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Die Konjunktur zu Jahresbeginn 2021

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    Porträtfoto Lola Marie Machleid
    Lola Marie Machleid Mitarbeiterin im Referat Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen

    DIHK-Krisen-Modulator

    Die Pandemie hat eine empfindliche Lücke in das deutsche Bruttoinlandsprodukt gerissen.
    Die nachfolgende interaktive Grafik zeigt, wie der Weg zurück auf den Vorkrisen-Wachstumspfad aussehen könnte. Eine genaue Erläuterung zum DIHK-Krisen-Modulator finden Sie hier.

    190 Mrd.

    Die Pandemie hat nach DIHK-Schätzungen bislang eine Lücke von rund 190 Milliarden Euro in das deutsche Bruttoinlandsprodukt gerissen.

    Die wichtigsten Ergebnisse der Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2021 im Überblick:

    Inmitten des erneuten Lockdowns zahlreicher Wirtschaftszweige stufen die deutschen Unternehmen insgesamt ihre aktuelle Lage schlechter ein als im Herbst 2020. Zu Beginn des Jahres 2021 bewerten über alle Wirtschaftszweige hinweg 29 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut und 32 Prozent als schlecht. Der Saldo aus gut- und schlecht-Bewertungen beträgt damit minus 3 Punkte (Herbst 2020: minus 1 Punkt).

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2021: Geschäftslage Zeitreihe

    © DIHK

    Dabei schätzen die Wirtschaftszweige ihre Situation sehr unterschiedlich ein. Die Lage im Baugewerbe ist weiterhin gut (Saldo 39 nach 44 Punkten zuvor), und die der Industrie hat sich mit einem positiven Saldo von 6 Punkten deutlich aufgehellt (Herbst 2020: minus 10 Punkte). Damit liegt die Industrie aber immer noch unter dem langjährigen Durchschnitt von 23 Punkten.

    Die vom erneuten Lockdown besonders betroffenen Wirtschaftszweige Handel und Dienstleistungen geben deutlich schlechtere Lageeinschätzungen ab: Der Handel bewertet seine Lage mit einem Saldo von minus 5 Punkten (Herbst 2020: plus 5 Punkte). Die Dienstleister sehen sich mit einem Saldo von nunmehr minus 12 Punkten (Herbst 2020: minus 3 Punkte) aktuell vor noch größeren Herausforderungen.

    Auch innerhalb der Wirtschaftszweige offenbaren sich große Unterschiede: In der Industrie berichten Maschinenbauunternehmen (Saldo minus 1 Punkt) deutlich häufiger als Unternehmen der Chemie (Saldo 22 Punkte) und Pharma (Saldo 33 Punkte) von einer schwierigen Situation. Im Bereich der Dienstleistungen sind es nur wenige Branchen, die über eine positive Lage berichten. Dazu gehören vor allem IT-Dienstleister (Saldo 24 Punkte) sowie Unternehmen der Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung (Saldo 51 Punkte).

    Bei den Kongress- und Messeveranstaltern (Saldo minus 83 Punkte) sinken die Lageeinschätzungen auf ihren geringsten Wert seit Beginn der Umfrage. Auch bei den Unternehmen der Kunst- und Kreativwirtschaft (Saldo minus 74 Punkte) ist die Lage sehr schlecht. Der Anteil der Unternehmen, die in diesen Branchen ihre Situation positiv bewerten, liegt im unteren einstelligen Bereich. Auch im Handel fällt die Lagebewertung sehr unterschiedlich aus: Unternehmen des Großhandels und Handelsvermittler (Saldo 8 Punkte) sowie die Händler mit gesundheitsbezogenen Gütern (Saldo 10 Punkte) schätzen ihre Situation deutlich positiver ein als der Einzelhandel (Saldo minus 13 Punkte).

    Für die Hälfte der Unternehmen bleibt die Finanzlage angespannt. Dabei gilt, dass die Finanzlage in ihren zahlreichen Facetten umso schwieriger ist, je kleiner das Unternehmen ist. Etwas weniger Industrieunternehmen (15 nach 17 Prozent im Herbst 2020) und Baubetriebe (10 nach zuvor 13 Prozent) berichten von Liquiditätsengpässen. Im Handel und in der Dienstleistungswirtschaft hingegen hat sich der Anteil der Unternehmen mit Liquiditätsengpässen erhöht (Handel: 20 nach zuletzt 16 Prozent; Dienstleister: 24 nach zuletzt 22 Prozent.)

