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"Die Brexit-Uhr tickt immer lauter!"

Austausch mit Chefunterhändler Barnier bei DIHK und BDI

(29.11.2017) "Die deutsche Wirtschaft erwartet von der britischen Seite endlich klare und belastbare Aussagen zu den kritischen Punkten der Austrittsverhandlungen": Das betonte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), heute in Berlin.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Wansleben, Foto: Jens Schicke

Bei einer Veranstaltung am heutigen Mittwoch im Haus der Deutschen Wirtschaft wird Michel Barnier, Brexit-Chefunterhändler der EU, auf Einladung von DIHK und Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) den Sachstand erläutern und Fragen beantworten. Wansleben nahm dies zum Anlass, sich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zum Standpunkt der hiesigen Unternehmen zu äußern.

"Am 30. März 2019 sind die Briten raus aus der EU. Bis dahin muss eine Einigung her", mahnte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Das sind wir uns allen schuldig." Er verwies darauf, dass ein "No deal" auch für die deutsche Wirtschaft "gravierende Negativfolgen" hätte: "Sollte der Handel zwischen Europa und dem Vereinigten Königreich in Zukunft wieder den Bedingungen der WTO unterliegen – was zu befürchten ist –, dann kommen erhebliche Zollbelastungen auch auf deutsche Unternehmen zu."

Allein im Automobilsektor drohten bei der Ausfuhr von Kraftfahrzeugen 2,35 Milliarden Euro zusätzliche Zollkosten pro Jahr, berichtete Wansleben. Deutschland habe 2016 Kraftfahrzeuge im Wert von mehr als 20,8 Milliarden Euro nach Großbritannien exportiert. Im Chemie- und Pharmabereich würden auf deutsche Ausfuhren Zölle von rund 200 Millionen Euro pro Jahr anfallen.

Diese Zahlen unterstreichen nach Einschätzung des DIHK-Hauptgeschäftsführers die Bedeutung eines gemeinsamen Binnenmarktes und des freien Warenverkehrs in Europa für die deutsche Wirtschaft.

"Alle Beteiligten müssen schnell zu einer einvernehmlichen Lösung kommen, um bald Gewissheit für die Unternehmen zu schaffen", sagte er. "Denn anders als beim Pokerspiel kann es beim Brexit-Poker am Ende nur Verlierer geben."

Die Industrie- und Handelskammern wie auch die Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer in London berieten und informierten umfassend über die Konsequenzen des Brexit, so Wansleben. "Ohne klare Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsverkehr mit Großbritannien werden sie aber nur das Chaos lindern können."

Einen Rückblick auf die Veranstaltung mit Michel Barnier finden Sie hier: