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Erdgas – für Industrie und Haushalte derzeit noch schwer zu ersetzen

Statistisches Bundesamt stellt Zahlen und Fakten zusammen

Sowohl fertigende Betriebe als auch private Haushalte hierzulande decken ihren Energiebedarf am häufigsten mit Erdgas. Informationen darüber, in welchem Ausmaß Deutschland das derzeit knappe Gut benötigt, hat jetzt das Statistische Bundesamt veröffentlicht.

Demnach …

  • … war Erdgas im Jahr 2020 mit einem Anteil von 31,2 Prozent wichtigster Energieträger in der Industrie (auf Rang zwei Strom mit 21 Prozent),
  • … stammten im ersten Quartal 2022 immerhin 13 Prozent des in Deutschland erzeugten und in das Stromnetz eingespeisten Stroms aus Erdgas,
  • … deckten private Haushalte 2019 mit 41,2 Prozent den größten Teil ihres Bedarfs an Wohnenergie durch Erdgas und
  • … wurden im vergangenen Jahr 95 Prozent des in Deutschland genutzten Erdgases importiert.

Größter Erdgasverbraucher im verarbeitenden Gewerbe war 2020 die chemische Industrie – auf sie entfielen 36,9 Prozent des Gesamtbedarfs der Industrie. Ein wichtiger Grund ist, dass dort Erdgas nicht nur als Energieträger, sondern auch als Ausgangsstoff etwa für die Düngemittelproduktion benötigt wird. Nahrungs- und Futtermittelhersteller (10,8 Prozent des industriellen Gesamtbedarfes), Betriebe der Metallerzeugung und -bearbeitung (10,3 Prozent) sowie Hersteller von Glaswaren und Keramik und Verarbeiter von Steinen und Erden (9 Prozent) sind ebenfalls in hohem Maß auf Erdgas angewiesen.

Die Bezugspreise stiegen im Zusammenhang mit den gedrosselten und zeitweise ganz unterbrochenen Gaslieferungen aus Russland zuletzt deutlich an. So kostete Erdgas im Juni 2022 für die Industrie 182,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei den Bürgerinnen und Bürgern sind die massiven Preissprünge noch nicht in vollem Umfang angekommen. Sie zahlten "nur" 60,7 Prozent mehr als im Juni 2021.

Detaillierte Informationen, Infografiken und weiterführende Links zum Thema Erdgas finden Sie auf der Website des Statistischen Bundesamtes.