19.01.2025 - “Die erneuten Zoll-Drohungen von US-Präsident Trump gegenüber europäischen Ländern überschatten das Weltwirtschaftsforum. Die Hoffnung auf eine Normalisierung der transatlantischen Handelsbeziehungen hat damit einen Rückschlag erlitten. Jetzt ist diplomatisches Geschick gefragt. Die Spitzentreffen am Rande des Forums bieten die Chance, eine Eskalation des aktuellen Konflikts abzuwenden. Ein drohender Handelskrieg muss mit allen Kräften verhindert werden.
Statt neue Handelshürden aufzubauen, sollten sich die wichtigsten Volkswirtschaften auf mehr Zusammenarbeit einigen. Dafür braucht es dringend eine Koalition der EU mit relevanten Partnern in Asien, Lateinamerika und Afrika, die sich gemeinsam gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen stellt. Unter den neuen Vorzeichen sollte sich die Bundesregierung noch stärker dafür einsetzen, strategische Abhängigkeitenabzubauen und wirtschaftlich resilienter zu werden.
Die aktuelle Prognose des Internationalen Währungsfonds ist keine Entwarnung für Deutschland: Zwar wird die Wachstumsdynamik in Deutschland für das kommende Jahr etwas positiver eingeschätzt als im Vorjahr und auch für die Weltwirtschaft erwartet der IWF ein stabiles Wachstum. Doch diese positive Entwicklung spiegelt sich nicht in den deutschen Exportzahlen wider. Trotz eines robusten globalen Umfelds sind die deutschen Ausfuhren im vergangenen Jahr zurückgegangen.
Das zeigt, die deutsche Exportwirtschaft hat kein Nachfrageproblem im Ausland, wir haben ein Standortproblem zu Hause. Wir müssen schnellstens die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, damit Deutschland am weltweiten Wachstum partizipieren kann. Der Abbau von Bürokratie, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie verlässliche energie- und steuerpolitische Rahmenbedingungen sind dabei unabdingbar. Die Bundesregierung muss jetzt dringend ihre wirtschaftspolitischen Hausaufgaben erledigen.”
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Veröffentlicht 19.01.2026
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Dominik Ohlig
Pressesprecher – Chef vom Dienst