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Elektromobilität: Hier gibt es Fördermittel

E-Auto an der Ladestation

Soll immer selbstverständlicher werden: "Tanken an der Steckdose"

© Naruecha Jenthaisong / EyeEm / Getty Images

Elektromobilität gilt weltweit als Schlüssel für klimafreundliche Mobilität und Innovation – ganz besonders dann, wenn Elektrofahrzeuge mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben werden.

Hierzulande fördert die Bundesregierung die Entwicklung und den Hochlauf der Elektromobilität mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket, das kontinuierlich erweitert und angepasst wird. Dazu gehören die Unterstützung von Forschung und Entwicklung, eine Kaufprämie für Elektroautos, der Ausbau der Ladeinfrastruktur und Beschaffungsziele für die öffentliche Hand.

Einzige Zahlen zur Lage der Elektromobilität in Deutschland (Stand: April 2022):

Verteilung der 40.000 Ladepunkte folgt der Bevölkerungsdichte

Deutschlandweit waren im März 2022 insgesamt rund 28.100 öffentlich zugängliche Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Betrieb, 6.100 mehr als im Vorjahresquartal. Bei rund 15 Prozent der Angebote handelt es sich um Schnell-Ladesäulen – das bedeutet, ihre Leistung liegt zwischen 150 und 350 Kilowattstunden. Zum Vergleich: Private Normal-Ladesäulen leisten nur 11 Kilowattstunden, öffentliche 22 Kilowattstunden.

Eine Ladesäule enthält mehrere Ladepunkte. Die aktuell 28.100 öffentlichen Säulen stehen für rund 40.000 Ladepunkte. Die große Mehrheit davon verteilt sich auf Bayern (über 8.300), Nordrhein-Westfalen (mehr als 7.000) und Baden-Württemberg (gut 6.000), also die Regionen, die am dichtesten besiedelt sind und die meisten Elektroautos registriert haben.

Deutschland EU-Spitzenreiter bei Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen

Die Elektromobilität boomt zwar in der gesamten Europäischen Union, doch gingen in Deutschland im Jahr 2021 die EU-weit meisten Elektroautos an den Start. Mit rund 356.000 Neuzulassungen wurde hierzulande im Vergleich zu 2020 ein Plus von rund 83 Prozent erreicht.

Am 1. Januar 2022 betrug die Gesamtzahl zugelassener Elektroautos rund 620.000, dazu kamen weitere 570.000 Plug-In-Hybridautos. Der Anteil reiner Batterie-Elektrofahrzeuge am Pkw-Bestand liegt 2022 in Deutschland circa 1,3 Prozent, die Quote der Plug-In-Hybride (PHEV) rangiert ebenfalls bei 1,3 Prozent.

Die Bundesregierung hat bislang 800 Millionen Euro in die Förderung von Wall Boxes investiert.

Bundesförderprogramme im Überblick

Hier stellen wir eine Auswahl von Förderprogrammen vor, mit denen der Bund Unternehmen unterstützt (Stand April 2022). Auch auf Ebene der Bundesländer werden Förderprogramme angeboten, die in einigen Fällen mit den nationalen Programmen kumuliert werden können.

Alle Angaben ohne Gewähr.

Förderungen für die Erweiterung der Ladeinfrastruktur

Am 7. April 2022 hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing die neue Förderrichtlinie vorgestellt. Sie unterstützt Kommunen und Unternehmen bei der Entwicklung innovativer Konzepte, um den Einsatz von Elektromobilität zu planen und zu erweitern. Diese neuen Förderrichtlinien legen den Schwerpunkt auf die Digitalisierung.

Bis zu 80 Prozent der Ausgaben werden mit bis zu 100.000 Euro (netto) gefördert. Die Antragsfrist endet am 19. Mai 2022.

Mehr Infos unter www.bmvi.de

(bis zum 31. Dezember 2025)

Das BMVI hat bis Ende 2025 zusätzliche 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Bis dahin müssen mindestens 50.000 Ladepunkte (davon mindestens 20.000 Schnell-Ladepunkte) errichtet werden.

Das Bundesförderprogramm, das 2017 gestartet wurde, bezuschusst Normal- und Schnell-Ladepunkte zu einem Höchstbetrag von 60 Prozent der Anschaffungskosten. Auch die Kosten für den Netzanschluss oder Kombinationen aus Netzanschluss und Pufferspeicher sind bis zu einem Höchstbetrag von 60 Prozent förderfähig.

Mehr Infos unter www.bmvi.de.

Seit dem 23. November 2021 bis Ende des Jahres 2022 können Förderanträge gestellt werden. Unternehmen und Kommunen können eine Prämie von 900 Euro für den Kauf und die Installation einer Ladestation auf Parkplätzen und in Garagen von Gebäuden, die für die gewerbliche und kommunale Nutzung oder für das Abstellen von Fahrzeugen von Angestellten vorgesehen sind, erhalten.

Mehr Infos unter www.now-gmbh.de.

Am 20. Dezember 2021 startete eine Ausschreibung der Autobahn GmbH des Bundes für 200 Schnell-Ladestandorte an unbewirtschafteten Rastanlagen entlang der Bundesautobahnen.

Mehr Infos unter www.nationale-leitstelle.de.  

