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Die Konjunktur im Frühsommer 2021

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    Porträtfoto Melanie Vogelbach
    Melanie Vogelbach Bereichsleiterin Internationale Wirtschaftspolitik, Außenwirtschaftsrecht

    3,0 Prozent

    Für 2021 erwartet der DIHK ein Wirtschaftswachstum von 3 Prozent.

    Die Resultate der Konjunkturumfrage Frühsommer 2021:

    Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage verbessern sich im Vergleich zu Jahresbeginn. Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Lage als gut, während 30 Prozent von einer schlechten Geschäftslage sprechen. Der Saldo steigt auf 2 Punkte nach minus 3 in der Vorumfrage. Damit erreicht der Indikator erstmals seit über einem Jahr wieder den positiven Wertebereich, das Ergebnis ist aber noch weit vom langfristigen Schnitt (21 Punkte) entfernt.

    Dabei bewerten die Wirtschaftsbereiche ihre Lage sehr unterschiedlich, und zwar vor allem danach, wie stark sie weiterhin von Einschränkungen der Geschäftstätigkeit betroffen sind. Besonders deutlich fällt die Verbesserung in der Industrie aus. Der Indikator verbessert sich von 6 auf 25 Punkte. Im Baugewerbe hellt sich die Stimmung leicht auf (Saldo von 41 Punkten nach 39 zuvor). Im Dienstleistungssektor bleibt die Lage hingegen fast unverändert schlecht (Saldo von minus 11 nach zuvor minus 12 Punkten). Der Handel bewertet seine Lage mit minus 3 Punkten ebenfalls weiter schlecht (Saldo der Vorumfrage: minus 5 Punkte). Beide Sektoren sind stärker von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt, denen die Erholung aus der Pandemie-Krise schwerer fällt als den industriellen Großunternehmen.

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2021: Geschäftslage

    © DIHK

    Zu dieser Ausdifferenzierung des Bildes tragen zudem sehr unterschiedliche Einschätzungen innerhalb der Wirtschaftszweige selbst bei: Eine gute Lagebewertung geben die Unternehmen aus den Vorleisterbranchen wie der chemischen Industrie (Saldo von 37 nach zuvor 22 Punkten), der Gummi- und Kunststoffindustrie (Saldo von 36 nach zuvor 10 Punkten) sowie der Produzenten im Bereich Glas, Keramik, Steineverarbeitung (Saldo von 39 nach zuvor 31 Punkten) ab. Aber auch die Betriebe im Maschinenbau (Saldo von 22 nach zuvor minus 1 Punkt), im Fahrzeugbau (Saldo von 23 nach zuvor 4 Punkten) oder der Elektrotechnik (Saldo von 31 nach zuvor 7 Punkten) berichten von einer verbesserten Lage.

    Im Werkzeugmaschinenbau hingegen hat sich die Lagebewertung zwar bereits aufgehellt, aber noch überwiegen die negativen Einschätzungen (Saldo von minus 9 nach zuvor minus 38 Punkten). Schwierig bleibt es auch für die Ge- und Verbrauchsgüterproduzenten (Saldo minus 4 nach zuvor minus 3 Punkten). Insbesondere Branchen wie die Getränkeindustrie (Saldoverschlechterung von 4 Punkten) oder die Brauereien (Saldoverschlechterung von 3 Punkten) kämpfen mit den weggefallenden Absatzchancen infolge des Lockdowns im Gastgewerbe.

    Bei den Dienstleistungen fällt die Lageeinschätzung weiterhin in den Branchen gut aus, deren Geschäftsmodelle unter den aktuellen Einschränkungen der Pandemie besonders nachgefragt werden. So bewerten Telekommunikationsunternehmen (Saldo von 57 Punkten) und IT-Dienstleister (Saldo von 34 Punkten) ihre Geschäftslage als gut. Eine Aufwärtsentwicklung zeigt sich insgesamt bei den unternehmensbezogenen Dienstleistern (Saldo von 18 nach zuvor 12 Punkten).

