Das Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten befindet sich derzeit im Ratifizierungsprozess. Im Mittelpunkt steht dabei eine entscheidende Abstimmung im Europäisches Parlament am morgigen Dienstag, 10. Februar, zu den zwischen Rat und Parlament ausgehandelten bilateralen Schutz- und Safeguard-Klauseln für landwirtschaftliche Produkte. Diese sollen sicherstellen, dass bei starken Importzunahmen aus Mercosur-Ländern wirksame Schutzmechanismen für die EU-Landwirtschaft greifen – und sind ein zentraler Schritt für die weitere Umsetzung des Abkommens.
Dazu sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier:
09.02.2026 - “Das Handelsabkommen zwischen der EU und Mercosur ist für die deutsche Wirtschaft sowohl ökonomisch als auch geostrategisch von erheblicher Bedeutung. Alle EU-Institutionen sollten sich für eine möglichst rasche Umsetzung des Abkommens einsetzen, damit unsere Unternehmen von den neuen Marktchancen profitieren und ihre Lieferketten insbesondere mit Blick auf Rohstoffe und Energie in Lateinamerika absichern und diversifizieren können.
Angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftsschwäche ist ein solches Abkommen für deutsche und europäische Unternehmen wichtiger denn je. Unsere Wettbewerber aus den USA und insbesondere aus China zögern nicht, die Märkte Lateinamerikas zu erschließen und zu bearbeiten. Sie machen vor Ort Nägel mit Köpfen – und wir befinden uns in jahrzehntelangen Diskussionsschleifen.
Für Europa geht es inzwischen auch um eine grundsätzliche Frage handelspolitischer Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit. Gerade jetzt brauchen wir aber mehr stabile Handelspartnerschaften in der Welt. Daher sollten auch andere Handelsverhandlungen etwa mit Thailand, Malaysia und den Philippinen abgeschlossen und die Abkommen mit Mexiko, Indonesien und Indien rasch ratifiziert werden.”
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Veröffentlicht 09.02.2026
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Julia Fellinger
Pressesprecherin