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Neue Seidenstraße: Großes Potenzial in schwierigem Umfeld

DIHK sieht enorme Bedeutung auch für deutsche Unternehmen

(26.02.2018) Die "Neue Seidenstraße – Chinas massives Investitionsprogramm" und die hiermit verbundenen Chancen beleuchtet die gleichnamige Studie, die die deutsche Außenwirtschaftsagentur Germany Trade & Invest (GTAI) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) heute in Berlin vorgestellt haben.

Cover "Chinas neue Seidenstraße"

Können deutsche Unternehmen von der "Belt and Road Initiative" profitieren? Welche Aussichten bestehen für eine Beteiligung an Ausschreibungen? Wie und wo können sie erfolgreich sein?

Grundsätzlich sei die chinesische Initiative für ganz Deutschland von großer Bedeutung, erklärte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier in Berlin: "Die Belt and Road Initiative hat weit über Asien hinaus einen Modernisierungsschub ausgelöst", berichtete er. "In nur zehn Jahren werden 90 Prozent des weltweiten Wachstums außerhalb Europas stattfinden."

Als kurzfristig interessant für deutsche Unternehmen bewertet Treier eine Beteiligung an Projekten zwischen Peking, Duisburg, Jakarta und Dar es Salaam. "Mittel- bis langfristig rückt dann auch die Erschließung dieser neu verbundenen Märkte in den Fokus." Durch die Neue Seidenstraße würden westliche Investoren beispielsweise auch Zentralasien in den Blick nehmen. "Hinzu kommt, dass China den Aufbau neuer Handelsregime zwischen Asien, Europa und Afrika im Rahmen dieses Projektes vorantreibt", so der DIHK-Außenwirtschaftschef weiter.

"Es ist wichtig, dass wir uns hier einbringen – um Regeln für fairen Handel und nachhaltige Standards auch im Umwelt- und Sozialbereich mitzugestalten", betonte er. "Die deutsche Wirtschaft ist nahezu auf der ganzen Strecke der Seidenstraße mit Auslandshandelskammern vertreten, sodass die Beteiligung deutscher Unternehmen an Projekten sowie die Mitgestaltung der Handelsregeln gut gelingen kann."

Bereits jetzt fließen massive Investitionen in die Neue Seidenstraße. 900 Milliarden US-Dollar sind fest verplant oder befinden sich bereits in der Umsetzung von Projekten. Vor allem die Infrastruktur soll auf den geplanten Routen ausgebaut werden.

Nach Angaben der Asian Development Bank werden in diesem Zusammenhang bis 2030 allein in Asien Investitionen in Höhe von über 26 Billionen US-Dollar unter anderem für den Bau von Kraftwerken, Pipelines, Straßen, Eisenbahnen oder Häfen benötigt. Eine Chance auch für deutsche Unternehmen. Allerdings handelt es sich häufig um Vorhaben in Staaten mit geringer Rechtssicherheit und politischer Stabilität, dafür aber hohen Risiken.

Dass China mit der "Belt and Road Initiative" vor allem auch eigene Interessen verfolge, sei weder neu noch ungewöhnlich, sagte Jürgen Friedrich, Sprecher der GTAI-Geschäftsführung, in Berlin. Auch seien die chinesischen Ausschreibungen häufig eher intransparent, ein Erfolg deutscher Unternehmen unwahrscheinlich.

Allerdings: "Wir gehen davon aus, dass Ausschreibungen beispielsweise der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank transparent und fair sind. Hinzu kommen Chancen in Zentralasien und dem Nahen Osten, in denen einige Länder selbst an der Einbeziehung deutscher Unternehmen Interesse haben. Die Ausschreibungen sind transparenter und auch die Qualitätsstandards sind dort um einiges höher." Gleichzeitig, so Friedrich, müsse man ganz klar sagen: "Der sprichwörtliche lange Atem ist nötig und die Präsenz vor Ort sehr wichtig."

Die heute in Berlin vorgestellte Studie gibt es rechts oben zum Download. Mehr Informationen finden sie auch auf der Website der GTAI unter www.gtai.de/seidenstrasse und www.gtai.de/seidenstrasse-projekte.