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"Der DIHK und sein Präsident sprechen klare Worte"

IHK-Organisation und Politik verabschieden Eric Schweitzer als DIHK-Präsident
Peter Adrian und Eric Schweitzer schütteln die Hände

Nachfolger Peter Adrian (l.) überreichte Eric Schweitzer ein "Abschiedsbuch"

© DIHK / Hans-Christian Plambeck

Nach acht Jahren hat der Berliner Unternehmer Eric Schweitzer seine Amtszeit als Präsident des DIHK beendet. Grund genug, auf eine wirtschaftspolitisch bewegte Zeit zurückzublicken. Nicht nur die IHK-Organisation, sondern auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Bundesminister Peter Altmaier und Olaf Scholz würdigten die Verdienste des jüngsten DIHK-Präsidenten bei einem hybriden Festnachmittag in Berlin.

Zugeschaltet meldete sich als erste Laudatorin die Bundeskanzlerin zu Wort: Eric Schweitzer sei "ein sehr geschätzter Gesprächspartner", betonte Angela Merkel. In der Corona-Pandemie gewann der Austausch zwischen Wirtschaft und Politik eine besondere Bedeutung. "Von der Eindämmung des Virus hängt auch die wirtschaftliche Erholung ab. Denn es ging nie um Gesundheit ODER Wirtschaft, sondern immer um Gesundheit UND Wirtschaft," so Merkel.

Sie erinnerte an die regelmäßigen Treffen der Bundesregierung mit Wirtschaftsverbänden, in denen wirklich alle Themen angesprochen wurden – und Eric Schweitzer offenbar einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. "Der DIHK und sein Präsident sprechen klare Worte," fasste die Bundeskanzlerin zusammen.

DIHK – Partner der ersten Stunde in der dualen Berufsausbildung

Die Bundeskanzlerin sprach sich deutlich für die Novelle des IHK-Gesetzes aus, die in diesen Tagen das Gesetzgebungsverfahren durchläuft, und verwies auf die Expertise der IHK-Organisation und ihres Dachverbandes in vielfältigen wirtschaftspolitischen Fragen. "Der DIHK ist Partner der ersten Stunde in der dualen Berufsausbildung", betonte die Kanzlerin und verwies unter anderem auf den Sommer der Berufsausbildung, in dem auch die IHKs kräftig die Werbetrommel für die duale Ausbildung rühren. Ein besonderes Augenmerk richtete Angela Merkel auf die Aufgaben der Auslandshandelskammern, vor allem auf das neue Projekt "Compact with Africa".

Acht spannende Jahre lang war es seine Aufgabe, den berechtigten Interessen der deutschen Wirtschaft eine Stimme zu geben. Eine gute Zeit mit vielen Herausforderungen, formulierte es Eric Schweitzer prägnant.

Politik als Geduldsprobe

Er gestand mit Blick auf die Gastredner wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesfinanzminister und Vize-Kanzler Olaf Scholz, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, FDP-Generalsekretär Volker Wissing sowie viele andere Politiker aber auch: "Für mich als Unternehmer war es gelegentlich schwer, die Geduld aufzubringen, mit der Sie als Politikerinnen und Politiker nahezu rund um die Uhr, die aus Ihrer Sicht wichtigen Themen bearbeiten und im politischen Prozess durchsetzen müssen."

Bundesfinanzminister Olaf Scholz erinnerte auch an die Zeiten vor der Corona-Pandemie, etwa die Rolle des DIHK während der Flüchtlingswelle 2015: Er habe gezeigt, dass Zuwanderung eine Chance für die deutsche Wirtschaft sein kann, erklärte Scholz.

Große Anstrengungen für Klimaneutralität

Doch auch im Rahmen der Energiewende und Klimaneutralität habe gerade Eric Schweitzer eine wichtige Rolle gespielt, so Scholz: "Es war für alle ein Gewinn, dass Sie die Wirtschaft in der Kohlekommission vertreten haben." 

Scholz verwies auf die großen Anstrengungen, die in diesem Rahmen noch geleistet werden müssen: Vom Windkraftausbau, dem Ausbau der Infrastruktur der E-Mobilität, der zunehmenden Nutzung von Wasserstoff, aber auch damit einhergehende, notwendige Erleichterungen bei Genehmigungsverfahren und eine Steigerung des entsprechenden Know-hows.

Auch Scholz betonte die besondere Rolle des Dachverbands der IHKs bei der beruflichen Aus- und Weiterbildung: "Da wünsche ich mir den DIHK als starken Partner."

DIHK als Teil der Lösung

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier schließlich kam zurück auf das allgegenwärtige Corona-Thema: "Die Präsidenten und die Geschäftsführer des DIHK haben alles dafür getan, dass die Pandemie nicht zu einem disruptiven Ereignis für die deutsche Wirtschaft geworden ist."

Auch er sprach sich dafür aus, mit der Novelle des IHKG dem DIHK die Rechtssicherheit zu geben, die er für seine Arbeit brauche. Als Ansprechpartner für die Politik, so Altmaier, war der DIHK "nie Teil des Problems, sondern immer Teil der Lösung." Ein kurzes Statement des Ministers gibt es auch in der Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums.

IHK-Organisation steht für offenen Diskurs

Der neue DIHK-Präsident Peter Adrian würdigte die Arbeit Eric Schweitzers: Er sei auf allen Feldern mit vollem Einsatz dabei gewesen. Das sei auch wichtig und unerlässlich, denn: "Wir müssen Probleme ansprechen, Kontroversen – übrigens auch innerhalb der Wirtschaft – austragen und nicht verschweigen, wir müssen in der politischen Debatte konkrete wirtschaftspolitische Lösungen entwickeln. Für diesen offenen und transparenten Diskurs steht unsere IHK-Organisation. Und dafür steht Eric Schweitzer als Person", betonte Peter Adrian.

Auch in Zukunft werde dieser Diskurs fortgeführt werden müssen, so Adrian: "Die Begegnung auf Augenhöhe, mit Respekt für die Meinung und die Perspektive des anderen, muss immer wieder möglich sein. Insbesondere Wirtschaft gründet auf Vertrauen zwischen Geschäftspartnern – die Vereinbarung per Handschlag steht als Bild dafür. Die IHK-Organisation fühlt sich der Förderung der Idee der Ehrbaren Kaufleute in einem modernen Verständnis verpflichtet. Es geht uns um gute Rahmenbedingungen für unternehmerische Aktivität hierzulande."

Klimawandel, Digitalisierung und die demografische Entwicklung gehörten zu den großen Aufgaben für Wirtschaft und Gesellschaft, so Adrian. Hier benötige man Strategien und Pläne, aber vor allem ein Klima für Innovation und Veränderung.


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Daphne Grathwohl Referatsleiterin Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung