19.01.2026 - Die Erhöhung des Mindestlohns zum ersten Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde betrifft jedes zweite Unternehmen in Deutschland. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der DIHK unter fast 15.000 Betrieben. Dabei wird deutlich: Nicht nur Arbeitgeber, die selbst Angestellte zum Mindestlohn beschäftigen, also direkt betroffen sind, müssen Löhne anheben, sondern auch viele weitere Betriebe sehen sich dazu gezwungen. „Eine Mindestlohnerhöhung verändert die gesamte Lohnstruktur, und zwar nicht nur in den unteren Lohngruppen“, erklärt DIHK-Präsident Peter Adrian. „Etliche Arbeitgeber sehen sich veranlasst, auch Löhne, die über dem Mindestlohn liegen, anzupassen, um einen entsprechenden Abstand zum Mindestlohn beizubehalten.“
Direkt betroffen von der Mindestlohnerhöhung ist laut Umfrage rund jedes vierte Unternehmen. In der Gastronomie beschäftigt sogar jeder zweite Betrieb Angestellte zum Mindestlohn, im Handel jeder dritte. Hier sieht sich besonders der Einzelhandel (38 Prozent) Lohnsteigerungen und damit einem deutlichen Anstieg der Arbeitskosten gegenüber. Die Bauwirtschaft ist mit 17 Prozent am wenigsten betroffen.
Über alle Branchen hinweg geben 40 Prozent der Befragten an, auch die Löhne in höheren Lohngruppen anzuheben. In der Industrie ist es sogar fast jeder Zweite. Insgesamt sieht sich die Hälfte aller Unternehmen entweder direkt oder indirekt von der Mindestlohnerhöhung betroffen.
Um die steigenden Personalkosten auszugleichen, planen rund 40 Prozent der Befragten ihre Preise zu erhöhen. 13 Prozent beabsichtigen Personal abzubauen – im Einzelhandel und im Gastgewerbe sind dies sogar über 20 Prozent. Mit einer Einschränkung von Produktion und Dienstleistung wollen nur sieben Prozent der Unternehmen reagieren.
„Aufgrund der schwachen Wirtschaftslage entstehen aktuell ohnehin kaum neue Arbeitsplätze“, sagt Adrian. Zudem seien die Arbeitskosten schon heute im internationalen Vergleich viel zu hoch: „Die Mindestlohnerhöhung und steigende Sozialabgaben treiben die Arbeitskosten weiter in die Höhe. Das bremst Investitionen und Investoren aus – gerade im Mittelstand. Die Politik muss gegensteuern und die Sozialabgaben wirksam begrenzen: Zum Beispiel, indem sie Fehlanreize zur Frühverrentung abbaut und das Renteneintrittsalter an die Entwicklung der Lebenserwartung anpasst.“
Die vollständige Umfrage finden Sie hier.
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Veröffentlicht 19.01.2026
Pressekontakt
Julia Löffelholz
Pressesprecherin