Junge Menschen sitzen an einem Tisch mit Laptops, im Vordergrund eine dunkelhaarige Frau mit Stift in der Hand

Berufliche Weiterbildung lohnt

Meister, Fachwirte & Co: Beruflich Qualifizierte haben fast ihr ganzes Erwerbsleben lang finanziell die Nase vorn

Der "Studier-Reflex"

Schulabschluss in der Tasche und dann? Erstmal studieren! So lautet die Antwort vieler junger Menschen, die vor der Wahl zwischen Studium und Ausbildung stehen. Dass der Trend immer stärker hin zum Studium geht, spiegelt der Arbeitsmarkt deutlich wider: Knapp jeder vierte Erwerbstätige (24 Prozent) hat heute an einer Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie studiert. Gleichzeitig, so zeigen aktuelle Projektionen, wird die Fachkräftelücke im Bereich der beruflich Qualifizierten auch in der aktuellen Dekade weiter bestehen bleiben. Viele Bereiche der Wirtschaft werden so bei der Personalgewinnung vor unverändert großen Herausforderungen stehen. 

Ein möglicher Grund für das anhaltende Streben nach höheren Bildungsabschlüssen ist die weit verbreitete Annahme, dass Akademikerinnen und Akademiker mehr Geld verdienen als beruflich Qualifizierte. Aber stimmt das wirklich? Nicht unbedingt. Am Ende ihres Erwerbslebens haben Akademiker und Personen mit einer abgeschlossenen Höheren Berufsbildung – also beispielsweise Industriemeister Metall oder Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung – fast gleich viel verdient, nämlich rund 1,7 beziehungsweise 1,6 Millionen Euro brutto. Das belegt eine Studie des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung an der Universität Tübingen. (IAW, 2022 

Vergleich kumuliertes Einkommen zwischen abgeschlossener Ausbildung, Weiterbildung, abgeschlossenem Studium und ohne Abschluss.

Weiterbildung zahlt sich aus

Lebenseinkommen unterscheiden sich nicht erheblich

In den Urlaub fahren, ein Auto kaufen, eine Immobilie erwerben oder eine Familie gründen – für Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung und anschließender Weiterbildung finanziell kein Problem.

Während viele Akademiker erst mit Mitte 20 anfangen zu arbeiten und dann oftmals noch ihren Studienkredit abbezahlen müssen, verfügen beruflich Höherqualifizierte, die direkt nach der Schule ins Erwerbsleben eingestiegen sind und nach ihrer Ausbildung noch eine höherqualifizierende Berufsbildung abgeschlossen haben, bereits über einen deutlichen finanziellen Vorsprung. Vielen Hochschulabsolventen gelingt es erst mit etwa 50 Jahren und somit recht spät, diese Lücke zu schließen.

Akademische versus Berufliche Bildung

Weitere Vorteile der Höheren Berufsbildung

Höchste Zeit also, gängige Vorurteile infrage zu stellen. Der Karriereweg über die Berufliche – stärker praxisorientierte – Bildung ist für viele eine lohnende Alternative zum Studium. Das gilt für junge Menschen bei der Berufswahl ebenso wie für Unternehmen bei der Suche nach Talenten für eine gemeinsame Zukunft. Die deutsche Wirtschaft jedenfalls profitiert seit Jahrzehnten von der betriebsnahen Aus- und Weiterbildung – und ist auch in Zukunft auf beruflich top qualifizierte Fachkräfte angewiesen!

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Junge Fachkräfte sitzen an einem Tisch und besprechen sich

IHK-geprüfter Abschluss: Höhere Berufsbildung zahlt sich aus

Die 10. DIHK-Erfolgsstudie Weiterbildung 2023 zeigt: Meister und Fachwirte werden von Betrieben besonders stark nachgefragt

Screenshot Weiterbildung wirkt Hillmann

Was Weiterbildung bringt: Stimmen aus dem "echten Leben"

Ob Netzmeister Strom oder Wirtschaftsfachwirt. Die Höhere Berufsbildung hat für die Absolventen vieles bewirkt. Wie kam es dazu und wie geht es ihnen heute damit? Wir haben Frauen und Männer gefragt, die sich weitergebildet haben. Sehen Sie hier unsere spannenden und persönlichen Videos.

Datum der Veröffentlichung 21.09.2023
Position Aretz

Gut zu wissen, was aufstiegsorientierte Menschen antreibt

Höhere Berufsbildung lohnt sich: POSITION sprach mit Praktikerinnen und Praktikern der Erwin Hymer Group und der Weiterbildungsgesellschaft der IHK Bonn/Rhein-Sieg über den Nutzen von Weiterbildung für Unternehmen und Beschäftigte.

Ansprechpartnerin

Porträtbild Julia Flasdick, Referatsleiterin Fachkräftesicherung | Weiterbildung

Julia Flasdick

Referatsleiterin Hochschulpolitik, Forschungs- und Strukturfragen