    Anders stellt sich die Lage bei den vom Lockdown betroffenen Branchen dar. Die Lagebewertung für das Reisegewerbe (Saldo von minus 92 Punkten), die Gastronomie (Saldo von minus 84 Punkten), das Beherbergungsgewerbe (Saldo von minus 91 Punkten) bleibt historisch schlecht und hat sich im Vergleich zur Vorumfrage zu Jahresbeginn 2021 nicht verbessert. Im Gegenteil, insbesondere bei den Unternehmen aus den Bereichen Kunst, Kultur und Erholung (Saldo von minus 76 nach zuvor minus 74 Punkten) sowie generell bei den überwiegend personenbezogenen Dienstleistungen (Saldo von minus 53 nach zuvor minus 51 Punkten) hat sich die Lageeinschätzung nochmals verschlechtert.

    Und auch im Handel bewerten die Unternehmen je nach Nähe oder Ferne zu weiter bestehenden Einschränkungen der Geschäftstätigkeit ihre Lage unterschiedlich: Während die Stimmung im Großhandel und bei den Handelsvermittlern von der Industrieerholung profitiert und sich nochmals aufgehellt hat (Saldo von 14 nach zuvor 8 Punkten), bewertet der verbrauchernahe Einzelhandel seine Lage nochmals schlechter (Saldo von minus 17 nach zuvor minus 13 Punkten).

    Die Finanzlage der Unternehmen erholt sich derzeit nur sehr langsam. Noch immer beurteilen 43 Prozent der Unternehmen ihre eigene Finanzierungssituation als problematisch. Im Vordergrund steht vor allem der Eigenkapitalrückgang (24 Prozent) sowie Liquiditätsengpässe (19 Prozent). Von einer Insolvenz sehen sich über die Breite der Wirtschaft 5 Prozent der Unternehmen bedroht.

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2021: Finanzlage

    © DIHK

    Der Pessimismus mit Blick auf die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate nimmt ab. Der Saldo verbessert sich um 10 Punkte und fällt mit 1 Punkt minimal positiv aus.

    Eine bessere Geschäftsentwicklung erwartet vor allem die Industrie (Saldo von 16 nach zuvor 8 Punkten). In den anderen Wirtschaftszweigen verbessern sich die Erwartungen für die kommenden Monate auf noch immer niedrigem Niveau: Die Unternehmen sind zwar weniger negativ gestimmt als zu Jahresbeginn 2021, sie bleiben aber pessimistisch (Saldo Dienstleister minus 2 nach minus 12 zuvor; Saldo Handel minus 10 nach minus 25 zuvor; Saldo Baugewerbe minus 14 nach minus 21 zuvor).

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2021: Geschäftserwartungen Branchen

    © DIHK

    Die Industrie ist in der Breite optimistisch gestimmt. Mit einem kräftigen Schub rechnen große Branchen wie der Maschinenbau (30 Punkte), der Werkzeugmaschinenbau (57 Punkte) und insgesamt die Investitionsgüterproduzenten (24 Punkte). Auch die Fahrzeugbauer bewerten ihre Erwartungen überwiegend positiv. Der Saldo liegt aktuell bei 13 Punkten und damit über dem langjährigen Schnitt von 8 Punkten.

    Die Vorleistungsgüterproduzenten insgesamt rechnen ebenso mit besseren Geschäften (Saldo von 15 nach zuvor 11 Punkten), darunter die chemische Industrie (Saldo von 21 nach zuvor 19 Punkten), Betriebe der Glas-, Keramik- und Steinverarbeitung (Saldo von 8 nach zuvor minus 9 Punkten) sowie Unternehmen aus dem Bereich der Gewinnung von Steinen und Erden (Saldo von 3 nach zuvor minus 16 Punkten).

    Die besseren Erwartungen der Industrie schlagen sich auch bei den unternehmensbezogenen Dienstleistern nieder. So rechnen die Unternehmen, die im Bereich der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften tätig sind, mit einer stärkeren Nachfrage (25 Punkte). In unternehmensnahen Bereichen wie der Telekommunikation (23 Punkte), den IT-Dienstleistern (17 Punkte) und bei Forschung und Entwicklung (15 Punkte) ziehen die Erwartungen ebenfalls an. Kritisch blicken weiterhin die Messe- und Kongressveranstalter in die Zukunft (Saldo von minus 8 nach zuvor minus 13 Punkten).