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2021: Finanzlage

    © DIHK

    Mehr als ein Viertel der Unternehmen insgesamt berichten aktuell von einem Eigenkapitalrückgang. In den vom Lockdown besonders betroffenen Wirtschaftszweigen Handel (29 Prozent) und Dienstleistungen (30 Prozent) sind es mehr als im Baugewerbe (15 Prozent).

    In der Industrie sind fast ein Viertel der Unternehmen von einem Eigenkapitalrückgang betroffen (23 Prozent). Bis auf die Industrie hat in allen Wirtschaftszweigen im Vergleich zum Herbst 2020 auch der Anteil der Betriebe zugenommen, die über ausfallende Forderungen berichten.

    Insgesamt befürchten 5 Prozent der Unternehmen eine Insolvenz. Je nach Branche unterscheidet sich die Betroffenheit jedoch stark. So sehen sich 33 Prozent der kreativen und künstlerischen Betriebe, 30 Prozent der Reisevermittler, 27 Prozent der Taxibetriebe und 20 Prozent der Unternehmen aus der Gastronomie mit einer drohenden Insolvenz konfrontiert.

    Die Geschäftserwartungen trüben sich zu Jahresbeginn 2021 leicht ein. Über alle Wirtschaftszweige hinweg rechnet knapp ein Drittel der befragten Unternehmen für die kommenden zwölf Monate mit einer negativen Entwicklung. Rund ein Fünftel erwartet eine Verbesserung. Der Saldo aus positiven und negativen Meldungen beläuft sich damit auf minus 9 Punkte (Herbst 2020: minus 7 Punkte).

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2021: Geschäftserwartungen Branchen

    © DIHK

    Die Erwartungen der Unternehmen fallen in den einzelnen Wirtschaftszweigen deutlich unterschiedlich aus. Die Industrieunternehmen sind mit einem Saldo von 8 Punkten etwas optimistischer gestimmt als noch im Herbst (Saldo plus 5 Punkte). Aktuell rechnen 29 Prozent der Betriebe mit einer günstigen Entwicklung, 21 Prozent mit einer ungünstigen.

    In den anderen Wirtschaftszweigen nehmen die negativen Meldungen im Vergleich zum Herbst zu. Im Handel sinkt der Saldo um 13 Punkte im Vergleich zur Vorumfrage auf minus 25 Punkte. Die Dienstleister zeigen sich ebenfalls skeptisch hinsichtlich ihrer weiteren Entwicklung: Der Saldo fällt auf minus 12 Punkte (Herbst 2020: minus 10 Punkte). Auch im Baugewerbe überwiegen die negativen Meldungen: Mit minus 21 Punkten liegt der Erwartungssaldo etwas niedriger als der in der Vorumfrage (Saldo minus 20 Punkte).

    Die Erwartungen innerhalb der einzelnen Wirtschaftsbereiche sind ebenfalls heterogen. Unter den Industriebetrieben ist der Bereich Medizintechnik besonders positiv gestimmt (Saldo 26 Punkte), aber auch von Unternehmen im Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung wird eine günstige Entwicklung antizipiert (Saldo 26 Punkte). Im Maschinenbau nehmen die optimistischen Stimmen zu, der Saldo steigt von 5 Punkten im Herbst auf 17 Punkte. Im Fahrzeugbau beträgt der Saldo hingegen nur noch 13 Punkte – das sind 2 Punkte weniger als im Herbst 2020. Das Druckgewerbe ist eine der pessimistischsten Industriebranchen: Der Saldo sinkt hier nach minus 4 Punkten im Herbst auf minus 22 Punkte zu Jahresbeginn.

    Im Dienstleistungssektor überwiegen in den meisten Bereichen die negativen Meldungen. Insbesondere die durch den Corona-Lockdown betroffenen Branchen Gastgewerbe (Saldo minus 25 Punkte) und Landverkehr (Saldo minus 26 Punkte) sind noch pessimistischer gestimmt als im Herbst letzten Jahres. Lediglich die IT-Dienstleister sind unterm Strich optimistisch (Saldo plus 9 Punkte). Den Händlern geht die Zuversicht ebenfalls abhanden: Dabei sind die Großhändler (Saldo von minus 15 Punkte nach zuvor minus 10 Punkten) nicht ganz so negativ gestimmt wie die Kfz-Händler (Saldo minus 35 Punkte nach zuvor minus 18) und die Einzelhändler (Saldo von minus 33 nach zuvor minus 12).

