Deutschlandfonds

Bundesregierung und KfW starten Deutschlandfonds

Mitte Dezember hat die Bundesregierung mit dem Deutschlandfonds eine zentrale Anlaufstelle zur Mobilisierung privaten Kapitals für Investitionen und Beteiligungen ins Leben gerufen. Unter dieser Dachstruktur werden verschiedene bestehende und neue Förderprogramme gebündelt. Zielgruppe der Instrumente bilden Industrie, Mittelstand, Start-ups und Energieversorger.

Mit dem am 18. Dezember 2025 vorgestellten Deutschlandfonds verfolgen Bundesregierung und KfW das Ziel, mehr privates Kapital für Investitionen in zentralen Zukunftsfeldern zu mobilisieren und damit Wachstum sowie Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Der Deutschlandfonds ist kein Investmentfonds im herkömmlichen Sinn und auch kein „Dachfonds“ mit einem einheitlichen Portfolio. Er ist vielmehr die Bezeichnung für eine Dachstruktur, unter der verschiedene bestehende und neue investive Programme gebündelt, koordiniert und gegenüber Investoren besser sichtbar gemacht werden sollen. Die KfW übernimmt dabei die Rolle der Koordinatorin und soll zugleich als Ansprechpartnerin für nationale wie internationale Investoren fungieren.

Finanziell soll der Deutschlandfonds mit einem staatlichen Rahmen, bestehend aus öffentlichen Mitteln und Garantien, Investitionen von rund 130 Milliarden Euro auslösen. Die Logik dahinter ist die Hebelwirkung staatlicher Risikoübernahme: Garantien belasten den Haushalt nicht unmittelbar, sondern erst im Fall einer Inanspruchnahme; gleichzeitig können sie Kreditvergaben und private Investitionsentscheidungen erleichtern, indem sie Risiken für Banken und Investoren abfedern.

Inhaltlich richtet sich der Deutschlandfonds an drei Zielgruppen: Industrie und Mittelstand, Energieversorgungsunternehmen sowie Start-ups und Scale-ups. Passend zu diesen Zielgruppen soll nicht ein einziges Standardprodukt angeboten werden, sondern ein Instrumentenmix: Garantien und Risikoabsicherungen, Bank-durchgeleitete Förderkredite, Eigenkapital- beziehungsweise Beteiligungslösungen, fondsähnliche Strukturen sowie – perspektivisch – kapitalmarktbasierte Instrumente wie Verbriefungen. Diese Breite ist ein Kernmerkmal des Ansatzes: Der Deutschlandfonds will Finanzierungslücken dort schließen, wo klassische Bankfinanzierung, Risikokapital- oder Projektfinanzierung aufgrund von Risiko, Laufzeit oder Skalierung nicht ausreichen. Gleichzeitig soll er Transparenz schaffen, indem er die Programme unter einer Dachmarke zusammenführt und so die Suchkosten für Investoren reduziert.

Zum Start im Dezember 2025 wurde in der Säule „Industrie und Mittelstand“ das „Absicherungsinstrument für Transformationsindustrien“ vorgestellt. Dieses Programm ist auf Avalfinanzierungen ausgerichtet, also auf Bankgarantien und -bürgschaften, die etwa Anzahlungs-, Vertragserfüllungs- oder Gewährleistungsrisiken abdecken können. Die KfW tritt dabei nicht als alleinige Trägerin auf, sondern als Risikopartnerin neben privaten Finanzierungspartnern. Das Instrument ist ein Baustein, um große Transformationsinvestitionen – etwa in Stromerzeugung, Wasserstoff, Automotive-Zulieferketten oder Maschinenbau – abzusichern und damit Investitionen zu erleichtern.

Ebenfalls in dieser Säule verortet die KfW den Rohstofffonds als bereits bestehendes beziehungsweise bereits initiiertes Element, das unter dem Dach des Deutschlandfonds geführt wird. Hier geht es um Eigenkapitalbeteiligungen und Kredite zur Finanzierung von Projekten rund um die Gewinnung kritischer Rohstoffe.

In der Säule „Energie“ startete als erstes Instrument der „KfWFörderkredit Geothermie“. Das Programm zielt auf die Finanzierung von Bohrungen zur Erschließung tiefer beziehungsweise mitteltiefer Geothermie und adressiert damit das Fündigkeits-Risiko, also die Unsicherheit, ob eine Bohrung tatsächlich eine nutzbare Ressource erschließt.

In den kommenden Wochen und Monaten sollen weitere Instrumente folgen. Besonders für die Unternehmensfinanzierung von KMU interessant werden die Maßnahmen im Bereich Kapitalmarkt und Verbriefungen sein. So soll die KfW in Zukunft als Käufer von Mezzanine-Tranchen von KMU-Kreditverbriefungen auftreten, was nicht nur die Finanzierungsbedingungen für mittelständische Unternehmen verbessern würde, sondern gleichzeitig Bankbilanzen entlasten sollte.

Kontakt

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Alexander Dern

Referatsleiter Unternehmensfinanzierung und Finanzmärkte