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Deutlich mehr Strom aus Kohlekraftwerken

Statistisches Bundesamt nennt Zahlen zum ersten Halbjahr

Die Einspeisung von Kohlestrom in das deutsche Stromnetz ist im ersten Halbjahr 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,2 Prozent gestiegen. Dies teilte jetzt das Statistische Bundesamt mit. Die vielen Sonnenstunden in den ersten sechs Monaten erhöhten auch den Beitrag aus Solarstrom.

Die deutschen Kohlekraftwerke lieferten den vorläufigen Zahlen zufolge 31,4 Prozent des ins Netz eingespeisten Stroms. Damit hat die Kohleverstromung infolge des Kriegs in der Ukraine stark an Bedeutung gewonnen. Die Stromerzeugung aus Erdgas ging hingegen weiter zurück; ihr Anteil sank im ersten Halbjahr 2022 im Vorjahresvergleich um 17,9 Prozent – von 14,4 auf 11,7 Prozent.

Konventionelle Energieträger lieferten 51,5 Prozent des Stroms. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 263,2 Milliarden Kilowattstunden Strom ins Netz gespeist, 1,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Weniger Atomstrom, mehr erneuerbare Energien

Der Anteil der Kernenergie verringerte sich nach der Abschaltung dreier Atomkraftwerke Ende 2021: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 (12,4 Prozent) ging er im Berichtszeitraum auf 9,0 Prozent zurück.

Gleichzeitig legte die Stromeinspeisung aus den Erneuerbaren zu, allen voran die Solarenergie. Durch die außergewöhnlich hohe Zahl von Sonnenstunden steuerten Photovoltaik-Anlagen 20,1 Prozent mehr Strom bei als im Vergleichszeitraum. Auch Windkraftanlagen steigerten dank besserer Windverhältnisse ihren Anteil (von 22,1 auf nunmehr 25,7 Prozent) und rangieren damit hinter der Kohleenergie auf Platz zwei.

Importierte Strommenge gesunken

Bemerkenswert: Im ersten Halbjahr 2022 gab es erstmals einen Exportüberschuss gegenüber Frankreich – die Stromeinfuhren aus dem Nachbarland verringerten sich um 58,9 Prozent. Insgesamt sank die nach Deutschland importierte Strommenge im Vorjahresvergleich um 9,1 Prozent, während die Stromexporte um 14,5 Prozent zulegten.