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Bewertung von Sachbezügen nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG 

BMF-Schreiben zur Bewertung von Sachzuwendungen vom 11. Februar 2021
Sozialleistungen

© Christian Horz / iStock / Getty Images Plus

Mit Schreiben vom 11. Februar 2021 hat die Finanzverwaltung das BMF-Schreiben zur Bewertung von Sachzuwendungen vom 16. Mai 2013 angepasst. Die Änderung bezieht sich auf die Anwendung der Bewertungsmethode für Sachzuwendungen, die an Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt werden. Hintergrund der Änderung ist aktuelle BFH-Rechtsprechung.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat zur Bewertung von Sachbezügen nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG mit Urteil vom 7. Juli 2020 zum Aktenzeichen VI R 14/18 u.a. entschieden, dass ein Sachbezug grundsätzlich auch anhand der Kosten des Arbeitgebers bemessen werden kann, wenn eine Ware oder Dienstleistung in der Regel nicht an Endverbraucher vertrieben wird. Es ist also neben dem Endpreis am Abgabeort und dem Marktwert auch der Aufwand des Arbeitgebers als Bewertungsmaßstab möglich. Im Urteilsfall ging es um die Frage, wie die Kosten für ein Firmenfitnessprogramm, das den Arbeitnehmern angeboten wird, anzusetzen sind. Der BFH urteilte hier, dass ggf. die aufgewendeten Kosten des Arbeitgebers zu berücksichtigen sind. 

Das BMF-Schreiben vom 16. Mai 2013 zum Verhältnis von § 8 Abs. 2 und Abs. 3 EStG bei der Bewertung von Sachbezügen wurde daher in Randnummer 4a derart ergänzt, dass, wenn die konkrete Ware oder Dienstleistung nicht zu vergleichbaren Bedingungen an Endverbraucher am Markt angeboten wird, der Sachbezug in Höhe der entsprechenden Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich Umsatzsteuer und sämtlicher Nebenkosten angesetzt werden kann.  

Das BFH-Urteil vom 7. Juli 2020 wird damit umgesetzt. R 8.1 Absatz 2 Satz 3 LStR ist nicht anzuwenden.  

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Porträtbild Dr. Ulrike Beland, Referatsleiterin Koordination wirtschaftspolitischer Positionen | Bürokratieabbau
Dr. Ulrike Beland Referatsleiterin Koordination Wirtschaftspolitischer Positionen | Bürokratieabbau