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DIHK: Ein harter Brexit ist nicht vom Tisch

Unternehmen weiterhin ohne "klaren Kompass"

(13.06.2019) In gut sechs Wochen sollte die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May geklärt sein. Danach dürfte der Brexit wieder ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), beklagt die fortwährende Unsicherheit für die hiesige Wirtschaft.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Wansleben, Foto: Jens Schicke

"Drei Jahre nach dem Brexit-Referendum fehlt den Unternehmen weiterhin ein klarer Kompass", kommentierte  der DIHK-Hauptgeschäftsführer die Lage gegenüber dem "Tagesspiegel". "Die Unsicherheit über die zukünftigen Handelsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich – immerhin unser fünftwichtigster Exportpartner – belastet die Geschäfte spürbar."

Das belege die jüngste DIHK-Umfrage Going International, in der nur noch jedes fünfte Unternehmen mit Beziehungen zu Großbritannien seine Geschäfte als gut bezeichnet hatte. "70 Prozent der Betriebe erwarten dagegen für 2019 eine Verschlechterung der bilateralen Geschäfte – dreimal so viele wie im Vorjahr", berichtete Wansleben. Zuletzt seien die deutschen Exporte in das Vereinigte Königreich bereits deutlich zurückgegangen. Zudem plane jedes achte Unternehmen, Investitionen von Großbritannien in andere EU-Staaten zu verlagern.

"Ein harter Brexit ist nicht vom Tisch – die Unternehmen rechnen nach wie vor mit allem", sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Die deutsche Wirtschaft braucht endlich klare Entscheidungen aus Westminster, denn das ständige Hin und Her auf britischer Seite schadet den Unternehmen auf beiden Seiten des Kanals."

Trotz der Zitterpartie um den Brexit sei deutschen Betrieben aber eine klare und geschlossene Haltung der 27 EU-Staaten wichtiger als weitere Zugeständnisse an die ausstiegswilligen Briten, betonte Wansleben unter Verweis auf das DIHK-Unternehmensbarometer zur Europawahl. Darin hatten 85 Prozent der Befragten angegeben, der Zusammenhalt der EU und der Binnenmarkt dürften durch den Brexit-Deal nicht gefährdet werden – selbst dann nicht, wenn der eigene Handel mit dem Vereinigten Königreich Schaden nehme.