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Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2022

Unternehmen beurteilen Lage und Erwartungen negativer als im Herbst 2021 – So viele wie noch nie halten Energie- und Rohstoffpreise für größtes Geschäftsrisiko
Maschienenbau-Halle

"Die Konjunktur hält die Luft an"

Die deutsche Wirtschaft beurteilt sowohl ihre aktuelle Lage als auch den Ausblick auf das Gesamtjahr 2022 insgesamt negativer als vor dem Jahreswechsel. Fast zwei Drittel der Betriebe stufen die Energie- und Rohstoffpreise als eines ihrer aktuell größten Geschäftsrisiken ein – der höchste bislang vom DIHK ermittelte Wert. Das sind Ergebnisse der bundesweiten IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2022, die auf den Antworten von knapp 28.000 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen beruhen. Was das für die Konjunktur bedeutet, hat DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Freitag (11. Februar) vor Journalisten erläutert.

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Dr. Jupp Zenzen Referatsleiter Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen

DIHK-Radar ortet Konjunktur im grünen Bereich

DIHK-Konjunkturradar

© DIHK

Die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen an die nächsten zwölf Monate fallen bei den deutschen Unternehmen zu Jahresbeginn überwiegend positiv aus. Im Vergleich zum Herbst 2021 ist der Saldo der Geschäftslage von 29 auf einen aktuellen Wert von 18 und damit unter den langjährigen Durchschnitt von 22 gefallen. Weniger Unternehmen als in der Vorumfrage erwarten bessere Geschäfte bis Jahresende, nämlich nur noch 24 Prozent. Zugleich stellen sich 19 Prozent auf schlechtere Geschäfte ein. Folglich hat sich der Gesamtsaldo aus Besser-Schlechter-Einschätzungen zu den Geschäftsaussichten für die kommenden zwölf Monate von 10 auf 5 halbiert. Trotz dieses Rückschlags seit Herbst 2021 bewerten damit aber insgesamt immer noch mehr Betriebe ihre Lage und Erwartungen als positiv denn negativ. Damit ortet das DIHK-Radar die deutsche Konjunktur weiterhin im grünen Bereich – allerdings deutlich näher an den Null-Linien als im Herbst 2021.

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Frank Thewes Bereichsleiter Kommunikation
Leere Lagerhalle

Lieferketten-Probleme haben sich weiter verschärft

Der von Russland entfachte Krieg in der Ukraine und seine Folgen verstärken auch die Probleme in den globalen Lieferketten erheblich. Dabei hatten bereits im Februar 84 Prozent der deutschen Industriebetriebe mittlere bis erhebliche Lieferschwierigkeiten gemeldet. Mit seinem Lieferkettenbericht hat der DIHK eine Sonderauswertung der IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn vorgelegt. Die darin beschriebenen Engpässe sind aber noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Geschlossenes Restaurant mit Stühle zusammengeklappt

Lage in von Corona stark betroffenen Branchen hat sich spürbar verschlechtert

In den von der Corona-Krise besonders betroffenen Wirtschaftsbranchen hat sich die Lage der Betriebe über den Jahreswechsel deutlich verschlechtert. Das geht aus der bundesweiten IHK-Konjunkturumfrage hervor, die der DIHK ausgewertet hat. Im Gastgewerbe fürchten aktuell neun Prozent der Betriebe eine drohende Insolvenz, in der Kultur- und Freizeitwirtschaft (Kunst, Unterhaltung, Erholung) sogar 13 Prozent. Eine starke Steigerung im Vergleich zum Herbst 2021.

Frau kellnert im Cafe

Jedes fünfte Unternehmen plant mit mehr Personal

Trotz des schwierigen Umfelds und der unsicheren Pandemie-Entwicklung wollen mehr Betriebe zusätzliches Personal einstellen als Stellen abbauen. Mehr als jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) plant ein Plus bei der Beschäftigung, zwei Drittel erwarten einen gleichbleibendem Personalbestand, während 13 Prozent mit einem Abbau rechnen. Inzwischen melden fast so viele Betriebe Fachkräftemangel wie im Herbst 2018 – dem bislang historischen Höchststand.

Die wichtigsten Daten aus der Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2022 im Überblick

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    Drei Containerschiffe am Terminal

    Investitionen im Ausland werden attraktiver

    Die deutsche Industrie strebt wieder vermehrt ins Ausland. Nach einer Sonderauswertung der Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn, für die der DIHK 2.000 Antworten international aktiver Industrieunternehmen ausgewertet hat, wollen 44 Prozent dieser Betriebe (zuvor 43 Prozent) im Ausland investieren.

    Der Weg durch die Corona-Krise ist lang und kostet Wohlstand

    Als sich das Coronavirus Anfang 2020 weltweit ausbreitete, brach in der Folge auch die deutsche Wirtschaft ein. 2020 sank das Bruttoinlandsprodukt hierzulande im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent. 2021 ist die deutsche Wirtschaft zwar unterm Strich wieder gewachsen. Doch sie wird wahrscheinlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2022 das gleiche Leistungsniveau wie vor der Krise erreichen – wie der DIHK-Krisenmodulator in einem Rechenmodell zeigt.

    Das, was durch Lockdowns, steckengebliebenen Lieferungen oder Unsicherheiten an Geschäften beziehungsweise Einkommen ausgefallen ist, lässt sich als Wohlstandsverlust auch in Milliarden Euro darstellen. Aktuell hat Deutschland damit rund 436 Milliarden Euro weniger erwirtschaftet als ohne Krise wahrscheinlich gewesen wäre – rechnerisch sind das immerhin rund 5.450 Euro pro Einwohner.

    So funktioniert der DIHK-Krisen-Modulator

    Die Pandemie hat eine empfindliche Lücke in das deutsche Bruttoinlandsprodukt gerissen. 2020 fiel die gesamte Wirtschaftsleistung um fast fünf Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Das passiert vergleichsweise selten - zuletzt auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise 2009 in etwa der gleichen Größenordnung. Auch wenn die Wirtschaft danach wieder wächst, dauert es, bis sie wieder das ursprüngliche Leistungsniveau erreicht hat. Und das, was in der Zwischenzeit nicht erwirtschaftet werden konnte, fehlt tatsächlich - auch wenn der Staat und Sozialkassen akute Ausfälle über Rücklagen oder neue Schulden abgefedert haben. Wann wie Lücken entstehen und sich die Wirtschaft wieder aufbaut, haben wir zum Start des DIHK-Krisen-Modulators hier erläutert.

    Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2022 erläuterten am 11. Februar DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben und DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen den Journalistinnen und Journalisten. Hier können Sie die Aufzeichnung der Pressekonferenz abrufen.

    Logo auf dem "Thema der Woche" steht.

    DIHK-Konjunkturumfrage: Fast alle Unternehmen spüren sehr starken Kostendruck

    Bereits die Corona-Pandemie bewirkte weltweite Lieferengpässe und massive Preissprünge bei Energie und Rohstoffen; der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat die Lage für die deutsche Wirtschaft zusätzlich verschärft. Die Unternehmen fast aller Branchen leiden unter massiven Kostensteigerungen, die sie oftmals nur in begrenztem Umfang an ihre Kunden weitergeben können, und stehen vielfach vor ernsthaften Existenzproblemen. In dieser Situation ist es wichtig, dass die Betriebe von allen vermeidbaren Zusatzkosten entlastet werden.

    Union Jack, englische Flagge

    Englische Fassung

    Unter der Überschrift "Uncertainty hampers the upswing" gibt es hier auch eine englischsprachige Fassung zur DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2022.

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