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Was bringt die Strompreisbremse?

Fragen und Antworten zur geplanten Deckelung
Stromzähler mit dem Stand 84.330 kWh

Die Bundesregierung will auch die Lasten aus den Stromrechnungen begrenzen

© DieterMeyrl / iStock / Getty Images Plus

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder und die Bundesregierung haben am 2. November neben der Gas- auch eine Strompreisbremse vereinbart. Welche Deckelungen für wen gelten, erfahren Sie hier.

Der DIHK aktualisiert diese FAQ regelmäßig und entsprechend der Vorgaben der Bundesregierung und der EU. Die Aussagen wurden sorgfältig recherchiert, für die Richtigkeit kann dennoch keine Haftung übernommen werden.

Da es sich um ein lebendes Dokument handelt, kommen Sie bei Unklarheiten oder Missverständnissen gern auf uns zu. Bitte wenden Sie sich dazu an den genannten Ansprechpartner.

Die Bundesregierung unterscheidet zwischen zwei Gruppen von Stromverbrauchern, für die unterschiedliche Regelungen gelten sollen.

Gruppe 1: SLP-Kunden  

Hierzu gehören alle privaten Haushalte, Gewerbe und Industrie mit einem Standard-Last-Profil (SLP) unterhalb eines Stromverbrauchs von 30.000 Kilowattstunden. 

Für diese erste Gruppe soll die Strompreisbremse ab dem 1. Januar 2023 in Kraft treten.   

Gruppe 2: RLM-Kunden 

Hierunter fallen industrielle und gewerbliche Stromverbraucher mit Registrierender Leistungsmessung (RLM) ab einem Stromverbrauch von über 30.000 Kilowattstunden. 

Auch dort soll die Preisbremse ab dem 1. Januar 2023 greifen. 

Die Grundlage der Strompreisbremse für die Gruppe 1: Für ein Kontingent von 80 Prozent des historischen Verbrauchs soll ein Bruttopreis von 40 Cent je Kilowattstunden gelten. Der Staat übernimmt somit die Differenz zwischen dem Marktpreis und der Deckelung. Die Entlastung erfolgt monatlich durch die Versorger; sie kürzen die Rechnungen für Haushalts- und Gewerbekunden entsprechend.

Die Grundlage der Strompreisbremse für die Gruppe 2: Für ein Kontingent von 70 Prozent des jährliches Verbrauchs 2021 soll ein Nettopreis von 13 Cent je Kilowattstunden gelten. Der Staat übernimmt somit die Differenz zwischen dem Marktpreis und der Deckelung. Die Entlastung erfolgt monatlich durch die Versorger; sie kürzen die Rechnungen für die RLM-Kunden entsprechend.

Für die Gruppe 2 sollen die Vorgaben des europäischen Beihilferechts berücksichtigt werden. 

Die Kosten der Strompreisbremse soll über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), eine Abschöpfung von sogenannten Zufallsgewinnen an den Strommärkten und einen sogenannten Solidaritätsbeitrag ("Abschöpfung Gas, Öl, Kohle und Raffinerien") finanziert werden. 

Von der Gewinnabschöpfung sind einzelne Erzeugungstechnologien betroffen. Darunter fallen Anlagen der erneuerbaren Energien, Kernkraftwerke und die Verstromung von Abfällen, Mineralöl sowie Braunkohle. Für diese Technologien sollen unterschiedliche staatlich definierte Gewinnobergrenzen festgeschrieben werden und Erlöse oberhalb der Grenzziehung zu 90 Prozent abgeschöpft werden.  

Ausgenommen sind hingegen Speichertechnologien, Steinkohle sowie Erdgas, Biomethan und Sondergase. 

Betroffen sind Unternehmen aus den Bereichen Erdöl, Erdgas und Kohle, die 75 Prozent ihres Umsatzes durch Förderung, Bergbau, Raffination und Koksofenprodukte erzielen. Reine Importeure und Händler sind nicht betroffen.

Die europäischen Vorgaben sehen vor, dass bei den Betroffenen zunächst 20 Prozent der Mehreinnahmen in den Jahren 2022 und 2023 – Vergleichswert für die "Mehreinnahmen" sollen die Durchschnittswerte der letzten drei Jahre sein – als Basis für die Ermittlung des Beitrags definiert werden. Von diesem Bezugswert sollen dann 33 Prozent als Solidaritätsbeitrag zu entrichten sein.

Während der Solidaritätsbeitrag auf die Jahre 2022 und 2023 begrenzt ist, sind die Eingriffe in den Strommarkt bisher nicht befristet. Die Erlösobergrenzen für einzelne Technologien sollen vielmehr einen ersten Schritt in Richtung einer größeren Reform des europäischen Strommarktdesigns abbilden.

Webinare zum Thema am 20. und 21. Dezember

Über Details zur Gas- und Strompreisbremse informieren wir Sie in einem Webinar, das wir zu zwei Terminen anbieten: Am 20. oder am 21. Dezember können Sie jeweils von 9 bis 10.30 Uhr die wichtigsten Inhalte sowie Knackpunkte der beiden Gesetze kennenlernen und Fragen stellen. Hier geht es zur Anmeldung:

DIHK-Stellungnahme Strompreisbremse

Zum Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Strompreisbremse und zur Änderung weiterer energierechtlicher Bestimmungen äußerte sich der DIHK am 29. November 2022 mit folgender Stellungnahme: