Bei den Gesprächen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping hätten beide den gemeinsamen Willen gezeigt, eine Eskalation im Zollstreit zwischen den USA und China zu vermeiden. Dies bewertete Treier im Gespräch mit Deutschlandfunk-Redakteur Tobias . Durch den Wegfall von Zollschranken zwischen den USA und China entstehe deutschen Anbietern allerdings zusätzliche Konkurrenz, erinnerte er.
Er glaube zwar nicht, dass das Ziel der aktuellen US-Handelspolitik, Wertschöpfung in den USA zu schaffen, in dieser Form funktioniere. Aber die generelle Wertschätzung, die sowohl die USA als auch China ausländischen Investitionen entgegenbrächten, vermisse er in Deutschland, so der DIHK-Außenwirtschaftschef. "Das ist etwas, davon kann sich unsere Koalition eine Scheibe abschneiden."
Chance für eine Verbesserung der Standortbedingungen
Der sogenannte "'Liberation Day", also der Start der amerikanischen Hochzollpolitik, und die damit verbundene Unsicherheit sei – wie jede Krise – auch eine Chance für Deutschland und für Europa. Es gelte, jetzt die Standortbedingungen zu verbessern, etwa mit Blick auf die Steuerpolitik. Treier: "Die Regierung hat richtige Dinge gemacht, aber es ist trotzdem halbherzig und es bleibt irgendwo auf der Strecke, wenn wir erst mit dem Jahr 2028 mit der Reduzierung der Körperschaftsteuer beginnen.
Immerhin sei es gelungen, die Europäische Union dazu zu bewegen, ihre "äußerst zögerlichen Haltungen mal ad acta zu legen" und das Mercosur-Abkommen vorzeitig anzuwenden. Das sei auch ein Verdienst von Bundeskanzler Merz und "ein erster wichtiger Schritt, aber weitere müssen folgen".
Hormus-Blockade "erst mal ein Schock"
Die Blockade der Straße von Hormus nannte Treier "eine große Sorge": "Das ist erst mal ein Schock, weil natürlich die Ölpreise nach oben geschossen sind. Die Gaspreise werden folgen, die sind über längerfristige Kontrakte bei vielen Unternehmen anhängig, und im Sommer werden Kostensteigerungen passieren." Noch längerfristiger wirken, aber auch kommen wird laut Treier "die Verteuerung von wichtigen Vorprodukten", gerade im Handel zwischen Asien und Europa. Die Unternehmen müssten ihre logistischen Ketten neu aufstellen. Sie seien "unterwegs, das anzugehen, aber auch das braucht Zeit".
Um all die Verwerfungen abzufedern, gilt nach Worten des DIHK-Außenwirtschaftschefs: "Wir müssen jetzt wirklich volle Kraft voraus in Richtung Wirtschaftsfreundlichkeit gehen und wieder mehr Investitionen anregen in Deutschland und Europa."
Das komplette Interview vom 16. Mai 2026 gibt es zum Nachhören auf der Website des Deutschlandfunk.
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Veröffentlicht 18.05.2026
Pressekontakt
Julia Fellinger
Pressesprecherin