    Herausfordernd bleiben die Aussichten für die Unternehmen, die überwiegend personenbezogene Dienstleistungen anbieten. Hier verharren die Perspektiven für die Reisevermittler und die Betriebe im Bereich Kultur, Unterhaltung und Erholung (Saldo jeweils minus 27 Punkte) auf sehr niedrigem Niveau. Die Geschäftserwartungen im Gastgewerbe sind ebenfalls weiterhin negativ (minus 13 nach zuvor minus 25 Punkten).

    Auch im Bau überwiegt eine kritische Sicht auf die Geschäfte der kommenden Monate. Das gilt ganz besonders für den Tiefbau, wo fast ein Viertel aller Unternehmen weniger Umsätze erwartet (minus 24 Punkte). Auch bei den Unternehmen aus dem Hochbau (minus 14 Punkte) und dem Ausbaugewerbe (minus 9 Punkte) bleibt der Saldo der Geschäftserwartungen negativ.

    Im Handel schauen vor allem die Handelsvermittler, die stark in die internationalen Beschaffungsketten eingebunden sind, verhalten optimistisch auf die kommenden Monate (Saldoverbesserung auf 6 nach zuvor minus 7 Punkten). Aber auch der Großhandel ist zuversichtlicher als zu Jahresbeginn, wenngleich auf niedrigem Niveau (Saldoverbesserung auf 0 nach zuvor minus 15 Punkten). Im Einzelhandel gibt es zwar eine Aufwärtsbewegung. Doch zwei von fünf Unternehmen gehen auch für die nächste Zeit von schlechteren Geschäften aus (minus 21 Punkte nach zuvor minus 33). 

    Das zentrale Geschäftsrisiko für die kommenden zwölf Monate sehen die Betriebe in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, deren Bedeutung im Vergleich zu Jahresbeginn zugenommen hat (49 Prozent). Ähnlich wichtig bleibt die Inlandsnachfrage, wenngleich hier die Bewertung besser ausfällt als zu Jahresbeginn. Immer noch fast jedes zweite Unternehmen sieht hierin ein Risiko für die Geschäftsentwicklung (48 nach zuvor 57 Prozent). Als Risiko zugenommen hat erneut der Fachkräftemangel (43 nach zuvor 38 Prozent). Risiken in Bezug auf die Auslandsnachfrage verlieren hingegen an Bedeutung.

    Deutlich mehr als zu Jahresbeginn 2021 sorgen sich die Unternehmen um die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise (42 nach zuvor 30 Prozent), so viele wie zuletzt im Frühsommer 2014. Der Mangel an Rohstoffen wie Metall, Plastik, Gummi oder Holz und Lieferkettenstörungen hat in den letzten Monaten zu einem sprunghaften Anstieg der Preise geführt.

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2021: Geschäftsrisiken

    © DIHK

    Besonders deutlich zeigt sich der sprunghafte Anstieg des Energie- und Rohstoffpreisrisikos bei den Industrie- und Bauunternehmen. Zwei Drittel aller Industrieunternehmen und 62 Prozent der Betriebe im Baugewerbe geben dies als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Geschäfts an. Zu Jahresbeginn hatten es lediglich 45 Prozent der Unternehmen in der Industrie und 35 Prozent der Unternehmen im Baugewerbe genannt. Überdurchschnittlich häufig sind davon die Produzenten von Vorleistungsgütern wie der chemischen Industrie oder der Metallerzeugung und -bearbeitung betroffen.

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2021: Geschäftsrisiko Energie- und Rohstoffpreise in Industriebranchen

    © DIHK

    Die Exporterwartungen der Unternehmen sind im Vergleich zu den Vorumfragen erneut zuversichtlicher. Die konjunkturelle Erholung in Teilen der Weltwirtschaft – insbesondere in den wichtigen Absatzmärkten China und USA – lässt die Nachfrage nach deutschen Produkten steigen. Der Saldo der Exporterwartungen steigt auf 17 Punkte (Jahresbeginn 2021: 9 Punkte) und nähert sich dem langjährigen Schnitt von 19 Punkten an. Deutlich weniger Unternehmen als zuletzt sehen in der Auslandsnachfrage ein Risiko für ihre Geschäfte. Nachdem zu Jahresbeginn noch jedes zweite exportierende Industrieunternehmen diese Sorge nannte, sind es nun 37 Prozent, so wenige wie zuletzt im Frühsommer 2019.

    Von der Stabilisierung in den Auslandsmärkten profitieren bisher jedoch vor allem mittelgroße und große Unternehmen, da diese auch auf den weiter entfernten Märkten engagiert sind. Betriebe mit 200 bis 999 Beschäftigen erwarten überwiegend höhere Ausfuhren in den kommenden Monaten (Saldo 35 Punkte nach zuvor 25). Trotz Verbesserung zur Vorumfrage überwiegen bei kleinen Unternehmen bis 19 Beschäftigte die negativen Exporterwartungen (Saldo minus ein Punkt nach zuvor minus 7 Punkten).

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2021: Exporterwartungen Industrie

    © DIHK

    Besonders die Exporterwartungen der Investitionsgüterproduzenten haben sich aufgehellt und sind optimistischer als die der gesamten Industrie (Saldo 24 Punkte nach zuvor 10 Punkten). 41 Prozent der Maschinenbauer rechnen mit einem Anstieg ihrer Ausfuhren (Saldo 28 Punkte nach zuvor 10 Punkten). Auch die Kraftfahrzeugbauer haben ihre Erwartungen für die kommenden Monaten nach oben geschraubt. Der Saldo steigt von 6 auf 23 Punkte. Ausgehend von dem hohen Niveau zu Jahresbeginn erhöhen auch die Elektrotechniker die Exporterwartungen ein wenig (Saldo 23 Punkte nach zuletzt 20 Punkten).

    Produzenten von Vorleistungsgütern (Saldo 15 nach zuvor 10 Punkten) sowie von Ge- und Verbrauchsgütern (Saldo 8 Punkte nach zuvor 1 Punkt) heben ihre Erwartungen im Vergleich nur leicht an. So rechnen etwas mehr Unternehmen in der Chemieindustrie mit einem Anstieg ihrer Ausfuhren (Saldo 20 Punkte nach zuvor 18 Punkten), ebenso wie Gummi- und Kunststoffhersteller (Saldo 10 nach zuvor 8 Punkten) und Metallerzeuger und -bearbeiter (Saldo 19 nach zuvor 14 Punkten). Die Pharmaunternehmen senken ihre Exporterwartungen hingegen deutlich (Saldo 19 nach zuvor 29 Punkten).

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2021: Exporterwartungen nach Branchen

    © DIHK

    Die Investitionspläne der Unternehmen verbessern sich, bleiben aber zurückhaltend (Saldo 0 nach zuvor minus 8 Punkten) und liegen weiter unter dem langjährigen Mittel von 4 Punkten. Jeweils etwa ein Viertel der Betriebe (26 Prozent) plant die Investitionen in den kommenden Monaten auszuweiten oder zu kürzen.

    Im Vergleich der Wirtschaftszweige ist die Investitionszurückhaltung beim Handel weiter am stärksten ausgeprägt (Saldo minus 7 nach zuvor minus 13 Punkten). Dienstleistungen (Saldo minus 4 nach zuvor minus 11 Punkten) und das Baugewerbe (minus 3 nach zuvor minus 9 Punkten) stocken ihre Investitionspläne deutlicher auf, verbleiben aber im negativen Bereich. Die Industrie plant hingegen wieder expansiv (Saldo 13 Punkte nach zuvor minus eins) und setzt sich damit auch bei den Investitionsabsichten von anderen Wirtschaftszweigen ab.

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2021: Investitionsabsichten

    © DIHK


    Im Bereich des Handels ist es besonders der Einzelhandel, der wie schon zuvor zurückhaltend bei Investitionen ist (Saldo von minus 14 nach zuvor minus 17 Punkten). Nur im Großhandel (Saldo ein Punkt) und bei den Handelsvermittlern (Saldo 2 Punkte), die beide vom Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen geprägt sind, sind die Investitionsabsichten für die kommenden Monate leicht positiv.

    Im Dienstleistungssektor ist die Entwicklung der Investitionspläne weiterhin stark durch die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geprägt. Besser als zuvor, aber weiterhin auf sehr niedrigem Niveau sind die Investitionsabsichten im Gastgewerbe (Saldo minus 23 nach zuvor minus 36 Punkten), bei den Reisevermittlern (Saldo minus 43 Punkte nach zuvor minus 57) und im Personennahverkehr (minus 15 nach zuvor minus 22).