    Das am häufigsten genannte Geschäftsrisiko für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten ist die mangelnde Nachfrage nach Produkten, Waren und Dienstleistungen. Insgesamt sorgen sich 57 Prozent der Unternehmen um die Inlandsnachfrage (darunter Handel: 65 Prozent; Industrie: 61 Prozent); unter den exportierenden Industriebetrieben sehen 50 Prozent die Entwicklung der Auslandsnachfrage als Risikofaktor.

    Für 47 Prozent aller Befragen bedeuten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen eine Gefahr für ihre Geschäftsentwicklung. Und: Trotz der aktuellen konjunkturellen Herausforderungen wird der Fachkräftemangel wieder etwas häufiger als Risiko genannt (38 nach zuvor 37 Prozent). Im Baugewerbe bleibt er mit sogar 67 Prozent das Hauptrisiko.

    Mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Unternehmen rechnen für 2021 mit Umsatzrückgängen im Vergleich zum Vorjahr – ungeachtet dessen, dass die Pandemie-bedingten Maßnahmen bereits 2020 in vielen Branchen und Unternehmen zu empfindlichen Umsatzeinbußen geführt haben. Im Herbst 2020 hatten bereits 61 Prozent der Betriebe von Umsatzrückgängen berichtet.

    Der Anteil der Unternehmen, die Umsatzsteigerungen erwarten, liegt bei 27 Prozent. 30 Prozent der befragten Firmen gehen davon aus, dass ihre Umsätze stagnieren werden. 20 Prozent der Unternehmen rechnen mit Umsatzrückgängen bis zu 25 Prozent; weitere 7 Prozent erwarten sogar noch deutlichere Rückgänge zwischen 25 und sogar mehr als 50 Prozent.

    In der Baubranche befürchten 35 Prozent der Firmen Umsatzrückgänge für das Jahr 2021. Lediglich 14 Prozent rechnen mit Zuwächsen. Auch im Handel erwarten die Betriebe, dass die Luft dünn wird: 35 Prozent gehen für das laufende Jahr von Umsatzeinbußen aus, 21 Prozent von einem Umsatzplus. Die Industrieunternehmen sehen mit einem positiven Anteil von 37 Prozent das meiste Potenzial für Umsatzsteigerungen. 23 Prozent hingegen befürchten, im Vergleich zum Vorjahr Verluste zu erwirtschaften.

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2021: Umsatzerwartungen

    © DIHK

    Bei den Dienstleistern halten sich mit jeweils rund einem Viertel der Nennungen Umsatzsteigerungen beziehungsweise -rückgänge die Waage. Speziell in diesem Wirtschaftszweig sind die Umsatzerwartungen jedoch heterogen verteilt. Fast die Hälfte der Betriebe aus der Kunst- und Kreativwirtschaft erwartet, dass sich ihre Umsätze nochmals mehr als halbieren werden. Im Bereich Forschung und Entwicklung rechnen hingegen mehr als die Hälfte der Unternehmen mit Umsatzsteigerungen. 21 Prozent setzen sogar auf Zuwächse jenseits der 25-Prozent-Marke.

    Der positive Trend bei den Exporterwartungen der Industrie aus der Herbst-Umfrage setzt sich fort. Der Saldo steigt auf 9 Punkte (Herbst 2020: minus 4 Punkte). Damit erreichen die Exporterwartungen das höchste Niveau seit dem Frühsommer 2019.

    Trotz dieses erneuten Anstiegs liegen die Erwartungen an das Auslandsgeschäft noch 10 Punkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Auch bleiben die Sorgen vor Abwärtsrisiken bestehen: Jedes zweite exportierende Industrieunternehmen sieht in der Auslandsnachfrage ein Risiko für seine Geschäfte (Herbst 2020: 62 Prozent). Jeder fünfte Industriebetrieb mit Auslandsgeschäft rechnet dementsprechend in den kommenden zwölf Monaten mit einem Rückgang, jeder zweite mit einer Stagnation seiner Ausfuhren.

    Exporterwartungen Branchen

    © DIHK

    Deutlich optimistischer als die gesamte Industrie schätzen die Pharma- und Chemieindustrie die Exporte in diesem Jahr ein (Saldo 21 Punkte nach zuvor 2 Punkten). Die Exporterwartungen der Elektrotechniker haben sich ebenfalls deutlich aufgehellt (Saldo 20 nach zuvor 5 Punkten). Im Herbst noch eher pessimistisch, erwarten nun mehr Maschinenbauer (Saldo 10 Punkte) und Hersteller von Metallerzeugnissen (Saldo 9 Punkte) einen Anstieg ihrer Ausfuhren. Die positiven Erwartungen im Kraftfahrzeugbau vom Herbst können allerdings nicht gehalten werden: Der Saldo fällt von 26 Punkten auf aktuell 6 Punkte.

    Ausgehend von einem niedrigen Niveau verbessern sich die Investitionspläne der Unternehmen leicht. 22 Prozent der Unternehmen beabsichtigen, in den nächsten Monaten mehr zu investieren, 30 Prozent gehen von einem Rückgang aus. Der Saldo liegt bei minus 8 Punkten (Herbst 2020: minus 15 Punkte). Damit rangieren die Investitionspläne der Gesamtwirtschaft weiterhin deutlich unter ihrem langjährigen Schnitt von plus 4 Punkten. 

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2021: Investitionsabsichten

    © DIHK

    Im Vergleich der Wirtschaftszweige schraubt die Industrie ihre Investitionspläne am kräftigsten nach oben (Saldo minus 1 Punkt nach minus 17 Punkten). Die Hersteller von Vorleistungsgütern liegen mit ihren verbesserten Investitionsplänen von aktuell 1 Saldopunkt merklich über dem Wert vom Herbst 2020 (Saldo minus 18 Punkte). Die Chemische Industrie und die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen wollen etwas mehr investieren (Saldo 8 beziehungsweise 9 Punkte). Auch bei den Investitionsgüterherstellern sehen die Investitionspläne weniger zusammengestrichen aus als noch im Herbst 2020 (Saldo damals: minus 28 Punkte). Das neue Niveau von minus 7 Punkten bedeutet aber noch keine Expansion.

    Vor allem die Hersteller von Metallerzeugnissen (Saldo minus 1 nach zuvor minus 27 Punkten) und die Elektrotechnik (Saldo 5 nach minus 22 Punkten) berichten von aufgehellten Investitionsplänen. Im Maschinen- und Fahrzeugbau bleiben die Investitionspläne erneut unter dem Schnitt der Gesamtindustrie (Saldo minus 6 beziehungsweise minus 14 Punkte).

    Mehr Industrieunternehmen als zuletzt wollen in die Kapazitätserweiterung (26 nach zuvor 22 Prozent ) und in den Umweltschutz investieren (27 nach 25 Prozent). Die Händler und Dienstleister bleiben bei ihren Investitionsplänen weiterhin zurückhaltend (Saldo minus 13 beziehungsweise minus 11 Punkte).

    Während sich die Investitionspläne im Großhandel leicht verbessern (Saldo minus 8 nach minus 14 Punkten), sinken sie im Einzelhandel (Saldo minus 17 nach minus 12 Punkten). Das Taxigewerbe verringert seine Investitionsbudgets für die kommenden zwölf Monate deutlich (Saldo minus 44 nach minus 20 Punkten zuvor).

    Auch die Unternehmen aus dem Gastgewerbe nehmen Abstriche vor (Saldo minus 36 nach minus 29 Punkten). Unter den unternehmensnahen Dienstleistern (Saldo minus 7 Punkte) wollen vor allem Betriebe, die Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen anbieten, stärker investieren (Saldo 16 nach 6 Punkten). Im Bau verharren die Investitionspläne auf dem niedrigen Niveau der Vorumfrage (Saldo jeweils minus 9 Punkte).

    Die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen haben sich im Vergleich zum Herbst 2020 leicht erhöht (Saldo minus 9 Punkte nach minus 13 Punkten zuvor). Sie liegen jedoch deutlich unter dem Wert des Vorjahres und des langfristigen Durchschnitts (Saldo jeweils 0 Punkte). Jedes siebte Unternehmen plant in den kommenden zwölf Monaten einen Beschäftigungsaufbau, rund ein Fünftel geht hingegen von weniger Beschäftigten aus. Etwa zwei Drittel der Unternehmen rechnen mit einem unveränderten Personalstamm.

