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EU-Bildungspolitik und die Wirtschaft

Die Schlüssel zu einem langfristig wettbewerbsfähigen und prosperierenden Europa heißen Bildung, Wissen und Forschung. Die EU muss den Mitgliedstaaten helfen und sie antreiben, die hierfür notwendigen Reformen anzugehen. Zentrale europäische Aufgabe muss es sein, einen gemeinsamen europäischen Bildungs- und Forschungsraum zu realisieren.

Der Beitrag des DIHK zur europäischen Bildungspolitik

Bindeglied zwischen Wirtschaftsinteressen und Brüsseler Entscheidungsträgern

Der DIHK ist in seiner Brüsseler Repräsentanz mit einem eigenen Referat zur EU-Bildungspolitik vertreten und kann so die Interessen und Stellungnahmen der deutschen Wirtschaft direkt bei der Europäischen Kommission und im Europäischen Parlament vertreten. Gleichzeitig arbeitet er auf Brüsseler Ebene eng mit der europäischen Dachorganisation Eurochambres zusammen.

In Deutschland ist der DIHK fest eingebunden in die politische Willensbildung, beispielsweise in die EU-Begleitgruppe beim Bundesministerium für Bildung und Forschung. So kann er die deutschen Verhandlungspositionen zur EU-Bildungspolitik mitgestalten. Auch in den Gremien zur Umsetzung der europäischen Förderpolitik im Bildungsbereich ist der DIHK vertreten.

Prioritäten der EU in der Berufsbildung

DIHK listet wesentliche Ziele

  • Leitziel der Schaffung eines europäischen Raums für Bildung
  • Betonung des Zusammenhangs zwischen Wachstum und Bildungsstand
  • Prägung von Grundbegriffen wie lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit
  • Anstoß und Begleitung eines umfassenden wirtschaftlichen Reformprogramms (Lissabon-Strategie) mit der Zielsetzung, "die EU bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Raum in der Welt zu machen". Darin spielt die Bildung eine Schlüsselrolle.
  • Durchführung von EU-Bildungsprogrammen (Austauschförderung, Sprachenförderung, Pilotprojekte, transnationale Netze
  • Förderung vor allem der so genannten Benachteiligtengruppen in Grund-, Aus- und Weiterbildung durch den Europäischen Sozialfonds
  • Schaffung von Transparenz zwischen den nationalen Bildungssystemen mit besonderer Betonung der Vergleichbarkeit von Kompetenzen und Abschlüssen

Der Kopenhagen-Prozess

Auf dem Weg zur europäischen Berufsbildung

Der europäische Binnenmarkt ist bereits Realität, und allmählich entwickelt sich auch ein EU-weiter Arbeitsmarkt. Logische Konsequenz ist es, dass nun zügig ein europäischer Bildungsraum etabliert und gestaltet werden muss.

Denn die Unterschiedlichkeit der nationalen Bildungssysteme bildet – neben vielen sozialversicherungsrechtlichen und berufssystematischen Problemen – die größte Hürde für eine grenzüberschreitende Fortsetzung der Bildungskarriere oder einen Arbeitsplatzwechsel ins EU-Ausland.

Nach dem Vorbild des "Bologna-Prozesses" für die Hochschulen, mit dem einheitliche Studienstrukturen eingeführt werden, zielt der so genannte Kopenhagen-Prozess auf einen europäischen Raum der Berufsbildung. Grundlage ist die gleichnamige Erklärung, in der die Bildungsminister aus 32 europäischen Ländern Ende 2002 in der Hauptstadt Dänemarks konkrete Themenfelder und Umsetzungsschritte definierten.

Insbesondere durch die Schaffung eines europäischen Qualifikationsrahmens und die Entwicklung eines Leistungspunktesystems sollen die Systeme der beruflichen Bildung sich einander annähern und besser vergleichbar werden.

Die deutsche Wirtschaft unterstützt den Kopenhagen-Prozess, von dem sie sich zahlreiche Vorteile erhofft: Die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland wird erleichtert, EU-Geschäftspartner sind einfacher einzuschätzen, und Bundesbürger können innerhalb der Union unkomplizierter eine Arbeit aufnehmen.

Kopenhagen- und Bologna-Prozess sind Teil der im Jahr 2000 von den europäischen Regierungschefs verabschiedeten Lissabon-Strategie, nach der die EU bis 2010 zum "wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt" werden soll.