Reaktion von Volker Treier

Deutsche Exporte unter Druck

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zu aktuellen Export- und Produktionszahlen

08.05.2026 - Das leichte Exportplus reicht nicht für eine Entwarnung. Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten sind noch nicht überall absehbar, das konjunkturell dickere Ende kommt noch nach. Die fragile Erholung der Weltwirtschaft wird abrupt ausgebremst. Das zeigt auch der AHK World Business Outlook. Das Zusammenspiel aus Energiepreisschock, fragiler Logistik und wachsendem geopolitischen Misstrauen setzt exportorientierte Unternehmen unter Druck. 

Die Belastungen für Unternehmen werden durch nachgelagerte Preissteigerung und höhere Kosten für Importe noch steigen. Außerdem ist ein Ende des Kriegs im Iran und den Lieferkettenproblemen durch die Sperrung der Straße von Hormus nicht in Sicht.  Internationale Störungen der Lieferketten beeinträchtigen nicht nur das deutsche Exportgeschäft, sondern die deutsche Industrie insgesamt. Zum vierten Mal in Folge sinkt die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Laut DIHK-Blitzumfrage zu den Auswirkungen der Krise, schränkt jeder zehnte Industriebetrieb deswegen seine Produktion ein, zwei von fünf verschieben Projekte oder Investitionen. 

Damit sind die Erwartungen an die Politik klar: Unternehmen brauchen Planbarkeit und Sicherheit, um in einem zunehmend fragmentierten globalen Umfeld bestehen zu können. Energieversorgung, offene Märkte und planbare Außenwirtschaftsbeziehungen sollten aus Sicht der Wirtschaft die politische Agenda bestimmen. 

 

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Sven Ehling

Pressesprecher | Visuelle Kommunikation