Reaktion von Volker Treier

Afrika rückt zunehmend ins Zentrum globaler Wirtschaftsstrategien.

Anlässlich des B20/G20-Gipfels in Südafrika (18.-20. November 2025) sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier:

18.11.2025 - „Während andere Wirtschaftsmächte ihre Präsenz auf dem Kontinent gezielt ausbauen, darf Europa nicht länger abseitsstehen. Der B20/G20-Gipfel in Südafrika ist eine wichtige Gelegenheit, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem afrikanischen Kontinent neu zu justieren und zu vertiefen – umso mehr, als nicht alle globalen Partner vertreten sind und der Dialog der Anwesenden daher sogar noch an Bedeutung gewinnt.

Gerade jetzt braucht es eine Afrikawende mit resilienten Wertschöpfungsketten, lokaler Produktion und nachhaltiger Industriekooperation. Deutschland und Europa sollten gemeinsam mit Afrika Strukturen aufbauen, die Wirtschaftswachstum, Technologieaustausch und Beschäftigung fördern. 

Für die deutsche Wirtschaft ist Afrika längst Partner für Zukunftstechnologien, Energie und nachhaltige Entwicklung. Deshalb müssen die Wirtschaftsbeziehungen gezielt gestärkt werden – mit besseren Investitionsbedingungen, einer engeren Verzahnung von Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit sowie klaren politischen Signalen. 

Die europäische Konnektivitäts-Initiative Global Gateway setzt richtige Akzente, muss aber schnell unter Einbindung des europäischen Privatsektors umgesetzt werden – gerade vor dem Hintergrund des Rückzugs wichtiger westlicher Impulsgeber wie den USA.

Das Abkommen der EU mit Südafrika, die Clean Trade and Investment Partnership unterstützt die deutsche Wirtschaft grundsätzlich, bleibt aber ohne rechtliche Bindung nur begrenzt wirksam – zumal die Unternehmen nicht ausreichend einbezogen wurden. Rechtsverbindliche Abkommen mit wichtigen Handelspartnern bleiben essenziell, um Außenhandel zu erleichtern und Hemmnisse abzubauen.  

Wenn Europa seine wirtschaftliche Zukunft diversifizieren will, führt kein Weg an einer strategischen Partnerschaft mit Afrika vorbei. Dafür braucht es jetzt politische Weichenstellungen und unternehmerischen Mut auf beiden Seiten.“ 

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Porträtbild Julia Fellinger, Pressesprecherin

Julia Fellinger

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