Förderungen für Elektroautos

"Klimaschutzoffensive für den Mittelstand" (Modul F) 

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet KMU und Selbstständigen innerhalb der EU bis zu 25 Millionen Euro Kreditbetrag und 100 Prozent der förderfähigen Kosten für Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen in Anlehnung an die EU-Taxonomie. Die Mindestlaufzeit beträgt fünf Jahre und es besteht die Möglichkeit der Kumulierung mit einem Klimazuschuss (bis zu 3 Prozent des Kreditbetrags).

Mehr Infos unter www.kfw.de.

Ende 2021 wurde das Ziel von einer Million Elektrofahrzeuge der vorherigen Regierung erreicht. Bis 2022 haben über 560.000 Unternehmen und 452.000 Privatpersonen einen Umweltbonus beantragt, davon 60 Prozent für reine Elektrofahrzeuge und 40 Prozent für Plug-In-Hybride.

Die Zahl der Zulassungen ist seit seinem Inkrafttreten im Jahr 2016 deutlich angestiegen. Insbesondere zwischen 2019 und 2021. Allein im Jahr 2021 wurden über 350.000 reine Elektrofahrzeuge zugelassen.

Förderfähig ist nach dem Koalitionsvertrag der Erwerb (Kauf oder Leasing) eines Elektrofahrzeuges, welches erstmalig zugelassen wird und einen Netto-Listenpreis des Basismodells von 65.000 Euro nicht überschreitet. Der Bundesanteil beträgt für reine Elektrofahrzeuge zwei Drittel (höchstens 6.000 Euro), der Anteil des Herstellers ein Drittel (höchstens 3.000 Euro).

Den Mitte April vom Bundeswirtschaftsministerium unterbreiteten Vorschlägen zufolge sollen jedoch Zuschüsse für Plug-in-Hybridfahrzeuge bis Ende 2022 gestrichen werden. Auch die Zuschüsse für reine Elektroautos sollen schrittweise gekürzt werden. Wenn die Pläne Gesetz werden, beträgt der Bundesanteil 2023 noch 4.000 Euro, in den Jahren 2024 und 2025 dann nur noch 3.000 Euro.

Außerdem wird ab Januar 2023 die Berechnungsgrundlage für die Bestimmung der Höhe der Zuschüsse der Gesamtpreis des Fahrzeugs (brutto) inklusive Sonderausstattungen sein und nicht mehr der Nettopreis des Basismodells. Die Obergrenze für die Förderung würde künftig bei 65.000 Euro für den Gesamtpreis des Fahrzeugs liegen.

Schließlich soll die Mindesthaltedauer laut Regierungsankündigungen von sechs auf zwölf Monate erhöht werden.

Mehr Infos unter www.bafa.de.

Der Umweltbonus ist mit der "Innovationsprämie" sowie mit den Förderungen "Elektromobilität" und "Sozial und mobil" kumulierbar.

(vom 14. Dezember 2020)

Voraussetzungen hängen vom Förderaufruf ab.

Für Zuschüsse, die der Verordnung 651/2014 über staatliche Beihilfen unterliegen, können bis zu 50 Prozent der Kosten (bei KMU sogar mehr) finanziert werden. Wenn der Zuschuss keine staatliche Beihilfe darstellt, kann eine Beteiligungsfinanzierung von bis zu 80 Prozent gewährt werden.

Mehr Infos unter www.foerderdatenbank.de.

(bis zum 31. Dezember 2022) 

Das Förderprogramm "Sozial und mobil" richtet sich an Organisationen und Unternehmen, die im Sozial- oder Gesundheitsbereich (insbesondere Altenheime, mobile Pflegedienste, Tagesstätten für Kinder) tätig sind oder an Unternehmen, die Leasingfahrzeuge an diese Organisationen vermieten.

Das Programm zielt darauf ab, die älteren Fahrzeugflotten auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

Wenn die Hilfe als "De-minimis"-Beihilfe gilt, können KMU eine Unterstützung in Höhe von 10.000 Euro/Fahrzeug einen Zuschuss zur Finanzierung der zugehörigen Ladeinfrastruktur erhalten. Für andere Unternehmen können je nach Größe zwischen 40 und 60 Prozent der Kosten finanziert werden (die Ladeinfrastruktur wird in diesem Fall nicht finanziert).

Mehr Infos unter www.bmuv.de.

Neuer Masterplan für  Ladeinfrastruktur ante portas

Der "Masterplan Ladeinfrastruktur II" wird derzeit in den Ministerien diskutiert. Bis zum Sommer will das Bundesverkehrsministerium die Neuauflage des aus dem Jahr 2019 stammenden Masterplans Ladeinfrastruktur vorstellen.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing beabsichtigt, den Aufbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland zu beschleunigen, um das im Koalitionsvertrag festgelegte Ziel von 15 Millionen Elektrofahrzeugen und 1 Million öffentlich zugänglicher Ladestationen bis 2030 zu erreichen. Wissing zufolge gibt es aktuell in der Hälfte der deutschen Gemeinden noch nicht einmal einen einzigen öffentlich zugänglichen Ladepunkt.

Kontakt

Louise Maizières
Louise Maizieres Referatsleiterin für Wasserstoff, Wärme und alternative Antriebe