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19.06.2018

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DIHK sieht keinen Mehrwert für irgendjemand

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Freier Handel ist "für alle ein Gewinn"

RND-Interview mit DIHK-Präsident Schweitzer

(12.06.2018) Europa muss nach Auffassung von Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), jetzt zeigen, dass es "Dealmaker" und nicht "Dealbreaker" ist. In einem Zeitungsinterview skizzierte Schweitzer das aktuelle Verhältnis zu den USA.

Dr. Eric Schweitzer, Foto: DIHK/Chaperon

Nachfolgend zitieren wir das Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) im Wortlaut:

"Redaktionsnetzwerk Deutschland: Herr Schweitzer, auch Angela Merkel sagt, Nichtstun könne ein Risiko sein. Ist es nach dem gescheiterten G7-Gipfel für die Europäer Zeit, den eigenen Worten im Handelsstreit auch mal Taten folgen zu lassen?

Eric Schweitzer: In Kanada hat sich die derzeitige handelspolitische Realität gezeigt. Europa hat schon bisher mit einer Sprache gesprochen. Wie wichtig das ist, sollte nun jedem klar sein.

RND: Wie scharf sollte die Reaktion der Europäer ausfallen?

Schweitzer: Es geht ja nicht darum, beleidigt zu sein. Die USA hat WTO-widrige Zölle auf Stahl und Aluminium eingeführt. Die EU-Gegenmaßnahmen ab 1. Juli sind beschlossen und sollten umgesetzt werden. Wir müssen zeigen, dass wir uns im Rahmen der WTO wehren können – und gleichzeitig gesprächsbereit sein.

RND: Gehen Sie davon aus, dass Trump den Konflikt weiter auf die Spitze treibt – etwa mit Strafzöllen auch für die Automobilindustrie?

Schweitzer: Die Amerikaner zaubern leider immer neue Themen aus dem Hut. Die Untersuchung auf Autozölle läuft bereits. Von solchen Maßnahmen sollte die USA unbedingt Abstand nehmen. Gefährdung nationaler Sicherheit beim Autobau wäre nun vollkommen ungerechtfertigt. Letztlich würden die USA durch Zölle aber nicht nur die deutsche Industrie treffen, sondern auch die eigenen Produktionsstandorte und vor allem die eigenen Verbraucher.

RND: Welche Möglichkeiten haben wir, Donald Trump und seiner Administration Brücken für neue Verhandlungen über niedrigere Zölle zu bauen?

Schweitzer: Ob es derzeit für Verhandlungen eine offene Tür gibt, versehe ich einmal mit großen Fragezeichen. Natürlich müssen wir perspektivisch mit unserem noch wichtigsten Exportmarkt über Vereinfachungen im Handel sprechen. Zölle sind dabei aber nur ein Thema. Man denke nur an 'Buy American' im Rahmen von öffentlichen Aufträgen oder zusätzliche Zertifizierungen in den USA. Wenn wir verhandeln, müssen auch die Zutrittshürden auf den US-Märkten auf den Tisch.

RND: Wie groß ist die Verunsicherung in der deutschen Wirtschaft angesichts der Eskalation der zurückliegenden Wochen?

Schweitzer: Keine Frage, die Unsicherheit wächst: Die Exportkonjunktur läuft schon schlechter als erwartet. Die handelspolitischen Konflikte kommen verschärfend hinzu. In der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage haben sich daher die Exporterwartungen der Unternehmen hierzulande deutlich eingetrübt.

RND: Was halten Sie von der Idee, ein Zeichen zu setzen, indem Deutschland das europäische Freihandelsabkommen Ceta mit Kanada schnell ratifiziert?

Schweitzer: Es ist an der Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Wir sollten zeigen, dass Europa 'Dealmaker' und nicht etwa 'Dealbreaker' ist. Übrigens hat Europa schon 40 Abkommen in Kraft. Kanada ist ein wichtiger Punkt. Mexiko, Mercosur und Japan die nächsten. Es gilt, mit Gleichgesinnten voranzuschreiten und dabei zu zeigen, dass freier Handel für alle ein Gewinn ist."