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"Buy European": Sind Lokalisierungsvorschriften eine Lösung?

Zunehmend wird in der EU der Einsatz von Local-Content-Vorgaben – also verpflichtender lokaler Wertschöpfungsanteile – in Betracht gezogen. Dies hat Folgen für Handel, Wettbewerb und den Standort Europa.

Lange Zeit waren sie in der Europäischen Union als Instrument der Marktabschottung verpönt, doch aus sicherheits-, industrie- und handelspolitischen Erwägungen heraus spielen Lokalisierungsverpflichtungen in aktuellen EU-Initiativen oder in der Debatte um europäische Produktvorschriften immer stärker eine Rolle. 

So sind etwa "Buy European"-Vorgaben ein zentraler Bestandteil des geplanten Industrial Accelerator Act (IAA), den die EU-Kommission am 4. März vorgestellt hat: Neben einer Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und der gezielten Förderung strategischer Industrien sieht der Gesetzentwurf vor, die heimische Produktion über Lokalisierungs- und Präferenzregeln zu stärken. Das birgt nach Einschätzung der DIHK die Gefahr neuer bürokratischer Lasten sowie handelspolitische Risiken und könnte zusätzliche Hürden für Unternehmen aufbauen.

Die DIHK sieht in Local-Content-Vorschriften bestenfalls eine Notlösung und wirbt alternativ für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen im europäischen Binnenmarkt. In diesem Dossier haben wir relevante Inhalte zum Thema für Sie zusammengestellt. 

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Schwerpunkte:
  • Außenwirtschaft

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Datum der Veröffentlichung 04.03.2026
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Anprechpartner

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Dr. Susanne Gewinnus

Referatsleiterin Industrie- und Forschungspolitik

Porträt Klemens Kober

Klemens Kober

Referatsleiter Handelspolitik, transatlantische Beziehungen und EU-Zollfragen

Petri, Thorben_quad

Thorben Petri

Referatsleiter Europäische Wirtschaftspolitik