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Campingwirtschaft steht vor Rekordsommer

Gute Nachfrage überdeckt strukturelle Belastungen im Tourismus

(21.06.2017) Die Tourismuswirtschaft startet voller Optimismus in die Sommerferien. Das zeigt eine neue Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die auf knapp 5.000 Antworten von Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben, Campingplätzen, Reisebüros und -veranstaltern sowie Busunternehmen beruht.

DIHK-Schlaglicht Tourismuskonjunktur

"Wir rechnen mit dem achten Rekordsommer in Folge", berichtete der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Besonders die Campingwirtschaft erwarte "einen Super-Sommer": Hier liege der Saldo der Geschäftserwartungen mit 39 Punkten nochmals 6 Punkte über dem schon guten Vorjahreswert.

Der DIHK führt das auf die starke Binnennachfrage einerseits und steigende Gästezahlen aus dem Ausland andererseits zurück. "Im Trend liegen vor allem der Alpenraum und die Küstenregionen, insbesondere die Nordsee", so Dercks. Die Dynamik im Städtetourismus lasse hingegen weiter etwas nach.

Die gute Nachfragesituation überdeckt dem Report zufolge kurzfristig manche strukturelle Belastung von Hotels und Gastronomen: "Neue Bürokratie wie beispielsweise zusätzliche Anforderungen an die Registrierkassen sind vor allem für viele kleine und mittelständische Unternehmen schwer zu verkraften", warnte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer.

"Haupt-Herausforderung ist und bleibt aber der Mangel an Fachkräften." Hierin sähen sechs von zehn Betrieben ihr größtes Risiko. "Allein die Bundesagentur für Arbeit weist in der Tourismusbranche über 50.000 offene Stellen aus", sagte Dercks. "Letztlich müssen Angebote eingeschränkt werden, wenn das Personal dafür fehlt."

Damit zusätzliche Beschäftigungspotenziale gehoben werden könnten, seien unter anderem weitere Vereinfachungen bei der Beschäftigung von ausländischen Fachkräften nötig, betonte er. Dazu zähle etwa die Erweiterung der entsprechenden Positivliste von Engpassberufen bei der Bundesagentur für Arbeit um gastgewerbliche Berufe. "Auch mehr Kinderbetreuungsangebote, die sich an den im Tourismus normalen Arbeitszeiten der Eltern auch in Tagesrandzeiten und am Wochenende orientieren, würden helfen", so Dercks.

Sie finden die Umfrageergebnisse mit weiteren Einzelheiten rechts oben zum Download.