Porträtfoto Ingo Kramer

Freihandel statt Zollschranken und Zusammenarbeit statt Machtpolitik!

LAI-Vorsitzender Ingo Kramer zur Einigung zum EU-Mercosur-Abkommen

Die Lateinamerika-Initiative der deutschen Wirtschaft (LAI) ist ein Zusammenschluss der Spitzen- und Regionalverbände der deutschen Wirtschaft, um wirtschaftliche Interessen deutscher Unternehmen gegenüber der Bundesregierung und der Regierungen der Staaten Lateinamerikas und der Karibik gemeinsam zu vertreten. Vorsitzender der LAI ist seit 2021 der Unternehmer Ingo Kramer, Ehrenpräsident der BDA.

09.01.2026 - "Die deutsche Wirtschaft ist zufrieden und erleichtert: Das Abkommen zwischen der EU und Mercosur kann unterzeichnet werden. Damit treten Handelserleichterungen in Kraft, die für die derzeit krisengeschüttelte deutsche Wirtschaft ein großes Potenzial bedeuten. Es entsteht ein gemeinsamer Markt von 700 Millionen Menschen und damit die größte Freihandelszone der Welt. Und, viel wichtiger: Es entsteht eine solide Basis für eine langfristige strategische Zusammenarbeit mit den Mercosur-Staaten und damit mittelbar mit der gesamten Region Lateinamerika. Das nicht nachlassende Engagement unserer Unternehmer bei der Unterstützung von Bundesregierung und EU – Kommission zum Abschluss des Mercosur–Abkommens in den letzten Jahren und bei den Freunden jenseits des Atlantiks hat sich gelohnt.

Es fallen zukünftig nicht nur Zölle weg, was den Handel erleichtert: Für deutsche Unternehmen wird es jetzt noch attraktiver, in der Region zu investieren. Brasilien ist schon aufgrund seiner Größe ein Wirtschaftspartner mit immensem Potenzial. Argentiniens Wirtschaft erholt sich unter der liberalen Agenda von Präsident Milei zusehends. Uruguay und Paraguay sind zwar kleine, aber sehr exportstarke Länder. In einem nächsten Schritt müssen nun ergänzend Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung zwischen den Staaten angestrebt werden.

Eine weitere Aufgabe besteht auf dem neuen Fundament in der Gewinnung der reichhaltigen Bodenschätze Lateinamerikas einschließlich Seltener Erden durch gemeinsame Investitionen unserer beiden Wirtschaftsräume. Bergbau und Verarbeitungsstufen vor Ort in den lateinamerikanischen Staaten mit unserem Knowhow im Maschinen- und Anlagenbau durch gemeinsame Joint Ventures müssen mittelfristig die europäische Abhängigkeit auf diesem Gebiet von China verringern. Im Gegensatz zum chinesischen Modell der Rohstoffausbeute und deren Verarbeitung komplett im eigenen Land erhöhen deutsche und europäische Investitionen in diesem Sektor die Wertschöpfung dort und die Sicherheit in der Rohstoffversorgung hier bei uns gleichermaßen.

Das Abkommen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Weltwirtschaft immer weiter fragmentiert und Lateinamerika zumindest wirtschaftlich zum „disputed territory“ zwischen den USA, China und Russland wird. Da setzt das Abkommen ein wichtiges Signal gegenüber unseren Freunden aus der Region: Freihandel statt Zollschranken und Zusammenarbeit statt Machtpolitik!"

 

 

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