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Energiewende-Barometer 2017: Stromzusatzkosten senken!

Stromzähler

© iStock / Getty Images Plus/ PeJo29

Dass sich die Strompreise sich für Deutschland mittlerweile zu einem echten Standortnachteil entwickelt haben, ist eines der Ergebnisse des Energiewende-Barometers 2017, das der DIHK im September veröffentlicht hat.

Der hohe Strompreis und der schleppende Netzausbau bereiten den Unternehmen Sorgen. Das zeigt einmal mehr die im September 2017 vom DIHK vorgestellte IHK-Umfrage zur Energiewende. Eine weitere wichtige Aufgabe für die Politik bleibt zudem die Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte.

An der Online-Erhebung für das "IHK-Energiewende-Barometer 2017" beteiligten sich 2.250 Mitgliedsunternehmen der IHK-Organisation.

Den Hauptkritikpunkt brachte DIHK-Präsident Eric Schweitzer so auf den Punkt: "Die Strompreise haben sich für Deutschland mittlerweile zu einem echten Standortnachteil entwickelt", stellte er fest. "Es ist der Politik in dieser Legislaturperiode nicht gelungen, den Anstieg der Stromzusatzkosten zu beenden."

Die Umlage aus dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), Netzentgelte, Stromsteuer und weitere Umlagen machten für die Industrieunternehmen inzwischen rund 80 Prozent der Stromkosten aus, so Schweitzer. Diese Zusatzkosten seien mittlerweile viermal so hoch wie der eigentliche Strompreis. Allein die EEG-Umlage habe in den vergangenen vier Jahren um 30 Prozent zugelegt.

"Daher ist die wichtigste Forderung der Unternehmen in unserem Energiewende-Barometer an die nächste Regierungskoalition: Stromzusatzkosten senken", betonte der DIHK-Präsident. Der DIHK schlage hierzu vor, Teile der EEG-Umlage aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. "Das entlastet Wirtschaft und Verbraucher direkt und stärkt den Investitionsstandort Deutschland."

Als größtes Risiko für die künftige Kostenentwicklung und eine sichere Stromversorgung nannte Schweitzer den "Netzausbau im Zeitlupentempo". Darunter litten vor allem die für die Gesamtwirtschaft sehr wichtigen Betriebe in Süddeutschland mit einem hohen Energiebedarf. "Damit der Netzausbau Fahrt aufnimmt, fordern die Unternehmen, dass sich die Politik vor Ort und in Berlin aktiver für dessen Akzeptanz einsetzt", berichtete Schweitzer. "Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Energiewende ohne Netzausbau nicht zu haben ist."

Gerade vor dem Hintergrund des hohen Anteils staatlich regulierter Umlagen an den Energiekosten bleibe auch die Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte eine wichtige Aufgabe für die Politik, fuhr der DIHK-Präsident fort. "Die kommende Bundesregierung muss daher die Ausrichtung der Energiewende auf den Markt konsequent weiterzuverfolgen." Dazu zähle, neuen Windrädern und Solaranlagen eine Perspektive jenseits der EEG-Förderung zu öffnen. "Vorangetrieben werden muss außerdem der Einsatz von Speichern, die flexible Nachfrage im Markt sowie mehr Wettbewerb der Energieträger."

Sie finden die Ergebnisse des IHK-Energiewende-Barometers 2017 hier zum Download:

Energiewende-Barometer 2017 (PDF, 1 MB)