Reaktion von Volker Treier

Hohe Kosten, schwache Konjunktur - Insolvenzen weiter auf Rekordniveau

DIHK-Chefanalyst Volker Treier zu den aktuellen Insolvenzzahlen

Im November 2025 haben die deutschen Amtsgerichte 1.794 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 0,4 % mehr als im Vorjahresmonat.

13.02.2026 - "Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen bestätigen die schwierige Lage der deutschen Wirtschaft. Wir erleben leider wieder einen Rekord bei den Betriebsschließungen. Allein im November 2025 mussten so viele Betriebe insolvenzbedingt ihre Pforten schließen wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Für das Gesamtjahr 2025 ist letztlich mit deutlich mehr als 23.000 Unternehmensinsolvenzen zu rechnen – das sind mehr als 60 Betriebsaufgaben pro Tag. Hinter diesen Zahlen steht nicht nur der Verlust von unternehmerischem Herzblut und Innovationsgeist, sondern auch viele verlorene Arbeitsplätze, ausbleibende Investitionen und eine Schwächung ganzer Regionen.

Erste Trendauswertungen aus der kommenden DIHK-Konjunkturumfrage zeigen, dass sich die Wirtschaft auch weiterhin nur mühsam aus der Krise erholen kann. Hohe Kosten für Arbeit und Energie, überbordende Bürokratie und eine seit Jahren lahmende Konjunktur zehren an der Liquidität vieler Betriebe, besonders im Mittelstand.

Umso dringlicher ist es, dass die Entscheidungen aller politischen Ebenen konsequent auf Wachstum und Investitionen ausgerichtet werden. Auch Beschleunigungspläne für Infrastruktur und Genehmigungen dürfen nicht versanden. Die angekündigten Reformen zur spürbaren Senkung der Energie- und Arbeitskosten müssen ohne Wenn und Aber umgesetzt werden.

Gleichzeitig braucht es Entlastungen bei Bürokratie und Steuern, die in den Betrieben sofort ankommen. Nur mit Mut zu Reformen und wirtschaftspolitischem Ehrgeiz lässt sich die Insolvenzwelle brechen und neues Wachstum ermöglichen."

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