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Mangel an MINT-Fachkräften "Alarmsignal" für die Wirtschaft

Achim Dercks zu den aktuell Zahlen des IW Köln

(24.05.2019) Besorgt hat sich Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), zu den jüngsten Erkenntnissen über den Fachkräftemangel in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) geäußert. Die Wirtschaft helfe, gegenzusteuern.

Dr. Achim Dercks, Februar 2017

Bereits in der DIHK-Konjunkturumfrage von Jahresbeginn rangierte das Fehlen qualifizierter Mitarbeiter auf Platz eins der von den Unternehmen wahrgenommenen aktuellen Geschäftsrisiken. Besonders groß ist die Lücke demnach in Berufen, die spezielles technisch-naturwissenschaftliches Wissen erfordern.

Genau in diesen Bereichen fehlen mit Stand April 311.300 Fachkräfte, das hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln in seinem MINT-Frühjahrsreport 2019 ermittelt (siehe auch www.nationalesmintforum.de).

Das bedeutet zwar einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr (314.800), ist aber immer noch die zweitgrößte Besetzungslücke seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Und: Während sich die Akademikerquoten im MINT-Bereich insgesamt positiv entwickeln, setzt sich der Rückgang bei den beruflich qualifizierten MINT-Fachkräften fort.

"Für die Wirtschaft insgesamt ist das ein Alarmsignal", kommentiert Achim Dercks die Zahlen. "Denn die Betriebe in Deutschland brauchen MINT-Fachkräfte und sind in der Lage, sie auch selbst praxisnah auszubilden. Sie tun auch in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern viel dafür, junge Menschen für eine MINT-Berufsausbildung zu gewinnen."

Ein wichtiger Faktor dabei sei nach Erfahrungen der IHK-Organisation die Phase der Berufsorientierung in den letzten Schuljahren, betont Dercks. "Diese Orientierungsphase müssen wir gemeinsam weiter verbessern. Gerade Schülerinnen und Schüler an Gymnasien wissen zu wenig über die vielfältigen Möglichkeiten des dualen Ausbildungssystems."

Die Vermittlung von Informationen über die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung und zu den Einkommens- und Karriereperspektiven der beruflichen Bildungswege im Schulunterricht seien wichtig für eine fundierte Entscheidung der jungen Menschen, so der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Um das Interesse an MINT-Themen zu erhöhen, bewähren sich Projekte in Kitas und Schulen rund um das Thema MINT sowie das Erleben von Berufen in der Praxis."