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DIHK-Gründerreport

Welche aktuellen Gründertrends gibt es? Welche Schlussfolgerungen sollte die Politik ziehen?

Cover DIHK-Gründerreport 2016

Der DIHK-Gründerreport gibt Antworten. Der Bericht basiert auf den Kontakten der IHK-Existenzgründungsberater mit angehenden Unternehmerinnen und Unternehmern und erfasst so einen Großteil des Gründungsgeschehens in Deutschland.

Der jüngsten Auswertung zufolge ist das Gründungsinteresse in Deutschland auf einen neuen Tiefpunkt gesunken: Die 79 Industrie- und Handelskammern führten 2016 erstmals weniger als 200.000 Gespräche mit angehenden Unternehmerinnen und Unternehmern. Das bedeutet ein Minus von rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr und den niedrigsten Stand seit der ersten Umfrage vor 15 Jahren.

Als Gründe für diesen Negativrekord nannte DIHK-Präsident Eric Schweitzer zum einen den guten Arbeitsmarkt – "es gibt wenige Gründungen aus Mangel an Alternativen" –, zum anderen den Faktor Demografie: "Die besonders gründungsaffinen Jahrgänge zwischen 25 und 45 Jahren schrumpfen." Erfreulich sei jedoch, dass ein leicht steigender Anteil von wachstumsorientierten Start-ups mit guter Vorbereitung an den Start gehe.

Als einen Schlüssel zu mehr Gründungen empfahl er spürbaren Bürokratieabbau: In nahezu jedem Beratungsgespräch berichteten Jungunternehmer von komplizierten Regulierungen, Meldepflichten und Formularen. Gerade innovative Start-ups wünschten sich "One-Stop-Shops statt Behördenmarathon", wollten alles an einer Stelle erledigen. "Zudem sollte jede Gründung inklusive aller Genehmigungen binnen eines Monats möglich sein."

Wie der aktuelle DIHK-Gründerreport belegt, verzeichnen die IHKs auch Nachfragen von Flüchtlingen, die sich selbstständig machen möchten. "Im Jahr 2016 haben sich rund 700 Geflüchtete bei den IHKs zur Unternehmensgründung erkundigt", berichtete der DIHK-Präsident. "Das ist zwar ein noch kleiner Anteil, allerdings mit steigender Tendenz." Es gebe erste Gründungen im Handel, in der Gastronomie, vereinzelt auch in der IT-Branche. "Neben schwieriger Finanzierung sehen die IHKs vor allem Rechtsunsicherheit und mangelnde Deutschkenntnisse als Starthürden."

Gründungsinteressierten Flüchtlingen sei sehr geholfen, wenn die Ausländerbehörden rasch Klarheit über Art und Dauer des Aufenthaltes schafften, betonte Schweitzer. "Auf dieser Basis können sich die Geflüchteten viel besser auf ihr Gründungsvorhaben konzentrieren. Bei der Vermittlung von Sprachkenntnissen sollten auch Module für Selbstständige eine Rolle spielen, die dabei helfen, in verhandlungssicherem Deutsch mit Geschäfts- und Finanzierungspartnern in Kontakt zu treten."

Details und weitere Trends können Sie dem DIHK-Gründerreport 2017 entnehmen, der rechts oben zum Download bereitsteht. Dort gibt es auch eine Lang- und eine Kurzfassung sowie eine englische Version des Flyers zur Vorgängerumfrage von 2016.

Dr. Marc Evers
Dr. Marc Evers
T +49 30 20308 - 2614
F +49 30 20308 - 52614