Volker Treier_Reaktion

Nagelprobe für Europas handelspolitische Souveränität

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zum EU-Mercosur-Abkommen:

08.01.2026 „Für die deutsche Wirtschaft ist die Ratszustimmung zum EU-Mercosur-Handelsabkommen von besonderer Bedeutung. Die Verabschiedung dieses Abkommens ist die Nagelprobe, ob Europa in der Außenwirtschaft noch souverän auftreten kann – oder tatsächlich zum Spielball anderer geostrategischer Wettbewerber mutiert. Nach unzähligen Nachverhandlungen und Verzögerungen bei diesem für die Wirtschaft so wichtigen Regelwerk steht inzwischen unsere Glaubwürdigkeit als verlässlicher Handelspartner auf dem Spiel. 

Daher muss die Bundesregierung das Abkommen zur Chefsache machen und die anderen Mitgliedstaaten zur Zustimmung bewegen. Nicht zuletzt angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftskrise in Deutschland müssen die Vorteile des Abkommens für weite Teile der Unternehmerschaft besonders hoch gewichtet werden: Das Abkommen bringt neue Absatzperspektiven für die Industrie und angrenzende Dienstleister und Handel, es sichert Lieferketten für die Energieversorgung und bei anderen wichtigen Rohstoffen aus Südamerika besser ab. Denn unsere Wettbewerber aus den USA und insbesondere China zaudern nicht, sie machen Nägel mit Köpfen, insbesondere bei der wichtigen Rohstoffversorgung. 

Derzeit sind rund 85 Prozent der europäischen Ausfuhren in die Mercosur-Staaten mit Zöllen belegt. Das verursacht beachtliche Zusatzkosten beim bilateralen Handel von rund vier Milliarden Euro jährlich. Insgesamt exportieren 12.500 deutsche Unternehmen in die Region, davon 72 Prozent kleine und mittlere Betriebe. Seit mehr als 100 Jahren sind deutsche Unternehmen – unterstützt durch die Auslandshandelskammern – in Südamerika aktiv. Sie warten seit Langem auf diesen wichtigen Durchbruch.“ 

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Porträtbild Julia Fellinger, Pressesprecherin

Julia Fellinger

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