Nach wie vor missbrauchen Betrüger die IHK-Organisation als Deckmantel für Phishing-Attacken – zuletzt mit dem Betreff "Wichtige Anfrage – Übermittlungsweg Jahresabschluss". Hier erfahren Sie mehr über diese und weitere kriminelle Ansätze.
Bereits seit Ende 2022 sind Mails im Umlauf, deren Absender sich als DIHK oder IHK ausgeben, aber betrügerische Absichten verfolgen. Stets wird gefordert, dass Unternehmensdaten zu aktualisieren seien, und stets gilt: Bitte klicken Sie keinesfalls auf Links oder geben Sie Daten heraus, es handelt sich um Anläufe zum Datenklau.
Die DIHK lässt die entsprechenden E-Mail- und Domain-Adressen zeitnah sperren, wenn sie Kenntnis von einer neuen Variante erhält, doch das hilft in der Regel nur sehr kurzfristig. Darum seien Sie bitte vorsichtig! Es kursieren immer neue Ansätze, mit denen den Unternehmen Daten entlockt werden sollen:
14. April 2026
LETZTE WARNUNG: Verstoß gegen gesetzliche Pflichten – 24 Stunden Frist
Erneut sind E-Mails im Umlauf, die mit einer Signatur, einem Foto der angeblichen Leiterin der Abteilung Unternehmensdaten, Eva Posan, und einem fehlerfrei formulierten Anschreiben einen IHK-Hintergrund vortäuschen. Mit dem Betreff "LETZTE WARNUNG: Verstoß gegen gesetzliche Pflichten – 24 Stunden Frist" wird zusätzlicher Druck aufgebaut. Sollten die angesprochenen Unternehmer und Unternehmerinnen dieser "letzten und endgültigen Aufforderung" nicht nachkommen, drohen die Betrüger mit erheblichen und völlig frei erfundenen Konsequenzen von "kostenpflichtigen Verwaltungsverfahren" bis hin zu einer "vertieften rechtlichen Prüfung". Den in der Mail aufgeführten Link auf "lhk.de/datenaktualisierung" mit dem bereits vertrauten kleinem "l" anstelle eines "i" bitte auf keinen Fall anklicken und keine Daten preisgeben. Am besten löschen Sie diese Phishing-Mail umgehend.
17. März 2026
Wichtige Anfrage – Übermittlungsweg Jahresabschluss
Besonders gefährlich, da ohne Tippfehler und seriös formuliert, ist eine Mitte März kursierende Mail mit dem vorgeblichen Absender "IHK" und dem Betreff "Wichtige Anfrage – Übermittlungsweg Jahresabschluss" oder einem ähnlichen Wording mit Bezug zum Jahresabschluss. Von den Empfängern wird eine "kurze Rückmeldung" angefordert, wie sie ihren Jahresabschluss zukünftig einreichen wollten. Diese Angabe sei "zwingend notwendig für die Fortführung Ihres Registereintrags", schreiben die Betrüger, die mit einem Klarnamen als Abteilungsleiter unterzeichnen. Sie müsse "innerhalb von 3 Arbeitstagen nach Erhalt dieser Nachricht erfolgen", andernfalls könne der "Unternehmensstatus im Register vorübergehend eingeschränkt werden". Den angebotenen Link auf ein "elektronisches Rückmeldeformular" sollten Sie keinesfalls anklicken, erst recht keine Informationen preisgeben. Bitte löschen Sie diese Phishing-Mail, und bleiben Sie wachsam.
11. Februar 2026
Amtlicher Hinweis zu hinterlegten Unternehmensangaben
Großen Druck baut eine Phishing-Mail aus dem Februar auf: Den Empfängern wird vorgeworfen, "auch im Jahr 2026 keine ordnungsgemäße Datenaktualisierung vorgenommen" zu haben. Die verletze die "gesetzlich vorgesehene Mitwirkungspflicht im Rahmen des Registrierungs- und Verwaltungsverfahrens der lndustrie- und HandeIskammer", schreiben die Betrüger, die in mittlerweile vertrauter Manier das große "I" in IHK-Namen und Linkadresse durch ein kleines "L" ersetzen. Dies sei die "letztmalige formelle Gelegenheit", die eigenen Unternehmensdaten vollständig zu aktualisieren – und zwar ausschließlich über das "o;izielle Online-Portal der lndustrie- und HandeIskammer". Werde das in der Mail verlinkte Formular nicht fristgerecht und vollständig ausgefüllt, könnten daraus "formelle Maßnahmen im Rahmen des geltenden Aufsichts- und Vollstreckungsverfahrens resultieren", drohen die Absender. Wie immer gilt auch hier: Bitte ignorieren Sie diese Mail, klicken Sie keinesfalls auf den Link, und geben Sie keine Daten preis!
29. Januar 2026
Aufforderung zur Datenaktualisierung
Von der Adresse "Deutsche.Handelskammer@gmx.de" aus versendet in der jüngsten Phishing-Variante angeblich die Deutsche Industrie- und Handelskammer Mails mit dem Betreff "Aufforderung zur Datenaktualisierung". Die DIHK sei "gesetzlich verpflichtet, die Richtigkeit der im Handelsregister eingetragenen Unternehmensdaten zu überwachen", schreiben die Betrüger, und sie fordern die Empfänger auf, ihre Daten innerhalb von 7 Werktagen unter Nutzung einer hellblau hervorgehobenen "Referenznumer" zu aktualisieren. Bitte klicken Sie nicht auf die Schaltfläche "Zum DIHK Serviceportal", und geben Sie keinesfalls irgendwo Daten ein! Diese Mail stammt nicht von der DIHK und gehört in den Papierkorb!
26. Januar 2026
Sachstandsmitteilung zu Unternehmensdaten
Neues Jahr, neuer Versuch, an sensible Unternehmensdaten zu gelangen: In Mails mit dem Betreff "Sachstandsmitteilung zu Unternehmensdaten" wird behauptet, dass eine vermeintliche "Überprüfung sowie die AktuaIisierung der bei der lndustrie- und HandeIskammer hinterlegten Unternehmensdaten" bislang nicht abgeschlossen" worden sei. Damit sei "die gesetzlich vorgesehene Mitwirkungspflicht weiterhin nicht erfüllt". Spätestens innerhalb von 24 Stunden müsse diese Bearbeitung erfolgen, andernfalls, so die Betrüger, drohten Sanktionen und Bußgelder. Wenn Sie eine solche Mail erhalten, löschen Sie sie bitte sofort, und klicken Sie keinesfalls auf den Link "https://www.lhk.de/unternehmensdaten", hinter dem eine gänzlich andere Zieladresse liegt.
Frühere Betrugsversuche
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Veröffentlicht 14.04.2026
Ansprechpartnerin
Hildegard Reppelmund
Referatsleiterin Wettbewerbsrecht, Kartellrecht, Vergaberecht, Wirtschaftsstrafrecht | Rechtsanwältin (Syndikusrechtsanwältin)