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Stabilität wichtiger als schnelle Formelkompromisse

Eric Schweitzer in der "Heilbronner Stimme"

(27.11.2017) "Eine Regierung, die vier Jahre hält, und ein vernünftiges Wirtschaftsprogramm": So hat Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), jetzt in einem Zeitungsinterview die Wünsche der Unternehmen an eine potenzielle neue Koalition zusammengefasst.

DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer, Foto: Thomas Kierok

Nachfolgend zitieren wir das Gespräch mit der "Heilbronner Stimme" im Wortlaut:

"'Heilbronner Stimme': Herr Schweitzer, können wir uns eine so lange Regierungsbildung leisten?

Eric Schweitzer: Für Unternehmen sind verlässliche politische Rahmenbedingungen ein wichtiger Faktor. Deshalb wünscht sich die Wirtschaft einerseits schnell klare Verhältnisse. In einer Demokratie gehören andererseits solche unsicheren Übergangsphasen dazu.

Dass es jetzt etwas länger dauert als wünschenswert, lässt sich nicht ändern. Erfreulicherweise läuft die Konjunktur ja nach wie vor gut. Wichtiger als schnelle Formelkompromisse sind aus Sicht der Unternehmen eine stabile Regierung, die vier Jahre hält, und ein vernünftiges Wirtschaftsprogramm, das Deutschland auch für das nächste Jahrzehnt wirtschaftlich stark macht.

'Heilbronner Stimme': Wie wichtig ist international die Verlässlichkeit Deutschlands?

Schweitzer: Sehr wichtig. Die ganze Welt verbindet Verlässlichkeit mit Deutschland – das gilt für Politik und Wirtschaft. Umso mehr fällt auf, wenn bei uns mal etwas nicht ganz so rund läuft wie sonst.

Ich hoffe deshalb, dass eine künftige Bundesregierung ihre Verantwortung für Europa und die Welt auch mit Blick auf unsere wirtschaftlichen Interessen wahrnehmen wird. Schließlich hängt ein Viertel der deutschen Arbeitsplätze unmittelbar vom Export ab. Hinzu kommen viele kleine und mittlere Betriebe, die indirekt als Zulieferer oder Dienstleister von dieser Exportstärke profitieren.

'Heilbronner Stimme': Bekommen Sie kritische Rückmeldungen Ihrer Mitglieder?

Schweitzer: Die schwierige Regierungsbildung wird auch bei den Unternehmen in unserer Kammerorganisation kontrovers diskutiert. Die schwierigen Verhandlungen sind Folge eines Wahlergebnisses, das wir alle akzeptieren sollten.

Unternehmen achten sehr darauf, welche Rolle wirtschaftliche Fragen bei Koalitionsverhandlungen spielen: Danach sollte am Ende ein Koalitionsvertrag für Investitionen herauskommen. Denn wir müssen wieder mehr für unsere wirtschaftliche Zukunft tun. Obwohl die konjunkturelle Lage erheblich besser ist als nach der Bundestagswahl 2013, beurteilen die Unternehmen in unseren Umfragen viele Standortfaktoren heute schlechter als damals.

'Heilbronner Stimme': Wie gut aufgestellt ist die deutsche Wirtschaft derzeit?

Schweitzer: Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft steht derzeit auf stabilen Füßen. Die Geschäftslage der Unternehmen ist so gut wie nie zuvor. Die Wirtschaftsleistung wird auch 2018 kräftig wachsen. Die Exporte entwickeln sich positiv, Konsum und Beschäftigung steigen weiter. Nach 650.000 zusätzlichen Stellen in diesem Jahr rechnet der DIHK für 2018 mit einem ähnlich hohen Plus von 600.000.

Hinzu kommt, dass die Unternehmen wieder mehr investieren wollen, wenn es denn die Standortbedingungen zulassen. Aber die guten Zahlen der Konjunktur dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir auch Herausforderungen haben. Ob beim Fachkräftemangel oder bei den Investitionen: Die Unternehmen wollen selbst anpacken. Sie erwarten dafür aber positive Signale aus der Politik."