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DIHK-Konjunkturumfrage Herbst 2019

Gestikulierende Hände von Geschäftsleuten über verschiedenen Unterlagen auf einem Tisch

Die Einschätzungen der Unternehmen liefern im Herbst 2019 keine Argumente für optimistische Prognosen

© Contributor / Getty Images

Mit der Auswertung "Konjunktur auf Talfahrt" präsentiert der DIHK die Ergebnisse seiner Konjunkturumfrage von Herbst 2019 bei den Industrie- und Handelskammern in Deutschland.

Die Umfrage wurde erstmals im Herbst 1977 durchgeführt und findet seitdem zweimal jährlich statt. Zusätzlich legt der DIHK seit dem Jahr 2000 mit "Konjunktur im Frühsommer" auch zu einem Zwischentermin eine bundesweite Auswertung von IHK-Konjunkturumfragen vor.

Grundlage für die DIHK-Ergebnisse sind Befragungen der Unternehmen durch die IHKs. Die IHKs befragen jeweils eine repräsentative Auswahl von Mitgliedsunternehmen. Im Herbst 2019 werteten die 79 IHKs rund 28.000 Antworten aus. Die regionalen Auswertungen finden Sie hier. Die Antworten verteilen sich auf die Industrie (27 Prozent), die Bauwirtschaft (7 Prozent), den Handel (22 Prozent) und die Dienstleistungen (44  Prozent).

Die wichtigsten Ergebnisse der Konjunkturumfrage Herbst 2019 im Überblick:

Im Herbst trübt sich die Geschäftslage der Unternehmen das dritte Mal in Folge deutlich ein. Der außenwirtschaftliche Gegenwind trifft nunmehr die Breite der Industrie. Die Abkühlung hinterlässt mittlerweile auch sichtbare Spuren bei industrienahen Dienstleistern und Großhändlern. Die im Herbst saisonübliche Lageaufhellung im Bau fällt in diesem Jahr auffallend schwach aus. Konsumnahe Branchen wie der Einzelhandel und der Tourismus profitieren weiterhin von der stabilen Binnennachfrage.

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen erleiden einen deutlichen Einbruch. Nachdem zunächst vornehmlich die Erwartungen in der exportorientierten Industrie zurückgingen, erfasst der Rückgang mehr und mehr die binnenorientierten Dienstleister, den Handel und sogar das Baugewerbe. Zudem ist die Finanzwirtschaft abermals betroffen. Insbesondere die weltweit aktiven Mittelständler (ab 200 Mitarbeiter) und Großunternehmen (mehr als 1.000 Mitarbeiter) sind verunsichert. So häufig wie noch nie seit Erhebungsbeginn 2010 sehen die Unternehmen wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen als Risiko für ihre Geschäftsentwicklung.

Der Saldo der Exporterwartungen in der Industrie fällt deutlich in den negativen Bereich. So viele Unternehmen wie noch nie seit der letzten Wirtschafts- und Finanzkrise nennen die schleppende Auslandsnachfrage als Risiko für die künftige Geschäftsentwicklung. Wachsender Protektionismus auf zahlreichen Märkten, eskalierende Handelskonflikte und der Brexit sorgen für schwache Ausfuhrerwartungen.

Die Investitionsabsichten der Unternehmen sinken zum fünften Mal in Folge. Dabei beschleunigt sich der Rückgang im Herbst noch. Während Ersatzbedarf, Rationalisierung und Umweltschutz stärker in den Fokus der investiven Maßnahmen rücken, verliert die Kapazitätsausweitung an Bedeutung. Die außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen schlagen auf die Investitionsneigung der Unternehmen. Zurückhaltung zeigt sich in allen Wirtschaftszweigen, vor allem in der Industrie und aber auch im Baugewerbe. Über alle Größenklassen hinweg reduzieren sich die Investitionspläne – am stärksten bei den mittelgroßen und großen Industrieunternehmen.

Die verschlechterten Konjunkturaussichten hinterlassen bei den Beschäftigungsabsichten deutliche Spuren – größtes Geschäftsrisiko ist und bleibt jedoch der Fachkräftemangel. Industrieunternehmen sind stark betroffen. Die Beschäftigungssituation im Handel, dem Baugewerbe und dem Dienstleistungssektor bleibt gegenwärtig weitgehend stabil. Während kleine und mittelständische Unternehmen unter 200 Mitarbeitern ihre Stammbelegschaft halten oder sogar neues Personal einstellen wollen, sind größere Unternehmen aufgrund der schlechten Geschäftslage eher zurückhaltend.

Grafiken zu Entwicklung und Erwartungen hinsichtlich BIP und Export 2010 bis 2020

Die Erwartungen der Wirtschaft an Bruttoinlandsprodukt und Export sind sehr gedämpft

© DIHK

 DIHK-Konjunkturprognose 2019

Verwendung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland

Veränderung gegenüber Vorjahr, in Prozent, preisbereinigt, verkettet


2018

DIHK-Prognose

2019

DIHK-Prognose

2020

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

1,5

0,4

0,5

Private Konsumausgaben

1,3

1,3

1,1

Konsumausgaben des Staates

1,4

1,9

2,0

Bruttoanlageinvestitionen

3,5

2,5

1,7

Ausrüstungen

4,4

2,0

1,0

sonstige Anlagen

4,3

2,3

2,2

Bauten

2,5

3,0

2,0

Export (Waren und Dienstleistungen)

2,1

0,3

- 0,5

Import (Waren und Dienstleistungen)

3,6

2,0

1,5

Arbeitsmarkt in Deutschland


2018

DIHK-Prognose

2019

DIHK-Prognose

2020

Erwerbstätige
(Veränderung in Tausend)


+606


+350


+50

Inflation


2018

DIHK-Prognose

2019

DIHK-Prognose

2020

Verbraucherpreise
(Veränderung in Prozent)


1,9


1,5


1,0


Kontakt

Frau im Haus der deutschen Wirtschaft
Katharina Huhn Referatsleiterin Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen

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