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19.10.2017

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Treier: Hiesige Betriebe können zentralen Beitrag leisten

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DIHK wartet besorgt auf Trump-Rede zum Iran

Schon die Nicht-Bestätigung des Abkommens könnte schaden

(13.10.2017) US-Präsident Donald Trump will an diesem Freitag seine Iran-Strategie vorstellen. Sollte er ein Ausscheren aus dem Atomabkommen bekannt geben, würde das nach Einschätzung von Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), einen massiven Rückschlag bedeuten.

Dr. Volker Treier

Kehrte Trump zu den ausgesetzten US-Sanktionen gegen den Iran zurück, wäre das eine "herbe Enttäuschung", sagte Treier der Nachrichtenagentur dpa. Die sich wieder deutlich belebenden Handelsbeziehungen würden deutlich beeinträchtigt. "Auch die deutsche Wirtschaft hat sich darauf verlassen, dass die internationale Vereinbarung und damit die neue erleichterte Sanktionslage gilt", so Treier.

Zwar hätten sich die großen Hoffnungen, die der DIHK in das Atomabkommen gesetzt hatte, nicht umfassend erfüllt, doch seien die deutschen Iran-Exporte in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres um immerhin 23 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro gestiegen.

Der "großen Durchbruch" sei vor allem wegen anhaltender Probleme im Finanzsektor ausgeblieben, berichtete der DIHK-Außenwirtschaftschef. "Aber immerhin bewegen wir uns auf einem für den deutschen Export ja deutlich überdurchschnittlichen Wachstumspfad mit dem Iran." Der würde bei einer Rückkehr zu den Sanktionen abgebrochen. Dennoch sei nicht zu erwarten, dass die neu aufgebauten geschäftlichen Beziehungen im mittelständischen Bereich wieder auf null zurückgefahren würden.

Allerdings könnten neue Kooperationsfelder weiterhin brachliegen. Der Iran habe die zweitgrößten Erdgas- und viertgrößten Erdöl-Reserven weltweit, gab Treier zu bedenken. Die Erschließung dieses Potenzials werde bis 2023 etwa 900 Milliarden Euro kosten und bei einem neuen Sanktionsregime sehr schwer fallen. Viele Projekte seien noch nicht angegangen worden.

Darüber hinaus befürchtet Treier, dass die Trump-Rede auch ohne die Wiedereinsetzung von Sanktionen negative Auswirkungen haben könnte – nämlich dann, wenn der US-Präsident das Abkommen nicht bestätigt: "Je größer das Unternehmen und je stärker es exponiert ist in den USA, umso mehr würde eine solche Interregnumsphase die Verunsicherung schüren", sagte er. Solche Betriebe würden von weiteren Aktivitäten zunächst einmal Abstand halten.