nicht überschreitet. Der Bundesanteil beträgt für reine Elektrofahrzeuge zwei Drittel (höchstens 6.000 Euro), der Anteil des Herstellers ein Drittel (höchstens 3.000 Euro).

Die staatlichen Zuschüsse werden jedoch deutlich zurückgefahren: Ende Juli 2022 einigte sich die Bundesregierung auf ein neues Fördersystem ab 2023, das auf rein batterieelektrische Fahrzeuge beschränkt ist.

So entfallen ab dem 1. Januar 2023 die Zuschüsse für Plug-in-Hybridfahrzeuge komplett. Für batterieelektrische und Brennstoffzellen-Fahrzeuge beträgt der Bundesanteil der Umweltbonus-Förderung (inklusive der Innovationsprämie) dann

  • 4.500 Euro bei einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro und
  • 3.000 Euro bei einem Nettolistenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro.

Ab dem 1. September 2023 wird die Förderung auf Privatpersonen beschränkt – ob auch Kleingewerbetreibende und gemeinnützige Organisationen einbezogen bleiben können, ist laut Bundeswirtschaftsministerium noch in Prüfung.

Ab dem 1. Januar 2024 wird nur noch die Anschaffung von batterieelektrischen und Brennstoffzellen-Fahrzeugen mit einem Nettolistenpreis bis zu 45.000 Euro mit 3.000 Euro gefördert.

Maßgeblich für die Förderung soll auch zukünftig das Datum des Förderantrags bleiben, der die Fahrzeugzulassung voraussetzt.

Zudem ist ein Förderdeckel geplant: Für 2023 sollen 2,1 Milliarden Euro bereitgestellt werden, für 2023 noch 1,3 Milliarden Euro. Sind die Mittel ausgeschöpft, endet die Förderung mit dem Umweltbonus.

Mehr Infos rund um die Elektromobilität finden Sie unter www.bafa.de.

Eine FAQ-Liste gibt es auch auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums.

Der Umweltbonus (inklusive Innovationsprämie) ist mit den Förderungen "Elektromobilität" und "Sozial und mobil" kumulierbar.

(vom 14. Dezember 2020)

Voraussetzungen hängen vom Förderaufruf ab.

Für Zuschüsse, die der Verordnung 651/2014 über staatliche Beihilfen unterliegen, können bis zu 50 Prozent der Kosten (bei KMU sogar mehr) finanziert werden. Wenn der Zuschuss keine staatliche Beihilfe darstellt, kann eine Beteiligungsfinanzierung von bis zu 80 Prozent gewährt werden.

Mehr Infos unter www.foerderdatenbank.de.

(bis zum 31. Dezember 2022) 

Das Förderprogramm "Sozial und mobil" richtet sich an Organisationen und Unternehmen, die im Sozial- oder Gesundheitsbereich (insbesondere Altenheime, mobile Pflegedienste, Tagesstätten für Kinder) tätig sind oder an Unternehmen, die Leasingfahrzeuge an diese Organisationen vermieten.

Das Programm zielt darauf ab, die älteren Fahrzeugflotten auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

Wenn die Hilfe als "De-minimis"-Beihilfe gilt, können KMU eine Unterstützung in Höhe von 10.000 Euro/Fahrzeug einen Zuschuss zur Finanzierung der zugehörigen Ladeinfrastruktur erhalten. Für andere Unternehmen können je nach Größe zwischen 40 und 60 Prozent der Kosten finanziert werden (die Ladeinfrastruktur wird in diesem Fall nicht finanziert).

Mehr Infos unter www.bmuv.de.

Neuer Masterplan für  Ladeinfrastruktur ante portas

Der "Masterplan Ladeinfrastruktur II" wird derzeit in den Ministerien diskutiert. Bis zum Sommer will das Bundesverkehrsministerium die Neuauflage des aus dem Jahr 2019 stammenden Masterplans Ladeinfrastruktur vorstellen.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing beabsichtigt, den Aufbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland zu beschleunigen, um das im Koalitionsvertrag festgelegte Ziel von 15 Millionen Elektrofahrzeugen und 1 Million öffentlich zugänglicher Ladestationen bis 2030 zu erreichen. Wissing zufolge gibt es aktuell in der Hälfte der deutschen Gemeinden noch nicht einmal einen einzigen öffentlich zugänglichen Ladepunkt.

Kontakt

Louise Maizières
Louise Maizières Referatsleiterin für Wasserstoff, Wärme und alternative Antriebe