    Grafik DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2021: Beschäftigungsabsichten

    © DIHK

    In der Industrie haben sich die Beschäftigungspläne gegenüber der Vorumfrage zwar am deutlichsten erhöht und liegen sogar geringfügig über ihrem Vorjahreswert, sie bleiben allerdings auf niedrigem Niveau (Saldo minus 9 nach minus 21 Punkten zuvor; langfristiger Durchschnitt: minus 2 Punkte). Die Dienstleister steigern ihre Beschäftigungsabsichten leicht, jedoch verharrt auch hier der Saldo im negativen Bereich (minus 9 Punkte nach minus 12 Punkten). Der Bau legt bei seinen Einstellungsplänen ebenfalls zu, bleibt jedoch unter dem Vorkrisenniveau (Saldo minus 1 Punkt, nach zuvor minus 3 Punkten). Der Handel geht davon aus, seine Belegschaften eher zu verringern (Saldo minus 11 nach minus 8 Punkten).

    Im Gegensatz zum Gesamtbild sind die Beschäftigungsabsichten in einzelnen Branchen deutlich expansiv, beispielsweise bei den Informations- und IT-Dienstleistern (Saldo 22 beziehungsweise 24 Punkte) sowie den Gesundheits- und Sozialdienstleistern (Saldo 17 Punkte). Auch bei den F&E-Dienstleistern stehen die Zeichen auf Personalaufbau (Saldo 24 Punkte). In von den Folgen der Corona-Krise besonders negativ betroffenen Branchen wie der Reisevermittlung (Saldo minus 43 Punkte) oder dem Gastgewerbe (Saldo minus 31 Punkte) ist hingegen mit einem Beschäftigungsabbau zu rechnen. Gleiches gilt für den Werkzeugmaschinenbau (Saldo minus 35 Punkte) sowie den Fahrzeugbau (Saldo minus 25 Punkte).   

    Der Fachkräftemangel bleibt trotz der im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt geringeren konjunkturellen Arbeitskräftenachfrage für fast vier von zehn Unternehmen (38 Prozent) ein Geschäftsrisiko – das gegenüber Herbst 2020 (37 Prozent) wieder leicht zunimmt. Vor einem Jahr galt Arbeitskräfteknappheit jedoch noch für mehr als die Hälfte der Betriebe (55 Prozent) als Geschäftsrisiko.

    Derzeit sehen die Unternehmen die Inlandsnachfrage (57 Prozent) sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (47 Prozent) als größere Risiken an – wohingegen in den letzten Jahren der Fachkräftemangel die größte Gefahr darstellte. Dies ist derzeit nur in der Bauwirtschaft der Fall (67 Prozent). Bei den Dienstleistern sehen 39 Prozent im Fachkräftemangel ein Geschäftsrisiko, in der Industrie sind es 34 Prozent und im Handel 32 Prozent.

    2,8 Prozent

    Für 2021 erwartet der DIHK lediglich ein Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent.

    DIHK-Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland

    Verwendung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland

    Veränderung gegenüber Vorjahr, in Prozent, preisbereinigt, verkettet


    2019


    2020

    DIHK-Prognose

    2021

    Bruttoinlandsprodukt (BIP)

    0,6

    - 5,0

    2,8

    Private Konsumausgaben

    1,6

    - 6,0

    4,0

    Konsumausgaben des Staates

    2,7

    3,4

    1,6

    Bruttoanlageinvestitionen

    2,5

    - 3,5

    3,1

    Ausrüstungen

    0,5

    - 12,5

    6,0

    sonstige Anlagen

    2,7

    - 1,1

    2,5

    Bauten

    3,8

    1,5

    1,8

    Export (Waren und Dienstleistungen)

    1,0

    - 9,9

    6,0

    Import (Waren und Dienstleistungen)

    2,6

    - 8,6

    5,3

    Erwerbstätige
    (Veränderung in Tausend)

    + 400

    - 477

    + 60

    Verbraucherpreise
    (Veränderung in Prozent)

    1,4

    0,5

    1,6


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