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Erfolgsfaktoren für eine gute Berufsausbildung in Europa

DIHK: Gemeinsam mit Frankreich Impulse geben!

(24.05.2018) Betriebliche Ausbildungsmodelle wie das deutsche duale System finden europaweit immer mehr Anklang. Bevor der berufliche Bildungsweg eine gleichwertige Alternative zur Hochschule darstellt, ist nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) jedoch noch eine Menge zu tun.

Dr. Achim Dercks, Februar 2017

"Wir haben derzeit in Europa rund 20 Millionen junge Menschen an den Universitäten, aber nur circa 3,5 Millionen Jugendliche in einer Berufsausbildung", sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks beim 5. Berufsbildungstag der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer am heutigen Donnerstag in Paris (www.berufsbildungstag.com). "Das muss sich im Interesse der Fachkräftesicherung der Unternehmen ändern."

Vor politischen Entscheidern und Wirtschaftsvertretern aus beiden Ländern präsentierte Dercks die Kernforderungen des DIHK für eine moderne und qualitativ gute Ausbildung in Europa:

In erster Linie notwendig sei ein betrieblicher Praxisanteil von mindestens 50 Prozent. Wirtschafts- und Sozialpartner sowie Kammern sollten bei der Steuerung der nationalen Berufsbildungssysteme miteinbezogen werden. Frankreich unternehme derzeit mit seiner geplanten Berufsbildungsreform einen "wichtigen und mutigen Schritt" in diese Richtung, lobte er. Dies eröffne neue Möglichkeiten für eine engere bilaterale Berufsbildungskooperation und auch für gemeinsame Impulse in Europa. Bei der geplanten Revision des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages solle deshalb auch eine Stärkung der Beruflichen Bildung verankert werden.

"Qualifizierte Ausbildung braucht aber auch gute Schulbildung", so der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer weiter. Davon sei Europa mit einer Schulabbrecherquote von über zehn Prozent weit entfernt. Er nannte dies einen "Weckruf an die Politik", die Qualität der Schulsysteme zu verbessern. Dazu gehöre auch eine gute Berufsorientierung bereits in der Schule, möglichst mit Praxiseinblicken für die Jugendlichen.

Im Zeitalter der Digitalisierung müsse die Schule zudem digitale Kompetenzen vermitteln, fuhr Dercks fort. Er verwies auf die aktuelle DIHK-Ausbildungsumfrage von 2017, der zufolge für knapp 70 Prozent der Betriebe die IT-Kenntnisse ihrer Ausbildungsbewerber an Bedeutung gewinnen. Bereits heute seien digitale Kompetenzen integraler Bestandteil vieler Berufsausbildungen.

Nicht zuletzt sollten nach Dercks' Auffassung möglichst viele junge Europäer während ihrer Ausbildung Lern- und Arbeitserfahrung im Ausland gewinnen. Hier bestehe großer Nachholbedarf, sagte er in Paris, und er schlug vor, den deutsch-französischen Austausch von Auszubildenden zu verstärken, um die grenzüberschreitende Mobilität in Europa voranzubringen.