    Die Investitionsabsichten von Veranstaltern sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft (minus 7 nach minus 10 zuvor), insbesondere der Freizeitwirtschaft (Saldo minus 47 Punkte nach zuvor minus 44), haben sich gegenüber der Vorumfrage kaum verbessert. Expansiv planen demgegenüber ein Teil der unternehmensnahen Dienstleister, wie Forschung und Entwicklung (Saldo 19 Punkte) sowie die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften (Saldo 5 Punkte).

    Die verbesserten Investitionsabsichten in der Industrie konzentrieren sich auf die Hersteller von Vorleistungs- (Saldo von 17 nach zuvor 1 Punkt) und Investitionsgütern (Saldo von 9 nach zuvor minus 7 Punkten). Die Investitionsneigung ist damit in diesen Sektoren höher als vor der Krise. Metallerzeugung und -verarbeitung (Saldo von 11 nach zuvor minus 10 Punkten), Glas und Keramik (Saldo 22 nach zuvor 2) und Papier (Saldo 17 nach zuvor minus 10) planen mit steigenden Investitionen. So auch der Maschinenbau (Saldo 10 nach minus 6) und die Elektrotechnik (Saldo 17 Punkte nach 5).

    Stärker als zuvor sind für diese Branchen wieder Kapazitätserweiterungen Anlass für Investitionen (Investitionsgüterproduzenten 29 nach zuvor 24 Prozent, Vorleistungsgüterproduzenten 32 nach zuvor 25 Prozent). Im Bereich der Verbrauchsgüterproduzenten (Saldo 2 nach zuvor minus 3 Punkten) entwickeln sich die Investitionsabsichten hingegen weniger positiv und bleiben deutlich unter dem Vorkrisenniveau (Saldo von 15 Punkten zu Jahresbeginn 2020). Häufiger als in der Vergangenheit ist der Umweltschutz Investitionsanlass in der Industrie (28 Prozent, langjähriger Durchschnitt 18 Prozent). Produktinnovationen (36 Prozent) gewinnen demgegenüber als Investitionsmotiv bislang nicht an Bedeutung (langjähriger Durchschnitt 38 Prozent).

    Hauptmotive für Investitionen im Inland

    (in Prozent; Mehrfachantworten sind möglich):

    Rationa-lisierung

    Produkt-innovation

    Kapazitäts-
    ausweitung

    Umwelt-schutz

    Ersatz-bedarf

    Alle
    Branchen

    33

    31

    25

    21

    64

    Industrie
     

    44

    36

    31

    28

    64

    Bau-
    gewerbe

    24

    21

    20

    20

    79

    Handel
     

    30

    26

    24

    18

    62

    Dienst-
    leistungen

    28

    31

    22

    18

    63

    Die Unternehmen planen im Vergleich zum Jahresbeginn 2021 wieder etwas optimistischer (Saldo minus 3 Punkte, Vorumfrage minus 9 Punkte). Allerdings bleiben die Pläne unter dem Durchschnitt seit 2003 sowie auch unter dem Vorkrisenniveau (jeweils 0 Punkte). 16 Prozent der Unternehmen streben in den kommenden zwölf Monaten einen Beschäftigungsaufbau an, 65 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden Personalstamm und 19 Prozent gehen von einem Abbau aus.

    Damit hat der Anteil, der zusätzliche Mitarbeitende einstellen will, nahezu das Vor-Pandemie-Niveau erreicht (Jahresbeginn 2020: 17 Prozent). Der Anteil, der mit weniger Personal plant, liegt hingegen höher (Jahresbeginn 2020: 17 Prozent), während etwas weniger von einem unveränderten Personalbestand ausgehen (Jahresbeginn 2020: 66 Prozent) – ein Zeichen für die unterschiedliche Lage der einzelnen Wirtschaftszweige.

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2021: Beschäftigungsabsichten

    © DIHK


    In der Industrie haben sich die Beschäftigungspläne gegenüber der Vorumfrage im Vergleich der Wirtschaftszweige am stärksten erholt (Saldo plus 3 Punkte nach minus 9 Punkten zuvor). Dort plant fast jedes fünfte Unternehmen mit mehr Personal. Die Einstellungsabsichten sind deutlich ausgeprägter als im Herbst 2019 und zu Jahresbeginn 2020 (Saldo jeweils minus 10 Punkte) und liegen damit auch über dem Durchschnitt seit 2003 (Saldo minus 2 Punkte).

    Auch im Baugewerbe steigen die Einstellungspläne – der Saldo liegt erstmals seit Pandemiebeginn wieder im positiven Bereich (plus 2 Punkte nach minus 1 Punkt zuvor), allerdings noch unter dem Vorkrisenniveau (plus 6 Punkte zu Jahresbeginn 2020).

    Im Handel verbessern sich die Beschäftigungsabsichten ebenfalls gegenüber der Vorumfrage (Saldo minus 6 Punkte nach minus 11 zuvor). In diesem Wirtschaftszweig hatte es zu Jahresbeginn noch eine Verringerung der Einstellungspläne im Vorumfragevergleich gegeben.

    Bei den Dienstleistern zeigen die Personalplanungen einen leichten Aufwärtstrend, der Saldo bleibt allerdings im negativen Bereich (minus 6 nach zuvor minus 9 Punkten). Hier geht mehr als jedes fünfte Unternehmen für die kommenden zwölf Monate von einem geringeren Personalbestand aus – so viele wie in sonst keinem Wirtschaftszweig. 

    Besonders ausgeprägt sind die Einstellungsabsichten in Branchen mit Digitalisierungsbezug – wie Programmierung (Saldo 28 Punkte), IT-Dienstleistungen (Saldo 27 Punkte) sowie Informationsdienstleistungen (Saldo 29 Punkte). Hier macht sich der Trend zur Digitalisierung bemerkbar, der in Zeiten der Pandemie einen zusätzlichen Schub erfahren hat. Je nachdem wie dauerhaft sich pandemiebezogene Marktänderungen wie zum Beispiel Online-Handel, Lieferdienste, virtuelle Konferenzen sowie die Arbeit im Homeoffice etablieren, wird sich die Beschäftigungsnachfrage hier langfristig entwickeln. Aber auch in der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften (Saldo 19 Punkte) sowie der Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung (Saldo 12 Punkte) sind die Werte deutlich positiv.

    Auf Personalabbau deuten die Pläne der Unternehmen dagegen zum Beispiel im Kreditgewerbe (Saldo minus 48 Punkte), der Reisevermittlung (Saldo minus 39 Punkte) sowie dem Gastgewerbe (Saldo minus 24 Punkte) hin. Während in den beiden letztgenannten Branchen die Folgen des Lockdowns besonders zum Ausdruck kommen, wirkt sich im Kreditgewerbe der Strukturwandel aus – hier hat die Digitalisierung einen negativen Beschäftigungseffekt.    

    Den Fachkräftemangel sehen mit 43 Prozent wieder mehr Unternehmen als Geschäftsrisiko. Dies sind zwar deutlich weniger als vor der Krise zu Jahresbeginn 2020 (55 Prozent), allerdings nimmt der Wert nach dem starken Rückgang infolge des Pandemieausbruchs wieder sukzessive zu (im Frühsommer 2020 waren es 26 Prozent). Nur in der Bauwirtschaft bleibt der Fachkräftemangel nach wie vor das größte Geschäftsrisiko (67 Prozent). Bei den Dienstleistern sind es 44 Prozent, in der Industrie 39 Prozent und im Handel 35 Prozent.

    DIHK-Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland

    Verwendung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland

    Veränderung gegenüber Vorjahr, in Prozent, preisbereinigt, verkettet


    2019


    2020

    DIHK-Prognose

    2021

    Bruttoinlandsprodukt (BIP)

    0,6

    - 4,8

    3,0

    Private Konsumausgaben

    1,6

    - 6,1

    0,6

    Konsumausgaben des Staates

    2,7

    3,3

    3,0

    Bruttoanlageinvestitionen

    2,5

    - 3,1

    3,0

    - Ausrüstungen

    0,5

    - 12,1

    7,5

    - sonstige Anlagen

    2,7

    - 1,1

    3,2

    - Bauten

    3,8

    1,9

    0,5

    Export (Waren und Dienstleistungen)

    1,0

    - 9,4

    8,0

    Import (Waren und Dienstleistungen)

    2,6

    - 8,5

    6,5

    Erwerbstätige
    (Veränderung in Tausend)

    + 401

    - 487

    + 60

    Verbraucherpreise
    (Veränderung in Prozent)

    1,4

    0,4

    2,2

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